Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 5 (28.1.1862)
- Date
- 1862-01-28
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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81 Leben von der Religion aus, die andere in weltlicher Selbstständigkeit gestalten will. Dieses ist denn auch dem Verfasser überaus gelungen, wobei er eine außerordentliche Belesenheit erweist. Er hatte sich vorzugsweise zur Aufgabe gestellt, die Materie seines Gegenstandes in großer Fülle herbeizuschaffen, weniger den Gedankeninhalt prägnanter hervortreten zu kaffen. Daher ist jedes einzelne Object Gegenstand eines durchaus concreten Bildes geworden, und indem nun immerfort das jüdische, attische und römische Recht für jeden einzelnen Rechtspunkt neben einander gestellt ist, wurde sowohl ein ungeheures Material herbeigeschafft, als auch die Vergleichung ungemein erleichtert. Wir können also diese Arbeit mit bester Anerkennung begrüßen und sie für ihren Gegenstand als die bedeutendste bezeichnen, da jedenfalls, den bisherigen Archäologen die Einsicht und Gründlichkeit betreffs der Jurisprudenz abging. Nur itt einem Punkte war dem Verfasser der Jurist nachtheilig: er zerstückelt seinen Gegenstand zu sehr, zertheilt ihn in zu kleine Theile, wo dann die synoptische. Behandlung zur Folge Hat, daß jedes der drei Rechte in seiner Totalität nicht zum Bewußtsein kommt. Wir hätten gewünscht, daß jede größere Partikel nach jüdischem, attischem und römischem Rechte gesondert besprochen worden wäre und nicht jedes specielle Rechtsgebiet wieder in hundert kleinere getheilt und jedes dieser nach jüdischem, attischem und römischem Rechte neben einander behandelt worden wäre; der Faden wird dadurch allzu oft abgeschnitten, und je deutlicher die Vergleichung der Specialitäten, desto unklarer wird die Vergleichung der Totalitäten. Wir wünschen das baldige Erscheinen des folgenden Bandes, der das Privatrecht behandeln wird. Magdeburg, 21. Januar. Jüngst hat auch das Werk eines jüdischen Autors , nämlich „Les dei'cides“ par Cohen, bte Ehre gehabt, in Rom auf den Index librorura prohibitorum gesetzt zu werden; früher war dies schon den Schriften Salvadors geschehen. — So eben kommt uns die jüngste Nummer des Magyar Jsraelita (Pesth) zu. Wir ersehen hieraus, daß das Blatt auch in diesem Jahre erscheint. Leider besitzen wir keine Kenntniß der magyarischen Sprache, und auch in unserer Umgebung Niemand, so daß wir über den Inhalt persönlich nicht zu berichten vermögen. — In den nächsten Tagen werden die diesjährigen Jnstitutsschriften im Drucke fertig, wandern dann zum Buchbinder, um im Februar zur Versendung zu kommen. Es werden geliesert: 1) Geschichte des Karäismus bis 900 d. gew. Zeitr. von vr. Jul. Fürst. Der Verfasser schildert den Ursprung, die Entwickelung und Kämpfe der karäischen Secte bis 900, und gedenkt später die weitere Entwickelungsgeschichte zu bearbeiten.. Der gelehrte Anhang giebt die nöthigen Nachweisungen für den. Forscher. 2) Die Geschichte der jüdischen Münzen, gemeinfaßlich dargestellt von Dr. M. A. Levy in Breslau, mit sehr vielen Abbildungen und einer Tafel. Der Verf. schildert in treffenden Zügen die Zeiten und geschichtlichen Verhältnisse, denen die vorhandenen jüdischen Münzen ihren Ursprung verdankten, und giebt die genaue Beschreibung derselben. 3) Moses Mendelssohns Leben, Wirken und Werke von Dr. M. Kayserling. Es ist dies die erste ausführliche Biographie Mendelssohns, die sich nicht auf die Erzählung der bloßen Lebensschicksale und die Aufzählung der Schriften Mendelssohns nebst den gangbaren Lobsprüchen beschränkt, sondern Mendelssohn auch psychologisch zu erfassen, im Zusammenhänge mit der ganzen damaligen Welt darzustellen und seine Schriften zu analysiren sucht, wozu und wobei dann eine große Anzahl bisher ungedruckter Briefe mitgetheilt werden. 4) Israelitische Religionslehre, ausführlich dargestellt von Dr. Ludwig Philipp son, Th. II. (Der erste Theil, der im vorigen Jahre durch das Institut veröffentlicht wurde, ist auch in einer besonderen Ausgabe bei Baumgärtner, Preis 1 Thlr., erschienen, wie dies auch vom zweiten Theile der Fall sein wird.) Dieser zweite Theil umfaßt die zweite Abtheilung „die Lehre von Gott" und die dritte Abtheilung „die Gottesverehrung". Zugleich enthält er drei Beilagen zur zweiten Abtheilung, von denen die eine, umfängliche „die Unsterblichkeitslehre im Judenthume" behandelt. Die dritte Äbtheilung wird eine sehr ausführliche Beilage, „die Geschichte und Darstellung des jüdischen Cultus" enthalten, mit welcher die dritte Lieferung dieses Werkes beginnen wird. 5) David Alroy, neu bearbeitet nach dem Englischen von D'Jsraeli. Dieser ausgezeichnete Roman des berühmten britischen Staatsmanns darf in der Bibliothek keines gebildeten Israeliten fehlen, und wird von den Abonnenten des Instituts sicher mit Dank angenommen. 6) Der Primator, Gedicht von Dr. L. A. Frankl, zweite verbesserte Auflage. Der Dichter hat in diesem romantischen Gedichte die mittelalterliche Nacht in so scharfen und dennoch schönen und erhebenden Zügen gezeichnet und dabei dieser neuen Auflage so. wesentliche Verbesserungen angedeihen lassen, daß sie eine willkommene Gabe sein wtrd> 5*