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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-01-07 · Heft 2 (7.1.1862) · p. Seite 19

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 2 (7.1.1862)
Date
1862-01-07
Page
Seite 19 (sequence 7)
Language
German
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IS für angeschaffte Mobilien, eiserne Kassa U. s. w. .............. 388 fl. 76 kr. - Drucksorten und sonstige Regiekosten 196 - 63 - - Gehalte an Schreiber und Vereinsdiener .. 148 - 33 - Spesensumme 733 fl. 72 kr. So beträgt jetzt das Vereinscapital 3501 fl. 33 kr. oxel. der in dessen Besitz befindlichen Ameublements. Von diesem bescheidenen Capitale wurden bis heute 258 Personen mit Darlehen von 10 fl. bis 20 fl. pr. Person in Summa mit einem Betrage von . 3761 fl. — kr. betheiliget; worauf s Conto gezahlt wurden 1699 - — - bleiben z. Jahresschluß bei 161 Personen 2062 fl. — kr. aushaftend. — Der Verein zählt somit bis heute 582 Mitglieder, welche einen Jahresbeitrag von 614 fl. leisten; welche Beiträge theils zur Deckung der Regiekosten, und der Rest zur Hinterlegung als Reservefond dienen. Bei dem eminenten Wohlthätigkeitssinn der Pesther P. P. Einwohner, und bei dem edlen Zwecke des Vereins, der sich auch auswärtiger Gönner erfreuet, dürfte es demselben in Bälde gelingen, den bis jetzt seinen beschränkten Mitteln angemessenen Maximal - Darlehensbetrag von 20 fl. pr. Person erhöhen zu dürfen; und wenn die Belehnten ferner — wie zu erwarten — pünktlich ihren Verpflichtungen gegen den Verein Nachkommen, so geht derselbe einer höchst gedeihlichen Zukunft entgegen. Möge diese Wohlthätigkeits-Anftalt die Aufmerksamkeit edler Menschenfreunde rege erhalten und sich ihrer gütigen Unterstützung stets in erhöhetem Maße erfreuen, damit dem redlichen, thätigen und dürftigen Geschäftsmanne derart hülfreiche Hand geboten werde, daß er sich und feine Familie — die oft sehr zahlreich — leichter ernähren und seiner Schuld in kleinen Ratenzahlungen ohne — auf den Armen oft schwer lastende — Interessen entledigen könne. Aus Mähren, im December. (Privatmitth.) Zwei wichtige Fragen bewegen und erregen jetzt die mährische Judenheit und bilden fast überall das Tagesgespräch. Die erste ist die Landes-Rabbinatsfrage. Ein wahres Sturmlaüfen findet da statt gegen das bisherige Provisorium des erwähnten Amtes und gegen den vor 12 Jahren octroyirten provisorischen Inhaber desselben. Mit her uns Juden eigenen Lebhaftigkeit für Alles, was unser Interesse einmal angeregt, bespricht man die Frage, ob man denn noch jetzt, da alle Verhältnisse im Staate der Regelung und der Ordnung entgegengehen, unter einem unfreiwilligen Provisorium, das selbst mit dem besten Manne nur Geringes zu Tage fördere, und unter einem Manne, der selbst in dem freiesten Wirkungskreise nichts Ersprießliches schaffen könnte, in dem vegetativen Still - und Scheinleben verharren müsse? In allen jüdischen Journalen Oesterreichs begegnet man mehr oder minder leidenschaftlich gefärbten Besprechungen dieser Frage und die Aufregung und Erbitterung im Lande nimmt immer mehr zu, je mehr unberufene und ungeschickte Vertheidiger des Provisoriums und dessen Inhabers sich breit machen wollten. Doch all der Sturm ist bei Weitem noch nicht organisirt und wenn auch das öffentliche Besprechen der Angelegenheit zur Bildung einer allgemeinen öffentlichen Meinung unumgänglich nothwendig war, so können doch alle journalistischen Bomben und Granaten allein den Sieg nicht verschaffen, so lange nicht auch bei der Regierung, von der die Sache doch abhängig ist, gemeinschaftliche und nachhaltige Schritte gethan werden. Bisher stehen aber die Gemeinden noch vereinzelt da; noch sind sie unter keiner Fahne und unter keinem Führer gesammelt. Die Führerschaft kann natürlich nur von einer oder mehreren größeren Gemeinden unseres Landes übernommen werden. Diese müßten in eigenem Namen und im Namen anderer kleinerer Gemeinden, die sich ihnen unbedingt anschließen, bei der Regierung in einem die Uebelstände des Provisoriums genau darstellenden Gesuche um ihr altes, unbeschränktes Wahlrecht und um die Reorganisation des Landes-Rabbinats-Institutes ansuchen. Das ist das Einzige, was jetzt geschehen muß. Alle noch so scharfen und pikanten Zeitungsartikel nützen nichts, so lange die Gemeinden nicht ein einfaches Gesuch an die Statthalterei oder an das Ministerium richten. — Nicht minder bedeutend und mit der erwähnten Frage innig zusammenhängend sind die Vorgänge in der Gemeinde unserer Landeshauptstadt, in Brünn. Dort wird jetzt ein Jntriguenspiel in Scene gefetzt, das den noch so unparteiischen Zuschauer mit Abscheu und Widerwillen erfüllen muß. Bekanntlich ist daselbst zum Staunen und zur Verwunderung der gelehrten und gebildeten Welt der Sohn des provisorischen Landesrabbiners als Rabbiner angestellt worden. Doch hat die Brunner Gemeinde die Vorsicht ge-

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