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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-12-24 · Heft 52 (24.12.1861) · p. Seite 756

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 52 (24.12.1861)
Date
1861-12-24
Page
Seite 756 (sequence 12)
Language
German
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nicht ihre Bedeutung verloren haben, viHnehMnoch von Jedermann mit großem Interesse gelesen und v,on Keinem, ohne wahrhaft befriedigt zu sein, aus der Hand gelegt werden. — In Cottbus wurden (wie man uns von dort berichtet) die ersten 120 Exemplare von dem ungeduldig harrenden Volke unter der Presse förmlich hervorgerissen und binnen 2 Tagen waren Won, über ,ZOO Exemplare verkauft. Bis jetzt ist bereits die.dritte Auflage erschienen. Ganz besonders ist die cottbuser Judenschaft — welcher, wie man sich denken kann, das Ebeling'sche Pamphlet großen Aerger verursachen mußte — hocherfreut über den glänzenden Sieg, den Äe Breslaur'sche „Entgegnung" der. gerechten Sache verschafft . hat. — Der Dichter Hoffmann von Fallersleben schreibt an Herrn Breslaur: „Ihre kleine Schrift habe ich/mit dem größten Interesse gelesen sie verdient eine größere Verbreitung. In einer neuen Auflage müßte das ganze Wahlprogramm des Sup. Ebeling abgedruckt werden, dann würde. Ihre Entgegnung noch besser wirken. Ich werde sie übrigens hier in Umlauf setzen." — Von Seiten des reichen Banquier Mayer-Voll in Calon (Schwiegervater des bekannten Assessors Mackowe r) ist dem Herrn Emil Breslaur — zur Anerkennung seines schönen Strebens — ein höchst werthvolleS Andenken persönlich überreicht worden.. Frankreich. Riom, im November. (Nach der Ver. isr.) Der neue Proceß wegen Verführung, einer Minderjährigen, von dem wir unsere Leser schon unterhalten haben, hat sechs Sitzungen des Geschwornengerichtes des Departements Puy-de-Dome; die Verhandlungen haben eine merkwürdige, Ähnlichkeit mit dem Proceß Mallet ergeben. Es handelt sich hier um ein junges Mädchen, Sarah Meyer Linnewiel, deren Eltern eine Pro- - fession betrieben, welche beständiges Reisen.erforderte; deshalb wurde die junge Sarah von einer israelitischen kinderlosen Familie in Clermont, Namens Estener,! erzogen. Hier lernte sie die Madame Col-lat kennen,, welche fast unter den Augen ihrer Beschützer ihre Bekehrungsversuche. auf das junge Mädchen machte und sie nach dem Tode der Estener zu katholischen Priestern führte, wo sie ihr. hieß, sich ihnen zu Füßen zu werfen und um die Taufe wie um eine Gnade zu bitten. Sie war damals zwölf Jahre alt l Um diese Zeit kam ihr Vater mach 'Clermont, um seine Tochter, die nach dem - Tode der Estener provisorisch dem Collat und seines Frau anvertraut war, zu fordern; aber jetzt ließ man das junge Mädchen plötzlich verschwinden, verbarg -sie unter falschem Namen, schickte sievonIloster zu Kloster unter den mannigfachsten Verkleidungen und Verstecken; man ließ sie in eine Stadt kommen,. verborgen in dem Wagenkasten, verkleidete sie als. Maurer mit der Cigarre im Munde, und führte sie noch weiter fort/ indem man sie zwischen zwei junge Priester setzte. Dabei bearbeitete sie man fortwährend zu Gunsten der katholischen Religion, und überhäufte ihre Eltern mit den größten Schmähungen, wodurch man sie zuletzt zur gänzlichen Willenslosigkeit brachte. Der Vater mußte sich, da alle seine Nachforschungen vergeblich blieben, direct an den Justizminister wenden, auf, dessen Befehl, sofort eifrige Nachforschungen angestellt wurden,-welche, endlich zur Auffindung der Verlorenen führten. Eben so wie bei dem Proceß zu Douai hat sich auch hier wieder der bekannte Abbe Ratisbonne durch seinen Bekehrungseifer und durch die gröblichsten Schmähreden auf die Juden hervorgethan; ja es ist sogar nach den Untersuchungen ohne Zweifel, daß er wieder,, wie in dem. ersten Processe, seine Hand im Spiele gehabt, hat, so daß. ihm. der Präsident mehrere Male ernste Verweise zukommen.ließ. Leider sind in Riom von dem durch den Klerus aufgereizten Pöbel mehrfache Excesse gegen die Mitglieder der Familie Linnewiel, welche als Zeugen gegenwärtig, waren, begangen worden, die aber der verständige Theil der Bevölkerung aufs höchste mißbilligt. Zwar hat die Jury die Angeklagten freigesprochen, weil die Jndicien für eine Verführung nicht überzeugend genug waren, aber der Gerichtshof hat , sie in der Civilklage zu 5000 Francs Entschädigung an die Familie Linnewiel verurtheilt, welche große Opfer zum Wiederauffinden ihres Kindes bringen mußte; besonders hat einer der Söhne auf einegute. Stellung verzichten müssen, um sich den. nöthigen Nachforschungen zu.widmen. , Italien. Aus Öberitalien, 24. November. (Privatmitth.) Um Sie nicht allzulange auf einen Bericht aus unserer Gegend warten. zu lassen, muß ich diesmal aus

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