Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 50 (10.12.1861)
- Date
- 1861-12-10
- Page
- Seite 715 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Homer 2× ep/1025156
- Agen 1× ep/1043981
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745 Könige geehrt^und. .wHMüor Myen^nieMtzefallen als ob? sie wirklich Götter wären. ,Von, Denjenigen, welche so I Mäße Mohlt^aten erzeigen kannten,. wie die Könige,, hsit- M Die 'an^nbmmen,.,. rbaf;I fe der Natur der ©öttcrJ i^eii^aftig "jfeteri''' (I, r 90(>). Nach der Lehre der Maischen.Mrie'^r,^'stammten, ihre. Könige,..nicht .allein. von den Göttern ab, sondern sindselbst. Götter. Sie. hießen' nicht blos!'Söhne Ammons, Söhne. her Sonne, sondern 'sie. sinh ihren Unterthauen diese .^Sonne selbst,; welche der Welt' geschenkt.'ist", welche üher. dem? Lande strahlt Änd Segen' und, Gedeihen ^gjebt, ^e'^jind.„Spenher^'des Lebens"' wie,chtt.,Ro.nyengott,u^f..,w.> ja, sie wut'den selbst von den Göttern.gepflegt und bedient, wie tote Darstellungen "inunt>, rCp.fltdjie.n oicCfa^ sehen hassen.'" Diese.stZorsjellung der ^legypter reicht bis in hie älteste'Zelt der Pyramiden ,.* atfo, lauge vor der f ' ’ j > *f :; ’lj j / 3i fy r $ j V i '/ * - 1 ■; 1 1 i .( J ' *■ i' *■ * * * 1 ■ ■ J ■*; \J Auswanderung ‘ Israels, hinab, underhielt.sich über die Ptolemäer bis'.zu'"den römischen.Kaisern hinaus.. Die hessischen 'Könige verlangten' nicht .nur eine.ähnliche Verehrung ,' sondern verhängten^ .nicht etwa bei offenbaröv'Älderse^lichkei^^söndern,. wenn in leisester Meise .ihrcm Willen oder ' Mbst^ nur ihrem Wunsche nicht unbedingt ' Genüge;geschah^' die. scheußlichsten..Strafen,, wie sie die' Geschichte' in den rohesten. Zeiten nicht härter aufzuweisen hat. — Aber auch bei den Griechen war die gedachte Vorstellung die ursprüngliche.; .Bei Homer, wird den Königen aufs häustgste die Bezeichnung öioysy^g, von Zeus erzeugt, beigelegt, womit nicht sowohl die wirkliche Abstammung, alsdaß sie von Zeus., eingesetzt, geschützt MMitzt'stnd,'a^ soll, ...HesiodMhepg, $6) nwttt..sie" ix JiogJ'fiamiijeQ. Dies ist um so prägnanter, als bei Aeschylüs' die'Götter selbst., (steot ..dioytvfig heißen. Sn gleicher Weise wird den Königen bei Homer das Beiwort dtoTQ£(prfg, von Gott genährt, .gepflegt, geschirmt gegeben., und.noch -Pinpar besingt sie-.als! UqoI ßaoiXug „heilige,. geheiligte Mnige.7 - i: > ^. - - ,, Menu, wir demnach hier micht zu, Untersuchen haben, in wie.fern, die. geschilderte Vorstellung, in der monarchischen Verfassung überhaupt berechtigt sei, und in der mo- HK noch iw-BM.nßtseinch.eL'.Völker.liege/; so geht dpch ausz der ohigen; Untersuchung .klar hervor, daß sie Hein Erzeugniß des Judenthums, sondern bei allen.alten Völkern, vorhanden gewesen,, vielmehr erst von diesen in Israel übergegangen, sei < - Wir glauben dies , so klar und zweifellos nachgewiesen zu haben, daß wir mit. Recht abermals, die Warnung herausziehen, könnenhinsichtlich dessen, was man dem Judenthume zuschreibt, vorsichtiger.zu sein, um nicht immer wiederholt der Wahrheit ins Gesicht zu schlagen:! . '''{\ '1 ' Ferstrellte Bemerkungen. Wir entnehmen ferner den Tagebüchern V a r n H agen van Ense's folgende Notizen. Am 19ten April 1841 bemerkt er: „Ein jüdischer Arzt hier, Doctor Berr, wünschte an der hiesigen Universität Vorlesungen 'zu halten: Der König hat esihm nicht erlaubt,'um nicht gegen' die Verfügungen des verstorbenen Königs anzustoßen, der' nicht gewollt, daß ein Jude ein Lehramt habe. Man setzt diesem Grunde die Bemerkung entgegen, daß doch schon Manches', was der verstorbene König verfügt, abgeändert worden , und noch Vieles werde geändert werden.^ (Wir fügen hinzu, daß jene Verfügung Friedrich Wilhelm IH. gegen das von ihm selbst erlassene Gesetz vom 11. März 1812 verstieß, wo den Juden die Professur zugesagt worden.) Am 14. September 1841 erzählt er: „Heine hat sich in Paris mit Hetrn Strauß auf Pistolen geschlagen, und ist an der Hüfte vetwusidet worden. Seltsame Leute, geborene Juden, die es gär nicht nöthig haben, borgen sich ein Vorürthtil von den Gojim, und brechen einander die Hälse." (Somit hatten Heine und Strauß mit ihrem Judenthume keine „Vorurtheile" abgelegt, sondern dergleichen angenommen.) Ich weiß nicht, ob ich meinen Lesern schon die Anekdote erzählt habe, die unter mir bekannten Personen vorfiel. Bei einem alten orthodoxen Rabbinett aus ächtet alter Schule verklagte sein Sohn einen verwandten Knaben, daß er am Sabbath einen Sechser ausgegeben. Der . alte Rabbiner antwortete : Das ist nicht wahr. Und als sein Sohn erwiderte: Ich habe es doch gesehen, sagte er: Du hast auch nichts gesehen. Und als der Sohn fortfuhr: Ich war doch dabei gewesen, lautete die Einrede des Rabbinen; Du warst auch nicht dabei gewesen; das thut kein Jude^ Wenn nun hiermit' die Verketzerungssucht der Neuorthodoren verglichen wird, wie sie die Spionerie aufs Aeußerfte treiben, Lug und Trug zu Hülfe rufen und als wahre „Verleumder im Volke uinhergeheu") so wird Jedermann sie nicht mehr Orthodoxe, sondern Antiorthodore benennen. Der Rabbiner Hirsch in Frankfurt am Main perhöhnt alle Diejenigen, welche die concrete Erscheinung des Judenthums von den mittelalterlichen Mißbräuchen reinigen und 50*