Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 48 (26.11.1861)
- Date
- 1861-11-26
- Page
- Seite 692 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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der Gerneuten, sowie.in vielen einzelnen Unionsstaaten, ebenso int Australischen Parlamente und in den dortigen Provinziallandtagen, z. B. Melbourne. Die Redaction der A. Z. d. Jud.) Mannheim, 10. November, Soeben kommt uns die Trauerbotschaft zu, daß der Stadtrabbiner Präger seinem. Brustleiden erlegen ist. D.ie, „Karlsruher Zeitung" berichtet über sein Leichenbegängnis vom obigen Datum: Diesen Nachmittag wurde die. Leiche des verstorbenen Rabbiners Präg er zur. Erde bestattet. Ein Leichenzug, wie er selten hier vorkommt, folgte dem Sarge. Der Kreisdirector, großh. Beamte, der Oberbürgermeister und Mitglieder des Gemeinderaths, die Geistlichkeit und die Volksschullehrer der katholischen und evangelischen Confession, die Professoren des Lyceums und der hohem Bürgerschule, Gesangvereine, die am Grabe den letzten harmonischen Nachruf brachten, schlossen sich den israelitischen Rabbinern, der Schuljugend, vielen von auswärts gekommenen Freunden und Verehrern des Hingegangenen und der großen Schar der hiesigen Gemeinde an, um den Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. Eine religiöse Feier in der herrlichen neuen Synagoge beschloß nach der Rückkehr vom Friedhof das Leichenbegängniß, bei welchem >urch fremdes Wort und eigenes Gefühl Jedem klar wurde, welch' reicher Schatz redlichen Strebens und menschenfreundlichen Wirkens hier zu Grabe getragen worden sei. Württemberg, im November. (Privatmitth.) Der Rechenschaftsbericht unserer Waisenanstalt „Wilhelmspflege" pro 1860/61 liefert wieder erfreuliche Mittheilungen. Die Anstalt beherbergt 28 Zöglinge und „vier" Mädchen in der weiblichen Fortbildungsschule. Der Unterricht und die Erziehung nehmen unter der Leitung des Waisenvaters Herrn Lieb mann einen gedeihlichen Fortgang und die Bemühungen des unermüdlichen Vorstands „Adolph L e v i" werben der Anstalt immer neue Freunde und Gönner. An Stiftungen sind in diesem Jahre angefallen: 1105 fl. 24 kr., das Vermögen der Anstalt beträgt 43,772 fl. 40 kr., darunter: 16,100 fl. an Liegenschaften und Hausgeräthen und 27,672 fl. Kapitalien, Das) Vermögen hat ferner um 1617 fl. zugenommem — Das Nabbinat Buchau ist dem Rabbiner Herz in Jebenhausen übertragen worden. Das Rabbinat, Weite rs h ei m -isti ausgeschrieben, und wird einem. Ausländer'^übertragen' werden.. Herr Steiner inLauphenn, Israel. Ärmenkaffenverwalter daselbst, hat von Sr. Majestät dem König das silberne Verdienst-Medaillon erhalten, dasn von, dem K. Bezirksbeamten ihm feierlichst überreicht wurde. Der Gesetzesentwurf über die politische Gleichstellung der Israeliten ist bei der Kammer der Standesherren noch , nicht zur Verhandlung gelangt, wenn er nur nicht wieder ad calendas graecas vertagt wird. — Die Israeliten in Heilbronn haben die Erlaubniß zur Gründung einer eigenen Synagogengemeinde erhalten und wird, der Rabbinatsfitz i des Bezirks Lehrensteinsfeld wahrscheinlich dahin verlegt werden. Heilbronn ist auch eine von den Städten, die die Juden mit Feuer und Schwert aus ihren Mauern verjagt haben und in welchen sich nun wieder der israelitische Cultus eine Stätte gegründet hat. — In Göppingen haben die Israeliten einen jüdischen Leseverein gegründet, der neben geselliger Unterhaltung sich.auch die Verbreitung guter Schriften aus der modernen jüdi- . scheu Literatur/zur Aufgabe gestellt hat. — In Ulm besteht schon seit vielen Jahren ein ähnlicher Verein, der bis jetzt unter der Vorstandschaft des Herrn Oberjustizprocurator Heß blühte, und dessen Leitung nun Herr Di*. Leb recht übernommen hat. Aus Oberhessen, Kurhessen, November. (Privatmitth.) In Angenrode, Kreisamtsbezirkes Alsfeld, im Großherzogthume Hessen, einem von vielen Israeliten bewohnten Dorfe, in welchem'diese fast die Hälfte der Einwohnerzahl bilden, fand am 18* October d. I. die Einweihung der restaurirten und durch Neubau erweiterten Synagoge statt. Die Feier wurde in der würdigsten Weise vollzogen. Hr. 0r. Bamberger, Sohn des dortigen Lehrers und Zögling des Rabbinenftminars in Breslau, hielt die Einweihungsrede und erntete allgemeinen Beifall. Was von dieser Feier besonders hervorgehoben werden muß, ist die freundliche Betheiligung der christlichen Bewohner des Ortes. Die an der Straße, durch welche der schön geordnete Zug sich bewegte, wohnenden Christen hatten gleich den Israeliten ihre Häuser decorirt und die sämmtliche christliche Einwohnerschaft des Orts war festlich gekleidet. Auch die Kreisamtlichcn Behörden in Alsfeld betheiligten sich an der Feier in hervorragender Weise. Bon solchen Vorgängen.muß Act genommen werden, da sie Belege dafür sind, daß das eigentliche Rischus im