Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 4 (21.1.1862)
- Date
- 1862-01-21
- Page
- Seite 41 (sequence 5)
- Language
- German
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41 i- .• dische Elementarschule errichtet werden, und wurde Gemeinden, ^die solche errichten wollten, dies abgeschlagen. Und. vhierneben der unsägliche Druck, die Verkümmerung der Erwerbsquellen, die Beschränkung der Niederlassung, -wodurch-die: Masse aufeinandergeschichtet blieb und gezwungen - war, aus der abscheulichen Wirklichkeit in das -Reiche der Träume, der groteskesten Phantasterei zu flüchten. So lange diese Verhältnisse bestehen, wird dem Chassidismu.s. die reichste Nahrung gegeben, aber nicht entzogen. Man errichte also Schulen und immer nur Schulen, und löse zu gleicher Zeit die drückendsten-Fesseln, welche man um diese armen Menschen geschlungen, und der Chassidismuswird - eben so schnell' verdorren, wie er heißblütig aufgeschossen. - Errichtet Ihr aber jüdische Schulen, so spreche man auch-den Schulzwang'aus, und löse nicht über Nacht wieder'die Verbindtichkeit des Schulbesuches auf, wie es in'Rußland jüngst geschehen. Der Schulzwang ist die einzige Zwäugsmatzregel, die dem Obsmrantismus und Fanatismus' gegenüber unentbehrlich und gerechtfertigt ist. Dem Schulzwange ist in den meisten civilisirten Staaten das ganze Volk unterworfen, und kanü er am wenigsten entbehrt werden, wo ein Feind, wie der Chassidismus zu bekämpfen ist. Man sieht also, daß sich die Waffen gegen den Chassidismus sehr leicht und sehr genau angeben lassen: größere b ü r g e r l i ch e Freihe i t ^besonders freie Niederlassung) und ein g ere g elte s Sch u l w es e u mit S ch u l z w a n g. Nichts weiter und nichts Anderes. So mögen dies alle.. Männer in Rußland, Oesterreich und den Donaufürsienthümern, welche einen Einblick in die furchtbaren Zustände der chassidischen Bevölkerung und in die daraus allseitig erwachsenden Gefahren besitzen, und ein Herz für das Heil ihrer Stammesgenossen und für die Ehre und Zukunft des Iudenthums haben, dies wohl.^erwägen und. Hre Anstrengungen vereinigen, ,um bei den hohen Regierungen hie rechteWürdigung der Verhältnisse und die, durchaus nothwendigen Maßnahmen hervorzubringen. Sind; sie.doch selbst mit ihren'Familien, ihren Kindern und -Enkeln dabei aufs Höchste betheiligt. Nichts, aber hat dem. .Chassidismus bis jetzt mehr Horschub geleistet, als. die Unthätigkeit und Energielosigkeit seiner.Gegner. - - . , v Fltcrari scher Wochenbericht. Frankfurt am Main, im Januar. Rebecca oder das jüdische Weib in ihrem religiösen Berufe. : Von Abraham Levi. Die orthodoxe Romantik wendet die kunstvollsten und glänzendsten Farben und Firnisse an, um Formen und Gestalten- Gedanken und Meinungen der Vorzeit," btc unserem Bewußtsein mehr und mehr verschwinden, neues Leben einzuhauchen. Dies ist ihr bald mehr, bald weniger gelungen, wo es sich um Träume der Vergangenheit- oder um Hoffnungen der Zukunft handelt; denn hier hat die gläubige Exstase ein offenes Feld mit unbeschränkter Fernsicht vor- und rückwärts, wo sie idealistische Welten — wie die Mythen der Vorzeit — verkörpern, oder körperliche Gestalten — wie der gesalzene Leviathan —philosophisch vergeistigen kann. Nicht fö leicht ist dies in der religiösen Praxis; hier kann der rein geistige, religiöse Begriff den man einem Gesetze zu Grunde legt; nur bei demselben. in seiner Allgemeinheit erkannt werden , während die Specialitäten mit ihren Abastelungen, Ausschreitungen und Mißgestalten nur verschwommene Bilder des Grundtypus sind. - Die Romantik ist hier an ihr Endziel gelangt und mit allen ' schöngeistigen und gleißnerischen Redensarten ist sie nicht' im Stande, mit einem Feigenblatt die geistige Blöße zu bedecken. ' Es gehört daher eine gute Dosis religiösen Cynismus dazu, den religiösen Beruf des jüdischen Weibes, das im mo-' falschen Judenthume, wie überhaupt im Morgenlande, von dem des Sclaven nicht sehr verschieden war und erst in der abendländischen Civilisätion eine höhere Stufe im häuslichen undugeselligen Kreise einnahm in der Thätigkeit allein zu finden, die der Verfasser , genannter Schrift - mit allen Einzelh eiten zusammen stellt und von der ein Referent sagt: „sie hat einen Gegenstand zum Inhalte, auf welchem, wie auf keinem andern sonst, die Hoffnungen unsrer gunzen Zukunft beruhen." Wie der große-Friedrichfranzösische Romane ist schwarzen Maroquin einbinden ließ/ damit sein gestrenger Väter glaube, er ckese in einem kirchlicheu^GesaNghuche, so hat der Vers, umgekehrt die lächerlichsten Subtilitäten und Ächnörkeleien, die jedes vernünftige Mädchen clnekeln würden, mit einem novellistischen Rahmen umgeben; der'in dem ersten Eapitel anziehend - genug 'ist,' der weiblichen Jugend glauben zu macheneine -schöneTendenznovelle' vor sich zu haben, in der die Romantik dem Religiösen zur Wlstfsüge diene. — Rebecca/ die' Heldin - der Novelle, eine ütuttet^