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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-01-28 · Heft 5 (28.1.1862) · p. Seite 52

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 5 (28.1.1862)
Date
1862-01-28
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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SS — Die Leser ersehen aus dieser Skizzirung, daß dieses siebente Jahr des Instituts eine innerlich und äußerlich reiche Ernte darbringt. Leipzig, im Januar. Die jüngste Nummer des „Mag. f. d. Lit. d. Ausl." bringt einen kurzen Bericht eines, Dr. Hermann Lipschitz in Petersburg über folgende dort erschienene Schrift: „Ethnographie der russisch-jüdischen Bevölkerung." Von M. Berlin, Eommandirtem beim Departement der auswärtigen Confessionen im Ministerium des Innern, Mitgliede der Gesellschaft für russische Geschichte und Alterthümer an der Universität zu Moskau. . Gedruckt bei Besobrasoff u. Comp, in St. Petersburg, 1861." Diese, im Aufträge und laut Programm der ethnographischen Abtheilung der kaiserlichen geographischen Gesellschaft in St. Petersburg verfaßte Arbeit erschien, bereits früher in der, von der erwähnten Gesellschaft redigirten periodischen Schrift „Sapiski“ vom Jahre 1861, und kam in der vorliegenden neuen Ausgabe : nur die Vorrede des Verfassers hinzu. Die Schrift zerfällt in folgende sechs Abtheilungen. I. Aeußere Zustände^ II. Sprache. III. Häusliches Leben, in sieben Unterabtheilungen zerfallend, ». Wohnung; d. Kleidung; o. Speisen; .ä. Sitten und Gebräuche; e. Beschäftigungen; l. Volksvergnügungen und §. Hausbedarf. IV. Gemeindeleben. V. Moralische Fähigkeiten und Bildung und VI. Traditionen und Denkmäler. Am Ende des Merkchens, folgt ein alphabetisches Verzeichniß der in demselben vorkommenden originell jüdischen Sprachgebräuche und Volksausdrücke. ,.Da diese Arbeit ursprünglich für ein Journal bestimmt war und auch im Ganzen nur etwa acht Bogen ausmacht, so versteht es sich von selbst, daß der Verfasser auf die möglichst kürzeste Behandlung seines Gegenstandes bedacht sein mußte; jedoch hat er das Verdienst, alles Wesentliche berücksichtigt zu haben. In mehreren russischen Journalen ist das Schriftchen vielfach belobt worden; dagegen hat sich das russisch-jüdische Blatt „Zion" (Nachfolgerin der „Morgenröthe") sehr scharf und bitter dagegen ausgelassen. Wir hoffen bald im Besitz des Merkchens zu sein, um Näheres daraus und darüber mitzu- 1h eilen. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Leipzig , 14. Januar. (Privatmitth.) Se. Maj. der König Johann von Sachsen hat dem Dr. Julius Mrst in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Thätigkeit einen kostbaren Brillantring znstellen lassen. Schon beim Beginn seiner bereits mehr als zwanzigjährigen akademischen Lehrthätigkeit wurde derselbe von dem verewigten Könige Friedrich August durch Verleihung der großen goldenen Verdienst-Medaille ausgezeichnet. : Solche werthvolle Beweise Allerhöchster Anerkennung gereichen dem redlichen wissenschaftlichen Streben gewiß zur Aufmunterung. Waren (Meckl.-Schwerin), 15. Januar. (Privatmitth.) Wenn unsere Glaubensgenossen in den meisten Staaten beim Ablauf des Jahres mit dankbar gehobener Brust Umschau halten können über die bedeutende Entwickelung der Rechtsbegriffe zu ihren Gunsten, so blieb in den hiesigen Landen Alles, noch so trüber Art, daß die nackte Wahrheit beinahe Anstoß erregt. Wir sind noch nicht so glücklich, Aufhebungs- Decrete vorzuführen, obgleich uns viele beredte Anwälte für das wohlbegründete Recht unserer Klagen zur Seite stehen. In der bekannten Judenfrage zu Rostock hat am 6ten dieses Monats der Rath eine längere Rückäußerung an das Quartier gelangen lassen, worin dargelegt wird, „daß eine Zulassung der Juden in Rostock nur unter den für dieselben im übrigen Lande bestehenden Bffchränkungen möglich sei. Sie würden also nicht das Bürgerrecht erwerben können, eben so wenig befähigt sein, Grundstücke anzükaufen; wogegen ihnen aber zur Ausübung des.Handels und der Gewerbe Concessionen ertheilt werden würden. E. E. Rath halte den Antrag auf Zulassung der Juden im Prmcip für nicht unberechtigt und sei bereit, zur Realisirung desselben Vorträge beim hohen Staatsministerium zu machen, wenn sich die Bürgerschaft damit einverstanden erkläre. Gestützt auf einen, dem Quartiere von Seiten der Kaufmannscompagnie inzwischen zugegangenen Beschluß lehnt es die Versammlung jedoch wiederholt ab, der' Aufnahme der Inden förderlich sein zu-wollen." Es gereicht uns auch hier zum Tröste, wie der. Drück Israels nie allein steht, wie er zugleich eine Unterdrückung alles übrigen Rechts sämmtlicher Unterthanen ist, wie das /Wohlwollen, die Liebe gegen Israel immer Hand in Hand geht mit der Liebe Und Menschlichkeit überhaupt. Erfreulicheres können wir von unserem Landesrab-

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