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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-12-24 · Heft 52 (24.12.1861) · p. Seite 754

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 52 (24.12.1861)
Date
1861-12-24
Page
Seite 754 (sequence 10)
Language
German
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„aufgeklärten Mitwirkung und mit Ihrer Liebe für das „allgemeine Wohl, zu unterstützen und zu fördern. Die israelitische Kidel-Anstalt. Wir erhalten soeben folgendes Schreiben: Baltimore, den 20. November 1861, In einer am 3. d. M. stattgefundenen Versammlung des Comitsö. der hiesigen Jedidjah-L.oc1ge-93it>tiot^ef rourfce beschlossen, der Bibelanstalt die Summe von 6 Thlr. 20 Sgr. Pr. C. aus dem Fonde besagter Bibliothek zu fließen zu lassen. Für genannten Betrag habe ich beiliegenden Wechsel genommen. Gleichzeitig zollt das Comits dem Bestreben,, wohlseile Bibeln unter unser Volk zu verbreiten, seine volle Anerkennung. B. Goldman, Secretär. Gesammsumme: 5842 Thlr. 20 Ngr. 2 Pf. Zeitungsnachrichten. Preußen. Berlin, 10. December. Hinsichtlich der Juden zu Universitäts-Lehrämtern wurde im Ooneilium generale der Königsberger Universität bekanntlich im vorigen Sommer mit einer Stimme Majorität beschlossen, die Stteichung des die Ausschließung von Juden und Katholiken bestimmenden Statutenparagraphen bei dem Cultusminister zu beantragen. Der „Ostpr. Ztg." zufolge hat der Minister v. Bethmann jetzt entschieden, daß die Streichung, da eine zu geringe Majorität für dieselbe sich erklärt habe, nicht erfolgen könne. Uebrigens würde die jetzige Majorität im Concilium generale der Albertina eine andre sein als die des vorigen Sommers, da Ernennungen erfolgt sind, welche die damalige Minorität zur jetzigen Majorität machen. (Was ist nun für ein Unterschied zwischen dem Minister v. Bethmann und dem Minister v. Raumer? Im Uebrigen ist es ein eigenthümlicher Grundsatz, frühere Majoritätsbeschlüsse für der Berücksichtigung darum unwerth zu erklären, weil die frühere Majorität durch neuere Ernennungen glücklich in die Minorität gewandelt worden. Ein solcher Grundsatz, auf das parlamentarische Leben angewendet, und mit rückwirkender Kraft versehen, würde Alles der Illusion und Willkür anheimgeben.) Berlin, 11. December. Bis jetzt wissen wir von der Wahl zweier Juden in das neue Abgeordnetenhaus, nämlich des Herrn Leoner Reichenheim und des Dr. med. Kosch (Königsberg, Mitglied der preuß. Nationalversammlung). Außerdem bringen die Berliner Zeitungen folgendes Urtheil: „Die geistvollste Rede, die in den hiesigen Wahlversammlungen gehalten wurde, ist unstreitig die von Dr. Zunz im zweiten Wahlbezirk gehaltene; nur war sie eigentlich weniger eine Rede für eine Candidatur, als ein glänzender Vortrag für ein größeres Publikum, welches sich über die Eigenschaften belehren will, die es bei einem Kandidaten verlangen kann." Uebrigens steht es jetzt fest, daß die eigentliche feudale Partei sowohl nach Zahl als Personen eine große Niederlage erlitten hat. Sie wird im Abgeordnetenhause kaum 20 Vertreter zählen, und Wagener, von Blankenburg, von Arnim Heinrichsdorf und andere Führer werden ihr fehlen. Dagegen hat die katholische ultramontane Partei in Westphalen, Rheinprovinz und Posen viel. Terrain gewonnen, so daß sie an 70 Vertreter zählen wird. Dies sind natürlich für uns geschworene Feinde. Berlin, 14. December. Der Entscheid des Herrn von Bethmann-Hollweg in der Frage, ob es 'der Universität zu Königsberg in Zukunft gestattet sein soll, Katholiken und Juden als Professoren zuzulassen, hat hier in gelehrten Kreisen einen beinahe allgemeinen Tadel gefunden. Man fragt sich vergebens, wie die Aufrechthaltung des bekannten Statuts in einem paritätischen Staate, bei einer sich dagegen erklärenden Majorität und bei dem klaren Wortlaute der Verfassung in unseren Tagen noch möglich war. Wenn der Herr Minister glaubt, durch einen derartigen Entscheid die projectirten „moralischen Eroberungen" ins Werk setzen zu helfen, so dürfte er sich doch wohl recht arg irren. Uebrigens verlautet, daß die unerquickliche Angelegenheit vor den nächsten Landtag gebracht werden soll und daß auch diesmal wieder wahrscheinlich von der medicinischen Facultät in Königsberg die Initiative ausgehen wird. Bekanntlich war sie es, welche den Antrag auf Aufhebung jenes intoleranten Paragraphen mit Einstimmgkeit gestellt hatte. Berlin, 14. December. Eine nicht nur für die jüdischen Gemeinden des preußischen Staates, sondern auch für. die Ausführung der Verfassungs-Urkunde

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