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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-01-14 · Heft 3 (14.1.1862) · p. Seite 32

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 3 (14.1.1862)
Date
1862-01-14
Page
Seite 32 (sequence 8)
Language
German
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durch einige literarische Erzeugnisse ist die Festlichkeit gefeiert worden, indem Herr Landrabbiner Dr. Meyer eine die ersten 50 Jahre der Wirksamkeit des Vereins schildernde Geschichte desselben veröffentlichte, Dr. Wiener seine der Direction des Vereins gewidmeten Regesten herausgab und Herr Krimke während der Tafel ein von ihm verfaßtes hebräisches Gedicht unter die Gesellschaft vertheilen ließ. - Von einzelnen Mitgliedern des Vereins wurden noch am Festestage ansehnliche Spenden zu wohlthätigen Zwecken gemacht, so von Herrn Obercommerzrath Simon 100 Thlr. dem Wohlthätigkeitsvereine, von Herrn Banquier Adolph Meyer 650 Thlr. zur Umfriedung des neu angekausten Gottesackers , von Herrn Julius Sternheim 200 Thlr. zu demselben Zwecke und von Herrn Banquier Simon Coppel 100 Thlr. zur Begründung eines Fonds für dienstunfähig gewordene Lehrer oder deren Wittwen und Waisen. Somit hat die hiesige Gemeinde am jüngsten Mittwoch einen wahren Festtag verlebt. Derselbe könnte aber eine erhöhetere Bedeutung gewinnen, wenn eine Idee, welche, veranlaßt durch den zweiten Paragraphen der in hebräischer Sprache abgefaßten Stiftungsurkunde des Vereins, mehrfach angeregt worden ist, recht bald verwirklicht würde. Aus dem erwähnten Paragraphen geht nämlich hervor, daß die 18 Männer vor hundert Jahren bei der Gründung des Vereins vorzugsweise von dem Streben geleitet waren, der Lehr'e und Wissenschaft des Judenthums in einer der damaligen Anschauung entsprechenden Weise in weitere Kreise Eingang zu verschaffen und die Kenntniß desselben zum Gemeingute sämmtlicher Mitglieder des Vereins zu machen. Leider aber ist diese Thätigkeit im Laufe der Zeit aus der Wirksamkeit des Vereins gänzlich ausgeschieden worben und es' ist hinreichend bekannt, wie wenig man überhaupt in der Gegenwart von dem jüdischen Geistesleben in der Vorzeit weiß. In einer Gemeinde jedoch, wie die unsrige, in welcher so viel wissenschaftlicher Sinn rege ist, daß in einer blos aus Juden bestehenden Gesellschaft auch die geistigen Bestrebungen des alten Hellas und Rom Würdigung und aufmerksame Hörer finden, darf wohl vorausgesetzt werden, daß man auch Dem, was die Bekenner des Judenthums geleistet und geschaffen, was sie gedacht und empfunden haben, ein geneigtes Ohr nicht versagen werde und wenn man es nur versieht, die goldenen Früchte, die an dem Baume der jüdischen Wissenschaft zu brechen sind'/dem' Publikum in silbernen |: Schalen, *>.' $ in'einer der Gegenwart zusagenden Form : darzubieten und dem jetzigen Geschlechts zum Bewußtsein zu bringen, was die jüdische Vergangenheit Großartiges und allen anderen Völkern Ebenbürtiges geleistet hat, so wird es sicher an Interesse und Theilnahme! auch für dieses so lange vernachlässigte Wissensgebiet! nicht fehlen. Darum frisch ans Werk, scheuen wir einen Rückschritt nicht, den alle Einsichtigen nur als Fortschritt anerkennen werden und geben wir unseren Enkeln Gelegenheit, wenn sie dereinst in hundert Jahren j die Wiederkehr dieses Festes feiern, auch an uns den Geist des Schaffens zu rühmen, indem sie von uns sagen können, daß wir nicht minder als die verklärten Gründer unseres Vereins um die Erhaltung des. Judenthums und um die Verbreitung seiner Lehre und seiner Wissenschaft bemüht gewesen sind. Büdingen, Gr. Hessen, im Decbr. (Privatmitth.) Im Laufe des Herbstes fanden in zwei israel. Gemeinden des hiesigen Kreises Einweihungen zweier neu erbauter Synagogen Statt. Die Eine am 16. August zu Düdelsheim, die Andere zu Bindsach sen, am; Gedenktag der Leipziger Völkerschlacht, 18. October. Beide Weiheacte vollzog der Gr. Provinzial-Rabbiner Herr Dr. Levi zu Gießen unter glänzendem Beifall aller Anwesenden ohne Confessionsunterschied. Der israel. Vorstand zu Büdingen hat gegen die s. Z. in diesen Blättern veröffentlichte abweisende Entschließung Großh. Ministeriums des Innern auf die Gießener Petition vom Mai v. I. Beschwerde eingereicht bei der Ständekammer zu Darmstadt. Er steht bis jetzt noch allein da, ohne Succurs von andern ist. Vorständen. Das äst wahrlich ein großes Zeichen von Jndifferentismus. Mögen daher die Gemeindevorstände die Wichtigkeit des Gegenstandes wohl erwägen, und ihre Beitrittserklärung an die baldigst zusammentretende Kammer einsenden. Es handelt sich um die Organisation des Religionsschulwesens, um die Heranbildung tüchtiger Religionslehrer, um die Regulirung der Lehranstellung- und um die Unterstützung der Religionsschulen aus Staatsmitteln. Ottensoser, Lehrer. Aus dem obern Kinzigthale. (Privatmitth.) Am 3. December wurde das 50jährige Dienstjubiläum des Vorsängers und Mohels Herrn M. Ä. Alifeld, der in einem Alter von 80 Jahren seine Functionen noch eifrig verrichtet, feierlichst begangen, wobei der Herr |: Rabb. Schwarzschild und der Sohn des Jubilars, Herr

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