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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-12-03 · Heft 49 (3.12.1861) · p. Seite 706

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 49 (3.12.1861)
Date
1861-12-03
Page
Seite 706 (sequence 8)
Language
German
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WWMB UWKW^N \--rm «“«" ' ■ m seitS an das Ministerium des Innern petitionirt worden, den Termin für die Abgeordnetenwahlen, — welche laut, bisheriger,BestiVMUNg-uu^einemKeLtNig (6ten December) stattfindenso llen, -— aufeinen andern Tag zu verlegen, weil sonst bei der jetzigen Kürze des Tages die jüdischen Wahlmänner da und dort vom Sabbath überrascht werden könnten, bevor der Wahlact beendigt wäre. Herr Graf S ch w eri n hat; a bl e hn e n d geantwortet, .indem er wohlwollend die Gründe auseinandergesetzt, wamm eine Verlegung auf früher oder spater unmöglich, schließlich aber noch hinzugefügt, wie seinerseits schon dafür gesorgt sei, daß allenthalben mit dem Wahlgeschäfte so zeitig als nur irgend möglich begonnen würde. —- Auö der Mark, 24. November. (Privatmitth.) In einem Flugblatte, welches Seitens des/yberpfarrers und Superintendenten Ebeling zu Cottbus bezüglich der Wahlen veröffentlicht wurde, befinden sich folgende Stellen.: „Die Feinde der Ordnungen Christi reden für/die Gleichberechtigung, aller religiösen Bekenntnisse im Staate, d. ch. die Juden sollen nicht blos Dorfschulzen, sondern Bürgermeister , Landräthe, Richter und Minister werden. Ein jüdischer 'Geldmonarch ^ersteht sich von selbst." 7-7-.. ,,Ejn..chrHltzher'.LandvSherr^, der' in feinem, Lande Iu d en zu Obrigkeiten üher feines christlichen UntertHanen, setzt, .handelt gegen Christumvund führt Streiche gegen seinen eigenen Thron. Solche, die den König dazu drängen möchten , dürfen wir weder zu Wahlmännern,, noch zu Abgeordneten wählen." — „Ein lautes, wüstes Geschrei ist in unserm Lande jetzt gegen das H e r r e n h a u s gerichtet. Warum schreien die losen Leute denn so? Das Herrenhaus ist auf der vorigen Landtagsfitzung fest und entschiedet und mit gründlicher Darlegung seiner Motive gegen die Pöbelehe, die Judenherrschaft, die Ueberlieferung unserer Schulen an I uden und ab - gefallene Christen und die Aufhebung genossenschaftlicher Ordnungen im Handwerkerstande ausgetreten." — „Daß der Haufe Derer, die gegen das Herrenhaus schreien, groß ist, darf uns nicht beirren; denn der Haufe Derer,.; welche nicht für B ar n a b a s, den Mörder, und gegen Jesum geschrien haben, ist auch groß gewesen. Es giebt in unserer Zeit in der ganzen Welt keine politische Körperschaft, welche mit so tiefer Einsicht, mit so patriotischer Hingebung/.und sp/ lauterer UneigennützigLM sich Mer .die tiefern/foojalen Fragen ^derMegenwart^ ausgesprochen .hat-: wie unsn Herren h ä us^st. <— - — jDas!cheißt deutlich von - der Lunge geredet! . Und trotz dem: und - trotz alledem sind in Cottbus wie - in der ganzen. Umgegend die.! Wahlen größtenth'eils l t berat ausgefallen. Dasselbe Resultat haben die Wahlen in der ganzen Provinzgehabt, — sogar auch an den Orten,: wo ganz kurz vor dem Wahltage noch Schuhmacher-Panse als Gast aufgetreten .und. Reden gehalten. --- Daß letztgenannter Herr im Kreise Reichenbach zünftlerisch-reactionärerseits. dem Hin. Commercienrath Reichenhe im als Gegencandidat aufgestellt wird, dürfte. Ihnen wohl schon bekannt geworden sein. : - - Oesterreichischer Kaiserstaat. Wey> W. November. (Privatmitth.)' Es ist ein parlamentarischer Gebrauch, über' Fragen, die in der Schwebe, -sich befinden, und noch - nicht ausgetragen sindkeine - Debatte-.W - eröffnen.! :Jch habe -damrtt übel! die Verhandlungen, zwischen -der sogenannten orthodoxen Fraction in der hiesigen Gemeinde und-dem Vorstande geschwiegen. Nachdem jedoch von der Predigtkanzel .und von Seite. der/ 'jüdischen Journalistik aufdiese Vorgänge hingewiesen wurde, so halte ich es für eine- Pflichtdem großenLesekreise Ihrer Zei^ tung von dieser Bewegung. in' der Gemeinde, Nachrichtzu'gehen. : c.< ..; Um nicht den Raum dieser Zeitung in übermäßiger Meise, in Anspruch zu nehmen., muß ich .auf Wolfs Geschichte der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde verweisen. In derselben, wird nachgewiesen, daß es hier keine Reformpartei in dem Sinne wie .in Berlin giebt und die sogenannte, orthodoxe Fraction ist' hiernicht so compact und streng gegliedert-, wie B. in Hamburg anderseits auch zelotisch. Es finden sich in derselben Personen, die an Sabbathen bei offenen oder gesperrten Läden ihre Geschäfte versehen, die das rrns -17iv nicht beachten und die nicht - wie König David sich, mit rnbötia beschäftigen und sich über ms n-nbrr hinwegsetzen. Orthodoxie . und Reform bestehen blos im Gotteshause.' In. dem ' Bethause der sogenannten Orthodoxen werden alle Piutim rc. gesagt, in den beiden Gotteshäusern der. Gemeinde wurden nur die wichtigsten Piutim in die Liturgie ausgenommensonst tragen diese den orthodoxen.

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