Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 48 (26.11.1861)
- Date
- 1861-11-26
- Page
- Seite 693 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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m Volke - keinen ^rechten uPoden^nrehi chat^r^DeröftüM . Vorsteher der. israelitischen;; Gemeinde in Angenrvde, Herr. Gutkind Rothschild p ist Mitglied des.OrtSvorstandes>. zu welchem das Vertrauen und die wohlbegründete Achtung! seiner - Mitbürger: ihn vor Jahren schon erwählt hat. ' ' K. ll. - München, 15. November. Der Königliche Landtagsabschied enthält auch die Königliche Zustimmung zu dem von beiden Kammern über die Verhältnisse der Juden votirten Gesetze. Mecklettburg-Schwerin, 13. November. (Privatmitth.) Die Handwerker-Curie der Rostocker Bürgerrepräsentation hat die Zulassung der Juden in Rostock beantragt. Bis dahin ist nämlich der Ausschluß der Juden von der Niederlassung in beiden mecklenburgischen Seestädten, Rostock und Wismar, noch immer aufrecht erhalten. (Diese, unfern Glaubensgenossen so günstige Stimmung ist in Rostock aus der auch öffentliche ausgesprochenen Ansicht hervorgegangen, daß der dort gänzlich darniederliegende Verkehr durch die Niederlassung von Juden sich heben würde. Auch hier ein'Beweis, ' welche seltsame Widersprüche gerade unsere Zeit zusammenwirst. In Preußen rufen die Zünftler: die Juden verderben uns, — und in Mecklenburg: nur die Juden können uns retten!) Preußen. Aus Preußen, 17. November. (Privatmitth.) Wenn diese Zeilen im Druck erscheinen, ist die Aufgabe der preußischen Urwähler gelöst, und die Wahlmännerwahl geschehen. Und. das wird recht erfreulich sein, denn dieser Lärmen, die Aufregung Und das Geschwätz über die Wahlen wird Einem nachgerade überdrüssig. Man kann es nicht verkennen, daß die Parteileidenschaften in Preußen bedeutend gestiegen sind, die verschiedenen Parteien sich schroffer gegenüberstehen und erbitterter kämpfen. Schlimm ist .es, daß wir Juden gewiß wider unsren Willen auf eine Weise hineingezogen worden, die uns nur betrüben kaum Waren die Reactionäre erboßt, daß man uns die Kreistage eröffnet und das Recht des Staatsdienstes wenigstens - principiell zugestanden hat, so Hat der Umstand, daß gerade die beiden' jüdischen- Abgeordneten (Reichenheim und Veit) gegen; die - dem; Handwerkerstande; sehr willkommene Gewerbeordnung vom 9. Februar 1849 agitirten, die den Feudalen höchp angenehme Veranlassung 'getzebm, die Juden überhaupt .als! die -Urheber und Verfechter der unbedingten Gewerbefreiheit hinzustellen-l und sie hiermit zum Prügelknecht für die Handwerker zu machen. Man glaubt, nicht, wie sehr dadurch der Judenhaß im Volke wieder aufgefrischt worden, und in jeder -Bier- und Schnapskneipe kann man jetzt wieder die^ heftigsten Declamationen gegen die Judenherrschast vernehmen. Es läßt sich voraussetzen, daß dies-auf-die Stimmung des Abgeordnetenhauses Einfluß üben wird, da ja auch ein großer Theil der Liberalen nur sehr zweideutige Freunde sind. Wirwürden demnach nachdrücklich'-r athen, während der ersten Session dieser Legislatur keine Petition in irg end ei n er jüdi sch eu A ttg ele g enh eit an das neue Abgeordnetenhaus zu richten, bis die Physiognomie desselben erst deutlich zu erkennen und jene Leidenschaftlichkeit imVolke wieder abgekühlt sein wird. ' Oesterreichischer Kaiserstaat. .. Wien, 15. November.. Das im Jahre 1849 erlassene Verbot von Drucksachen in jüdisch-deutscher Schrift ist wieder aufgehoben. Wien, 15. November. Nach, der' „K. Z." ist hier bereits die Rede davon, daß das sogenannte Religions- Edict, wie es das erwähnte Comlts aüsarbeitete, einer Revision unterzogen werden soll, damit es-nicht total scheitere. . ' / Krakau, 28. October. (Erwiderung.)In dem Artikel No. 43 dieser Zeitung aus Krakau wird unser hochverehrter Herr Rabbiner angegriffen, zu verdächtigen und zu verdunkeln gesucht. — Mit dem leichten, aber feuergefährlichen Geschütz: der Crinoline, wird der Kampf eröffnet. 'Gestatten Sie, Herr Redacteur, Ihnen den! Ursprung dieser so oft ausgebeuteten Crinolinengeschichte so kurz als möglich jedoch wahrheitsgetreu zu erzählen.. Bekanntlich ist - ein Rabbiner hier zu Lande nölens völeiis auch ein tzussi-Friedensrichter. Nun kamen im Juni l. I. mehrere Frauen zu unserm Herrn Rabbiner mit der Beschwerde, daß. sie in der ohnehin kleinen Frauenhalle der Synagoge von einigen becrinolinten Nachbärinnen an ihren theuer bezahlten Plätzen beengt! und nach Undnach - verdrängt-würden, und baten um Schlichtung dieser „Rechtssache". Im Hinblick 48