Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1861)
- Date
- 1861-12-24
- Page
- Seite 746 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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das Judenthum berührenden Interessen charakterisirte sie sich als etwas ganz^ Neues. ( Gleich mit ihrem Beginnst gewannst sie sich daher ein sehr Ausgedehntes Fejd ,.d'as zwar "unter-' diem" Wechselnder Zeilverhaltniffe, siamen'tsichä unter den politischen Stürmen, die über die civilisirte Welt ergingen, sich bald verkleinerte, bald vergrößerte,, bald hie und da einschränkte, bald erweiterte, dennoch im großen Ganzen dasselbe blieb. Unsere Leser finden? sich von der Küste eines Oceans bisMu den Ufern des andern, und, wenn sie auch noch bei weitem zahlreicher sein könnten und sollten, da bekanntlich unfern Glaü-lbensgenossen in der Jetztzeit nicht allzuviel, und namentlich nicht was im Interesse ihres Glaubens und Stammes erscheint, lesen, so hat doch eine gleiche Gunst und ein gleicher Einfluß diese Zeitschrift bis heute begleitet. Allerdings war es uns niemals darum zu thun, blos zu redigiren und dem Publikum ein gedrucktes Blatt mehr vorzulegen — vielmehr stellen wir es uns stets zur Ausgabe, nach Außen und Innen praktisch wirksam zu sein, wesentliche Verbesserungen in den äußeren und innereil Zuständen 'und. Verhältnissen her»orzurufen, oder dochstzu fördern, dawo sich günstige oder bedrohliche Complicationen zeigten, thatkräftig einzuschreiten, oder doch Andere hierzu, anzuspornen, dadurch factische Fortschritte zu' veranlassen, und überhaupt durch Weckung der Energie und des Gemeingeistes unsere Glaubensgenossen aus jener stillen Dulderschaft, die Alles schweigend über sich ergehe)Nläßt und jener Zersplitterung herauszuschaffen, in welcher jede Gemeinsamkeit des Handelns fehlte und nur örtlich die Gemeinden für sich wirksam waren. Wir könnten hierüber eine ziemlich lange Reihe von Andeutungen ünb Doculnenteiy von denen nicht alle in die Öeffentlichkeit traten, geben. Daß sich hierbei nicht immer greifbare Erfolge ergäbest sich ’ von selbst; aber lag doch in jedem auf das gemeinsame Wohl und die gemeinsame Gestaltung ' abzweckenden Schritte, auch' wenn et momentan resültatlos blieb,. eine ''Bethätigung ' des Gemeingeistes, die schon' an sich etwas welch war und nicht ohne Folgen blieb. Auf dieser'längen Bahn Und diesem schrvierigtn 'Pfade fehlte ' es 'selbstverständlich weder an Kämpfen 'noch äst Anfeindungen.' Ja, unsere Erinnerung weilst in diesem Augenblicke bei vielen harten Streithandeln und Kämpfen,,die wir dustchzüfechten Hatlen^ von Viätbt Lenz, Joel Jacobh, KarlHermes, Staatsräth Hoffmänn bis' zu Wagenet, Sebastian Brunner' und «äderen Rittern der Reaction. Viele dieser Gegner' sind bis auf die Namen verschollen,' während sie in der Zeit ihrer Thätigkeit von Bedeutung waren. Wir find immer unter GoKes Beistand, als Sieger. OrvorgeckKgen, was -Mir' ^natürlich nrchktz unserex>:Kra^i. uttd Mehligkeit, sondern' der Gerechtigkeit^d str'Sääse zü-zusHreiNnHaM, die wir zu vertreten ünd zu führen das Glück hatten. Nicht minder stark waren die Kämpfe, die um innere Fragen des Judenthums sich .erhoben; wir übergehen sie : heute mit Stillschweigen.^ "Wenst wist' üns'gestatten dürfen, eine gewisse Befriedigung hierbei äuszusprechen, so besteht diese in dem Bewußtsein, den „Muth einer Ueberzeugung"^ sowohl?stets,.besessen^ als auch bethätigi zu haben; wir sind, wenn wir von der Richtigkeit unserer Ansichten durchdrungen waren, niemals vor irgend Jemandem zurückgeschreckt, wußten dabei so zu verfahren, daß wir wahrend unserer ganzen Vergangenheit keinen Preßöder Jnjukienproceß zu bestehen hatten, und gingen niemals mit dem Gefühle der Feindseligkeit und Gehässigkeit aus dem beendeten Streite hervor. Vielleicht geschah es deshalb, daß ein Freund dieses Blattes uns aufsorderte, die Geschichte "'der 25 Jahrgänge dieser Zeitung abzufassen und unseren £efenr311fl?6cn. Allein dazu läßt uns die Menge unserer ^drängenden Arbeiten noch nicht kommen, und mag es einem späteren Zeiträume aufgespart bleiben. . ,;. Nicht übergehen mögen wir, daß es eine schöne Gabe der göttlichen Vorsehung war, daß wahrend des ganzen verflossenen Zeitraums kein Wechsel in dem Redacieür, der Verlagshandlung und der Buchdruckerei, .dieser Zeitung eintrat, und daß trotz schweren und langwierigen Krankheiten, denen der Redakteur ausgesetzl war, eine Unterbrechung nur ein einziges Mal mit einer Nummer stattfand. Und da nun,- wenn wir einmal persönlich von uns sprechen dürfen, Schreiber Dieses' 'eben in fein'fünfzigstes Lebensjahr tritt, ihm der Muth einer langen Zukunft, das Feuer eifrigsten Streben s, dir Kraft der-Meilnahme, die Innigkeit des Interesses ihm noch nicht gebricht: so hoffen wir - unter dem Beistände G ottes, die Stelle noch längere Zeit einzunehmen, welche wir ein Vierteljahrhundert ausHefüttt — und dazu, verleihe uns der Herr Seinen Segest! >A "** J 2)ie Fortschritte, welche unsre Glanbensgenossenschast in dem zurückgelegt'cä "Vieeteljährihünver!' gemacht, sind schr bedeutend.:, lDerjenige-(-welcher sich in den Beginn desselben ganz zu versetzen,.vermag, wird dies bestätigen. Damals war die Sache der Gewissensfreiheit, der bürgerlichen Gleichstellung "kaum in Frankreich, Belgien und Holland' durchgedrungen, während in dem ganzen übrigen