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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-01-21 · Heft 4 (21.1.1862) · p. Seite 40

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 4 (21.1.1862)
Date
1862-01-21
Page
Seite 40 (sequence 4)
Language
German
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40 ztigte»? .Me>,Grenzen sseiner, Herrschaft j lassen sichdarum j Hicht .genau .bestimmen,..weiler außer seinen eigentlichen j Anhängern., moch eine , Unzahl hal.her Gläubigenbesitzt, i .welche, in asten Nöthen , zu, ihm Zuflucht nehmen, zu den; Rebbes wallfahrten, und Mtztztz-wiMHe/- Chasstdim. werj den. Dieser Proceß gehtinsonders durch, die Frauen vor ' .sich, die, mag der Ehemann selbst zu den Aufgeklärtesten gehören, durch , den Aberglauben verstrickt, nach dem Willen des,. Rebbey ihre Kinder, in den chassidischen Grundsätzen .erziehen. Hierin liegt die Gefahr, daß der Chassidismus auch nach Westen hin in den niederen Volksschichten seine, Macht ausdehne. . . Man sieht, es handelt sich hier nicht um das. Wohl irgend einer kleinen oder, großen Gemeinde, irgend, eines Bezirkes oder einer Landschaft, sondern , es g.ilt Millionen,, . eine, weite Zukunft. und selbst die,. Interessen. .der bürgerlichen. Gesellschaft^ Vom,. Standpunkte. d,es, Jud.enthums aus. .müssen wir -diese ganze Erscheinung als die beklagenswertheste, betrachten, die jemals auf seinem Gebiete erstanden.^ Sie ist. eine Verirrung, eine religiöse Entartung,. .eiy . so Lejammernscherther Auswuchs, der iWmer,hedauernswerth blecht, wenn er, auch dem ,Judenthume. selbstnichtzur Last.gelegt werden^ kann, das ja schon in, den. süns-Büchern! Moses aste WunderthLterei und Alle, , die Hr anhangen,; wer Todesstrafe schuldig erklärt, ..sondern nur den traurigen-Berhältnissen, dem - unsäglichem geistigen, und. bürgerlichen Drucke--zuzuschreiben ist,, dem .diese, nnglückliche Masse. so viele Jahrhunderte unterworfen war und - noch unterworfen Ft. Vom allgemein menschlichen. Gesichtspunkteistes. rin, betrübendes Schauspiel, so^ viele Menschen dem blödsinnigsten Aberglauben. anhe.imgefallen zu sehen und ihrem geistigen und sittlichen Verfall immer mehr entgegengehen zu wissen. Aber .auch , vom, Slandpunkte der Gesellschaft erscheint es höchst,bedrohlich, einen ,nicht geringen Theil der Bevölkerung. dem . schnödesten Müssiggange überantwortet, der bürgerlichen. Thätigkeit entzogen, systematisch ausgesogen .und dem tiefsten Elend Preis gegeben zu sehen. Ja, die Gefahr kann noch größer werden. Noch besteht k^in eigentlicher Verband zwischeyden chassidischen Gemeinden. Jeder-Chassid ist der, Anhänger.irgend eines Zadiks, der der Jünger nach dem Maßstabe der Autorität, , die er sich zu erwerben weiß, eine geringere.oder größere Za hl besitzt. Stehen , sich auch die Zadisim nicht feindlich^gxgenüber, so strebt doch Jeder für sich nach der Ausdehnung. seiner Macht. Dafür sind, ihm. aber, feine Anhänger mit Leib unh Seele ergeben,, und eö ist Nichts, was-, sie nach: seinem'.Gebote^ nichtauszüführengewilligt wären,<. da; sie, hiervon; ihrgegenwärtiges mnd zuNnstiges Heil, erwarten; und,, in seinen > Fürsprache, seinem ä Gebete und , Willen die- Abwendung. aller ^Gefahren - wnd die Zusicherung von 5 Reichthum undi Genuß in -diesem und jenem Leben , zu haben glauben. . Wehe,, wenn in der Mitte dieser irregeleiteten Masse einmal ein hervorragendes . Genie die er sie. Stelle einzunehmen, die kleineren Rebbes sich zu unterwerfen und großartige, -ehrgeizige Plane zu schmieden verstünde — was vermöchte er nicht mit dieser-fanatischen Menge auszurichlen!... n . Wir haben gesagt:. wir erheben unsere Stimme,-um zur nachhaltigsten Bekämpfung diesesUngeheuers aufzufordern. Man fragt uns, . wie soll - und wodurchsoll es bekämpft werden? v;i , ^■ Wir wiederholen -, es noch einmal : nicht - durch - Verbote,Gewalt, .Zwangsmaßregeln —- .diese würden das Uebel nur -verstärkend Der Fanatismüs^wird - -nicht -durch Druck.erstickt, -- ,r.; Sondern : in. den. Quellen .des- Uebels; ist.- -auch die Quelle. der Besserung enthalten.. - Warum vermag - wer Chassidismus doch in .die Westländer nicht einzüdxingen? Daß die Orthodoxie unfähig ist, dem - Chassidismus'Widerstand zu leisten, , hat sich factisch erwiesen und ist auch leicht, begreiflich. Es stoßen daher jetzt das - Culturjudenthum und der Chassidismus aufeinander., und.dieser Letztere weiß sehr wohl, daß er in dem Erfteren 'seinen eigentlichen und unüberwindlichen; Gegner hat. . Wozu braucht5.man.also lange,zu forschen? Ein Geschlecht gut u,nterrschtet,: mit angemessener Schuldildung erzogen, und es ist für den Chafsidism us v e r l o r en.. V o rz u g s w e i se ab er^ muß das w e i b l i che Ges ch l e ch ti n g nt e n S ch ulen u nt er - richtet sein, und es ist dem -Chassidismus der Lebens n e r v abges ch nitt ett; Welche die Quelle des Chassidismus war und - ist, aus dern er entsprungen - und seineMahrung zieht? Wie könnte dies fraglich seW. Die Unwissenheit^ der. Mangelan allem Schul- und Unterrichtswefen, die unveräntwortliche Weise s in welcher-' die Regierungen i. die jüdische Volksschule theits völlig vernachlässigt -theils. systematisch. unterdrückt habM, mnd wo sie aufkam, mit so. halben-Maßregeln und so stiefmütterlich behandelten, daß sie. nur einekümmerliche-'Existenz hatte, und.damit dem Chassidismus rnehr in die Hände als ihm entgegenarbeitete,-.das ist die Quelle feines Ursprungs und Darf doch noch heute im ganzen Königreich Polen außer in Warschau keiüe einzige jü-

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