Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1861)
- Date
- 1861-12-24
- Page
- Seite 747 (sequence 3)
- Language
- German
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Mf Europa zu.m.^ grqßen >Theile. noch die ärgsten,- uyh Ager^.- lichsten -Beschränkungen aus,trnsllasteten. , Wer unsre gerechte. Sache; ging von Sieg, zu, Sieg; dawosie. ,noch nicht..gesiegt.-. -hat,-., iss-der.Druck,-..dpr auf derganzen Bevölkerung, ruht, -eine Rechtfertigung , und. die l Dinge stehen so, daß sie sich .nicht lange halten können.- > ÄZenn schon damals viele bedeutende Männer der.Wissenschaft und Kunst aus unsren Reihen hervorgegangen, so-haben wir., seitdem diesen Vorzug - dadurch verstärkt, daß auch für die praktische Wirksamkeit im politischen, und. industriellen, Leben, die in unsrem Stamme vorhandenen Talente sich. Hervorgethqn haben und zu wahrhaften Größen sich hcrausgcbildet. Daß zugleich die Bildung der Masse schon dadurch gewachsen, daß jene immer mehr auch in die Länder drang, welche vor 25 Jahren ihr noch größtentheils verschlossen waren, daß überhaupt in ,der jüdischen . Masse, wenigstens in den westlich-europäischen Ländern das Bildungsverhältniß ein sehr günstiges ist, kann dem, forschenden. Blicke nicht entgehen. 3»t der Zeit, von d«.y>ix..eben,.-spre.ch,r;n^,Mar,eS in.Bezug auf das Leben der Religion -selbst,, völlig todt. Gab es wohl einerseits noch eine größere Anzahl Juden, welche der strengsten orthodoren Hebung ergeben waren, so war andererseits die Religion Israels bei ihren eignen Bekennern in Mißachtung gerathen, nur ein..sehr schwaches Leben pulstrte in. ihr, und nur durch eine abgestandene Gewohnheit erhielt sie sich. Wir sind durchaus nicht geneigt, die Vergangenheit schwarz und die Gegenwart licht zu malen; aber daß der Geist in der Religion Israels neu erwacht ist, daß. sie in. ihren Bekennern wieder zum Bewußtsein ihres Werthes und . ihrer Bedeutung gekommen, daß sie sich ihre weltgeschichtliche Mission klarer gemacht als je, daß sie dadurch von Tag zu Tag mehr ihren hervorragenden Platz unter den. welthistorischen Erscheinungen einnimmt, daß sie von Neuem an.die Durcharbeitung vorzugsweise ihrer Lehre und ihrer Geschichte gegangen, daß dies hinwiederum aus ihren faktischen Bestand zurückgewirkt hat, daß ihr darum tausend. Kanzeln und schon einige Katheder sammt unzähligen Rcligionsschulen errichtet worden, daß. sie vielfältig durch Umgestaltung ihres Cultus, durch neue Co»istituirung. ihrer Gemeinden , durch die frischeste Regsamkeitauf. dem Gebiete der Wohlthätigkeitsanstalteu .sind die ^Kräftigung und Verjüngung ihres Schulwesens die bedeutsamsten Erfolge errungen hat: das sind unzweideutige Ergebnisse der letzten Jahrzehende. -J'a■' k<S'.'ckönmd7Äkeles noch anders, und besser sein, es bteihen'uns' diese.'.Wünsche und Ziele stbrM hiessift^es-abernwas-allen Bestrebungenrinnerhalb dsr Menschenlebens anklebt^ . Genug, der--Blick--/.dep, durch die Vergangenheit streift, -.richtet-sich zuverstchtlichin '-die Zukunft hinaus, voll Muthes, voll Ueberzeugung, daß ein so frisch belebtes Ringen noch große Resultate erzielen. werde. ... . j;; , |;i;- Beginnen wir daher - den. neuen Zeitabschnitt. mit dem freudigen Muthe, daß wir noch Vieles, erstreben, Manches erreichen und.-Großes erleben werden. Wir halten uns überzeugt, daß auch fernerhin die Mitwirkung ausgezeichneter Männer .und die Theilnahme. des Publikums uns verbleiben, werde. Wir schätzen< uns glücklich, daß unter unsren Mitarbeitern und Correspondenten, so Viele auch der Tod und Veränderung., der Verhältnisse von dannen geführt haben, sich noch eine.Anzahl Getreuer befindet, die noch heute uns kräftig ^unterstützen. Wir drücken diesen über die Ferne die Hand, und sprechen den Wunsch aus, daß wir noch viele Jahre .mitsammen das gemeinsame Ziel verfolgen mögen. Jtent' ettsien,März 186?. Es ist mehrseits beregt worden , daß-es..am eilsten März 1862 fünfzig, Jahre sein werden, seitdem das bekannte Judenedict vom.11.. März 1812 erlassen worden, und daß die preußischen-Juden dieses fünfzigjährige Jubiläum auf irgend eine Weise feiern sollten. Es. iss wahr, daß dieses Edict die Stellung der Juden, in Preußen wesentlich -veränderte, daß es das Schutzverhältniß aushob, sie zu Inländern und Staatsbürgern, erklärte, ihnen freie Niederlassung in.Stadt und Land und freien: Gewerbebetrieb gewährte,';ja sie sogar;zu academischen Lehr-, zu Schul-, und Gemeindeämtern zuließ, ihnen sogar die Aussicht auf den Staatsdienst, als Perspective, für. , die Zukunft eröffuete, noch mehr, ihnen „gleiche Rechte und Freiheiten mit den Christen'V zusicherte (§. 7). Allein dieser angeführte §. 7 enthielt auch schon die fatale Formel, die auch im Judengesetze vom 23. Juli 1847 .erschien, „soweit diese Verordnung .nichts. .Abweichendes, d. h. keine Einschränkung und Ausnahme, enthält." rrllub hiermit war der bürgerlichen Gleichstellung factisch der Riegel vorgeschoben, der noch jetzt nicht entfernt-ist, trotzdem die Verfassung jene Formel längst beseitigt hat, Als nun Preußen mit. wieder- und neueroberten Pro-? vinzen aus den Freiheitskriegen.stegreich hervorgegangen, wurde obiges Edict in jene nicht eingeführt, sondern die bei der Besitznahme - dasslbst gültigen^ Judengesctze in