Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 48 (26.11.1861)
- Date
- 1861-11-26
- Page
- Seite 694 (sequence 10)
- Language
- German
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auf-/das AeMge-M-riOMch- Kleinliche-)biefe& Gegevstandesi wollte: erlibie Klägerinnen-an ein anderes Forum weiftrr/ :.wMus/WLMcht:Mgingewp er konnte .sichudaher derBeilegUng eben, so.:rvenig/ wie bei. einer andern - ihm', vorgebrachten! Klage-: entziehen, und das Urtheil. fiel - - zu- Gunsten der Klägerinnen aus. Diese bestanden: nun -darauf>? daß es rn der Synagoge/zur allgemeinen Darnachachtung publieirt. werden. .In: so fern j trat der Herr Rabbiner immer nur: noch als „Rich- ,ted": aufi."r Daer nunmehr genöthigt war, /die -Crinoline ans-der Synagoge als --Richter" zu verweisen,:-so wollte-er-.'zugleich alsGeistlicher^: beiläufig folgende Worte hinzufügen:. „Die Mütter mögen ihren Kleiderlurusüberhaupt, mäßigen und das. darauf .zu verwendende Geld. zu.Werkm der.Liebe, für die zahlreich an den. eben damalsgrassirevden Maseru darniederliegenden: Kinder armer Eltern -verwenden." : n :; Aus dem , Angeführten geht jedoch, hervor, .daß: der Herr Rabbiner vorerst-nurFriedens:-, und-nicht als Sittenrichter gegen die Crinoline austrat, oder vielmehr sanfzutreten-genöthigtwar.; Angenommen aber, der Herr Rabbiner hätte den Crinolinenunfug als geistlicher Oberhirt' einzig undallein wegen - Verletzung des- ‘ Schamgefühls (?) gerügt , wäre - denn das ein so himmelschreiendes Verbrechen von seiner Seite gewesen? Wir lasen es ja in den Zeitungen, daß die. Königin von England der Crinoline (zwar ohne ihre Flotte auslaufefi zu taffen) den Krieg erklärte; wir lasen ferner, daß' an mehreren' deut/chen Theatern aus Rückfichten derSchamhaftigkeit und Sittlichkeit (?) den Schauspielerinnen das Tragen der Crinoline nicht gestattet wurde; und, das -G o t.t e s h aus sollte diesen Rücksichten weniger Rechnung tragen dürfen, als die Bühne?! : - > .Allein. es giebt hierLeute, obgleich äußerst wenige, denen , der Herr Rabbiner (nicht etwa aus - moralischen Gründen) , nicht genehm ist; diese Wenigen waren, es auch, welche ihm schon vor seiner HierherkunftDrohbriefe, Pasquille - u. dergl., zusandten, und -ihn in der Th.at in seinem Entschlüsse, hierher. zu kommen, wankend gemacht hatten, bis ihn der einstimmige, wiederholte und dringende( Ruf der. ganzen Gemeinde zur Uebernahme feines Postens, .bewegen mußte. Indessen lauert: man auf jeden seiner. Schritte, -- sucht - „Unzufriedene" zu. werben- und kaum warder hannlose Vorfall .mit' der Crinoline bekannt, . als .man die Parole: Chassidismus! Reaction! hören ließ; durch alle Zeitungen wurde es-- ausposaunt! Alle Claffen. des - hiesigen? Publikums-sahenmit EntrüstungÄuftdieseS Treiben ^dem HrmMabbinen zwang: eSmur ein mitleidiges Lächeln ab. ^. Der/Zweck wurde'nicht erreicht;? unser Rabbiner hat an Achtung und Liebe: gewonnen. Da/geht man nun einen Schritt weiter. Verleumdung ist es, daß der Herr Rabbiner die chassidischen Betlocale besuche; er hat noch nie ein solches betreten. Er hat den ,^Rebb es " keine Besuche gemacht, da es keine solchen iw Krakau giebt, und eine andere galizische Stadt hat er noch nie gesehen. Aber er „coquettirt mit den Chasfidim", heißt es weiter; der Herr Rabbiner hat die üble Gewohnheit, jeden Menschen höflich und.wohlwollend zu empfangen, hierin macht er keine Ausnahme zwischen'einem Ehassid und einem andern Sterblichen. Uebrigens darf man sich unter den h i er o rti g en Chässidim keine „Buschmänner/^ vorstellen; viele stehen an Bildung Manchen nicht nach, die nichts weniger als Chassidim sind. Aber was will der Cörrespondent mit all 2)em bezwecken? Nun, er sägt's bald heraus: die Direktion des zu errichtenden Seminars für irgend einen „Auserwählten". Noch eine Frage müssen wir an die Gegner des Hrn. Rabbiners richten. Meser/hatfwiechekannt^fein Äützchmerk auf sö manche öffentliche Anstalten der Gemeinde, vorzüglich auf die Schule, nicht etwa auf die Talmud- Thora-Schule, sondern auf die, in welcher bei Weitem mehr Zeit aufs Deutsche und Polnische, als aufs Hebräische verwendet wird, gerichtet; er hat in seinen öffentlichen Reden und bei sonstigen Gelegenheiten dieser das Wort geführt, namentlich an den letzten Feiertagen in allen: Synagogen publiejren undveinssn-Austustanden Synagogenvorstand affichiren lassen, worin er die Eltern nachdrücklich: ermahnt, die Kinder in diese Schule zu schicken; er selbst hospitirt die Schule fleißig m s. w., warum steht von der Crinoline so viel, und von Diesem kein Wörtchen in irgend ein er.Zeitung? Wir wollen das kurz beantworten. Wenn so was in den Zeitungen zu lesen wäre, so müßten die Leute-denken, daß der Herr Rabbiner doch kein solcher Finsterling sein müsse.*) Rußland. Warschau, 12. November. - Wie schon telegraphisch durch die öffentlichem Blätter: bemeldet worden ist, wurden in der. Nacht voru zum 11. Nov. /der-Mber- ' *)' Zu obigenr ÄrÄel bedauertes wit nür / 'daß 'die Einsender' sich zwar uns genannt/aßet ihreMämeN Unter ihm! nicht: -abgedrückt haben, ihn also, nicht vertreten: wollten, und. dasi der Raum di.-M: nicht genügte, die, weit-