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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-12-24 · Heft 52 (24.12.1861) · p. Seite 755

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 52 (24.12.1861)
Date
1861-12-24
Page
Seite 755 (sequence 11)
Language
German
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wichtige Entscheidung der Minister der geistlichen Angelegenheiten und des Innern ist jüngst dahin ergangen, daß die Staatsbehörden sich in die Angelegenheiten der Synagogen - G emeinden nicht einzumischen haben und eine „Ablehnung" des Gesetzes vom 23. Juli 1847 über die Verhältnisse der Juden Seitens der letzteren „nicht verschränkt werden dürfe". Eine Beschwerde der danziger Synagogen-Gemeinde über eine Anordnung des Ober-Präsidenten der Provinz Preußen hatte zu hem Bescheide Anlaß gegeben. Bekannt ist es, daß die^ Minister v. Ladenberg und v. Manteuffel in den Jahren 1848 und 1849 wiederholt ausdrücklich erklärten, daß das Gesetz vom 23. Juli 1847 außer Kraft getreten sei. Erst als die Wogen der Reaction hoch gingen, unternahmen es die Minister v. Raumer und v. Westphalen, durch eine Circular-Verfügung vom 16. Febr. 1853 das Gesetz wieder in Kraft zu setzen, wobei sie die Veröffentlichung ihres Erlasses verboten, vermutlich, weil darin die Stelle enthalten war, daß „die Juden als Religions-Gesellschaft nicht anzusehen sind." Damit sollte der Artikel 15 der Verfassungs-Urkunde umgangen werden. (K. Z.) Schönlanke, im December. (Privatmitth,) Mit dem ersten Januar k. -J. tritt im Schulwesen unserer Gemeinde eine Veränderung ein, indem der erste Lehrer der qu. Schule, Herr Louis Pulvermann, welcher bereits seit 17 Jahren an derselben gewirkt, einem Rufe der Königlichen Regierung zu Bromberg nach Polnisch Crone folgt. Die Gemeinde verliert in ihm einen tüchtigen Schulmann, welcher mit einem eminenten pädagogischen Talente bedeutendes materielles Wissen verbindet. Er hat mit dem regsten Eifer sein Amt verwaltet und Erfolge der besten Art erzielt. Außerdem hat er das Verdienst, den hebräischen und Religionsunterricht auf diejenige Stufe gebracht zu haben, welche dieser Unterricht in unserer Zeit in Anspruch nimmt. Vor seinem Abgänge betraute ihn noch ein Theil seiner Mitbürger mit der Ehrenpflicht eines Wahlmannes, und hat er, getreu seinem Charakter, auch dieses Mandat männlich und gewissenhaft ausgeführt. Er hat zur Niederlage der Feudalen Bedeutendes geleistet. Halberstadt, im.December. (Privatmitth.) Das im vorigen Sommer durch die Zeitungen-gegangene, auch in diesem Blatte besprochene Gerücht, der Justizminister von Bermuth habe an mehrere orthodoxe Rabbinate die Anfrage gestellt, ob die Bekleidung von Richterstellen durch Juden, nicht'die Verletzung wesentlicher Religionsgesetze des Judenthums zur Folge habe? war durchaus nicht unbegründet. Durch den hiesigen Appellationsgerichts-Präsidenten ließ der Herr Minister ein solches Gutachten, weil am Hofe aus dem gedachten Motive eine starke Partei gegen die Anstellung von Juden sei oder doch wenigstens dies zum Vorwände nehme, einfordern. Der hiesige Klausrabbiner Josaphat ertheilte die Antwort: Wie ein Jude als Soldat, wenn er auf Befehl seiner Vorgesetzten den Sabbath u. dergl. verletze, nicht schuldbar sei, so sei auch der jüdische Beamte gehalten, die Pflichten seines Amtes zu erfüllen. Man wird sich mit dieser Bescheidung sehr zufrieden erklären; aber fragen wird man doch nebenbei, mit welcher Stirn die sich orthodox nennenden Rabbiner andere College«, die sie nicht zu ihrer Partei zählen, mit fanatischer Wuth verketzern, wenn sie sich schließlich dennoch zu den Grundsätzen der letzteren bekennen? Herr Josaphat gehört zu den Pamphletisten, die bekanntlich wegen des „ins Angesicht" statt „vor ihm" gegen Sie auftraten, und nun dennoch solche moderne Ansichten?! Man sieht hieraus, welche Willkür unter den Neuorthodoren herrscht! Aus der Mark, 14. December. (Privatmitth.) Nachdem wir in unserm Art. vom 24. v. M., in Nr. 49 dieser Zeitung, einige Stellen aus dem berüchtigten Wahlprogramme des Superintendenten Ebelin g zu Cottbus mitgetheilt haben, fühlen wir uns nunmehr verpflichtet, das Publikum auf die „Entgegnung" des Herrn Emil Breslaur (erschienen bei Albert Heine in Cottbus) aufmerksam zu machen, resp. dieselbe Jedem — er möge unsere Auszüge gelesen oder nicht gelesen haben — aufs dringendste zu empfehlen. Herr Breslaur stellten seiner Schrift das finstere Treiben der uns feindlichen Partei in ihrem wahren Lichte dar und schlägt den neuen Ha man vom Speewalde mit Waffen, die nicht glücklicher hätten gewählt — und, wahrlich! auch nicht geschickter hätten geführt werden können. Haben wir auch jetzt schon die Wahlen hinter uns, und sind in denselben auch unsere Gegner völlig unterlegen, so dürste die erwähnte Schrift (deren vollständiger Titel unter den „Anzeigen" in Nr. 50, d. Z. zu finden) doch noch

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