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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-11-26 · Heft 48 (26.11.1861) · p. Seite 690

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 48 (26.11.1861)
Date
1861-11-26
Page
Seite 690 (sequence 6)
Language
German
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690 vom Vater auf den Sohn überlieferte ist,-verübeln dürfe- und darum Duldung und Liebe - auch > gegen Andersgläubige üben müsse. Dem bluttriefenden Mahne gegenüber, daß Jeder, seinen Glauben allen Anderen aufzuzwingen, die Pflicht und das Recht, und darum sie mit allen Waffen zu bekämpfen habe, lehrte Lessing nicht, daß Jeder die Ueberzeugung von der Wahrheit seiner Religion aufgeben, und allen Religionen diese zugestehen müsse, sondern nur, daß, weil ein Jeder gar nicht anders könne, als diese Ueberzeugung haben, auch Niemand den Andern darum anfechten dürfe, vielmehr/ ihn ruhig darin belassen solle. Der Richter bestreitet Niemandem von den drei Klägern das Recht, so zu glauben, er zeiht sie des Jrrthums nicht, -und will sie nicht bekehren, wohl aber spricht er ihnen bas Recht, deshalb sich zu befehden und zu processiren, ab, sondern will, daß sie die Kraft ihres Ringes durch die Uebung der Liebe und Duldung erweisen. So verstanden, hat die Erzählung selbst für den Gläubigsten keinen Anstoß, und wir Juden können uns immerhin der Ebenbürtigkeit freuen, welche Lessing dem Judenthume einräumt, worin ihm noch heute wenige Nichtjuden zu folgen bereit sind." Die israelitische Aibel-Anstalt. Spenden zur Herstellung und Verbreitung wohlfeiler hebräischer und hebräisch-deutscher Bibeln durch: A. Moos, Lehrer in Bocholt, ges. von: Liebreich und Wein holt das. 1 Thlr., S. C. Cohen zun. das. 15 Ngr., Levi Spier das. 15 Ngr., A. Moos, Lehrer das. 10 Ngr., D. H o ch h e i m e r das. 7 Ngr. 6 Pf., Levi Cohen das. 5 Ngr., H. Gumpfel das. 5 Ngr., Phl. Spier das. 5 Ngr., S. Benjamin das. 5 Ngr., H. M. Cohen das. 5 Ngr«, A. Cleffmann in Rhede 5 Ngr., zusammen 3 Thlr. 17 Ngr. 6, Pf. — Gesammtsumme: 5832 Thlr. 2 Pf. Literarischer Wochenbericht. Frankfurt a. d. Oder, 13. October. Ludwig Stern. Deutsches Lesebuch für israelitische Schulen, III. und IV. (Stuttgart 1861.) — Ueber die ersten beide n Abtheilungendieses Lesebuches („Bilder für Kopf, Herz und Sprache" und „Bilder aus der Natur- und Gewerbekunde") haben wir bereits in dieser Zeitung referirt. — Jetzt sind auch Abth. HI.: „Bilder aus der Welt-, Länder- und- Völkerkunde" und - Abth. IV.: „Bilder aus' der allgemeinen - Geschichte" erschienen und Uns zugesandt worden. — Was Abth. III. betrifftso mti hält sie in 46 Lesestücken — unter denen 9 poetische — höchst anmuthige Bilder aus allen Th eilen unserer Erdoberfläche, unter welchen -— was gewiß anzuerkennen — unser deutsches Vaterland die erste Stelle einnimmt- resp. den größten Raum ausfüllt. Mit dem bekannten Gedicht „Die Himmel erzählen Gottes Ehre" eröffnend, find die übrigen 45 Stücke derartig gruppirt, daß No. 2 das „ W e l t g e b ä u d e" im Allgemeinen betrachtet (Hebel), 3—20 mit Deutschland, 21—34 mit dem übrigen Europa, 35 — 41 mit den andern Welttheilen sich beschäftigen, und endlich 42 — 46 Geognostisches, Hydrographisches rc. liefern. Speciell Jüdisches enthält diese ganze Abtheilung nur ein einziges Stück, nämlich die No. 36, Hn welcher der Herausgeber — unter dem gut gewählten Motto von Josua 5, 15. — eine kurze, aber doch ziemlich vollständige Beschreibung Palästinas in geographischer rc. Beziehung liefert. Im Uebrigen finden wir den Zusatz „M israelitische Schulen" auf dem Titelblatte nur in so weit gerechtfertigt, als nirgends etwas „Anti-Jüdisches" vorkommt. Am Schluffe des gedachten Stückes über P a l ä st i n a hätte Herr St. übrigens auch der wohlthätigen und nützlichen Institute gedenken mögen, welche während der letzten zwei Jahrzehende im heiligen Lande von und für Juden gegründet worden. — Außer Herrn St. begegnen wir in dieser Abtheilung nur noch einem jüdischen Autor, nämlich Dr. Heß, von welchem unter No.- 25 das überaus reizende Gedicht „Der Geyser auf Island" gegeben. — Gehen wir nun zu Abth. IV. über. Diese, mit dem schönen und lehrreichen Stücke „Gottes Walten in der Geschichte" beginnend, hat unter ihre folgenden dreißig und etlichen Bilder (die von den Zeiten der Pyramiden bis zum Jahre 1815 reichen) drei Juden ausgenommen, und zwar: a) sub No. 17 den Do n Isaak, welcher bekanntlich von Karl dem Großen , am Ende des 8ten Jahrhunderts*) zu einer Gesandtschaft an den Chalifen Harun al Raschid benutzt wurde; 1,) sub No. 19 einen gewissen Kalonymus, welcher dem Kaiser Otto II. in der Schlacht bei Bosentello (13ten Juli 982) das Leben gerettet haben soll, **) und *) Und zwar im I. 797. — Vergl. Graetz' Geschichte der Juden, Band V, S. 221 **) Dieses Bild ist — wie Herausg. bemerkt —der

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