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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-12-17 · Heft 51 (17.12.1861) · p. Seite 733

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 51 (17.12.1861)
Date
1861-12-17
Page
Seite 733 (sequence 5)
Language
German
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733 Juden Europas gemacht, indem z. B. dtd Ehässidem schön seit vielen Jahren das Koscher-Fleisch iNr übrigen Europa als nichtkoscher betrachten und daher ebenso wie der Karaite beim Juden außer ihrem Vaterlande kein Fteisch essen, wenn sie keinen Schochet aus ihrer Heimath mit sich führen, und am Peßachfeste kein Einziger von ihnen bei einem andern Juden essen, selbst keinen Schluck Wasser nehmen wird!! Wenn der Chassidismus mit seinem Unfug noch eine Zeit lang fortbesteht, so ist die Kluft zwischen den Chassidim und den übrigen Juden in einigen Decennien so groß und vielleicht noch viel großer, als zwischen den Karaiten .und Inden. Da die kleine Zahl der Gebildeten diesem Unglücke zu steuern nicht im Stande ist, so ist ihre einzige Hoffnung aus ihre einflußreichen Religionsbrüder Europas gerichtet, daß diese ihre Stimme gegen den Chassidismus wie gegen feine An Hänger erheben, sonst verliert die gesammte Judenheit in Kurzem den vi erten Th eil ihrer Seelenzahl auf immer und unwiederbringlich!— ' - •- ■'-■ * - ^Schluß folgt.) - " Me israeiitische Kibel -Anstair. Spenden zur Herstellung und Verbreitung wohlfeiler hebräischer und hebräisch-deutscher Bibeln: M. D. R o senberg in Cöln l Thlr.; die israelitische Gemeinde zu Samter für das Jahr 1861 3 Thlr. — Gesammtsumme: 5836 Thlr. 2 Pf. — Bereits ist die Stereotypirung des hebräischen Textes bis zu Chetubim gelangt, so wie auch die deutsche Uebersetzung der Thora im Satz begonnen worden. Literarischer Wochenbericht. Magdeburg, im December. In Paris ist ein besonderer Abdruck aus der Y6i\ isr. öon les cleicides von Cohen erschienen, eine interessante Schrift, welche in eleganter Form recht derbe Nackenschläge austheilt; ferner: Anmerkungen von Leibnitz zum More Nebuchim von Maimonides, theils in französischer, theils in lateinischer Sprache, worüber wir noch ausführliche Besprechung uns Vorbehalten. —- In .Leipzig erscheint jetzt eine neue Ausgabe der nptnn Tmit einem sehr scharfsinnigen neuen'Kommentar: (hebräisch)'von einem polnischen Gelehrten, Herrn S a lo m o n Levy. - Gaha,. lv. November. Die-israelitische ReligiönSlehre, ausführlich dargestillt von Vr. L. Philippson. Erste Abtheilung: Die Einleitung. Leipzig- Baumgartners Buchhandlung, 1861. *) Daß der Literaturverein Ersprießliches leistet, gemeinnützig wirkt und seine sich vorgezeichnete Mission, die Werke der jüdischen Literatur so weit und so viel als möglich zu verbreiten, treu erfüllt, braucht wohl nicht erst heroorgehoben zu werben. Man könnte sagen, daß die vom Literaturverein edirten Werke eben darum zu den besten Erzeugnissen. ber heutigen Literatur gehören, weil so wenig über sie geschrieben wird. Eine der werthvollsten Gaben, die wir diesem segensreichen Institute zu verdanken haben, ist unstreitig das in der Überschrift genannte Buch. Der Leser zeihe uns nicht der Sünde der Vorschnelligkeit, schon beim Erscheinen des ersten Bandes, der uns in das Innere der fortzusetzenven Bände erst einführen soll, auf dieses geschätzte Werk' aufmerksam zu machen, denn man ist allerdings schon im Vorhinein itn Stände, sich beim sorgfältigen Lesen dieser' Einleitung ein Ürtheil von dem Geiste zu bilden, der das Ganze durchwehen wird; man ist im Stande, gleich an der Blüthr die ganze'zukünftige Frucht zu erkennen. Wie alle Merke des' geehrten Herrn Vers., steht auch dieses Büch auf der Höhe der Zeit, d. h. es ist nicht noch ein Buch der Religionslehre, das sich den andern Religionsbüchern anreiht und coordinirt, welche diese höchste Angelegenheit des Herzens isolirt und ohne Rücksicht auf die Strömung und das Bedürfniß der Zeit behandeln; das vorliegende Buch ignorirt alle srühern Erscheinungen' auf diesem Gebiete , und wandelt auf eigenthümlicher Bahn, welche sich sein Meister gebrochen dadurch , daß er die Wissenschaft einschlägiger Gebiete be- *) Unsere Leser wissen, daß wir nicht gewohntHnd, würdigende Kritiken unserer eigenen Schriften inWiese Blätter aufzünehinen. Wir vermeiden dies, um nicht den Schein des' Selbstlobes hervorzubringen. Wir machen diesmal eine Ausnahme, Neil es ein Werk gilt, dessen ausgedehnte Verbreitung und Wirksamkeit uns besonders am Herzen liegt, und die Kritik von einem Manne herrührt, der keiner Partei angehört, sondern seine Ueberzeugung selbstständig und muthig auszusprech'en gewohnt ist. Wir ergreifen übrigens diese Gelegenheit, unfern tiefgefühlten Dank fürdie würdigenden Schreibenüuszusprechen, die uns von einsichtsvollen und unparteiischen Schulmännern, wir nennen z. B. den. Herrn Rector Masur in Jnowraclaw, zugekommen sind. Sie muntern mich auf, trotz vielfachen Schwierigkeiten, welche mein Gesundheitszustand mir schafft das Werk der Beendigung zuzuführen.! Vr. L. Philippson.

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