Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 48 (26.11.1861)
- Date
- 1861-11-26
- Page
- Seite 686 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3226256-3226305--19892-3248935- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
der Dank und die Verehrung gegen Gott durch Widmung von Tempeln, Altären, Bildsäulen, Meihgeschenken Änd Votivtafeln ausgeWK Hvuche/ '.so-Metht der ' Hebräer seinem Gotte als das Höchste „ein neues Lied? (Pf. 33, 3.; 40, 4.; 96, 1.). Gesang und Musik"der' Hebräer hatten daher schon in alter Zeit großen Ruhm, und als sie im Eril in Babylonien waren, forderten ihre „Zwingherren^^vom-ihnen, „Ztonslieder" -zu singen, sie aber weigerten fich^ die Harfen zu rühren (Ps. 137.). Aber als sie in das Land der Vater zurückkehrten, che-, gleitete sie diese Kunst wieder dahin. Aus den Wallfahrten nach Jerusalem zu den drei großen Festen würden von ' der Menge religiöse Lieder, von Instrumenten begleitet, gesungen, wie wir deren noch eine kleine Sammlung im Psalmbuch haben (Ps, 120—134). Als David die heilige Lade nach der neuen Stiftshütte auf Zion feierlich brachte, geschah es unter Posaunenschall und Harfenklang (2 Sam. 6, 15.), und als der Grundstein zum zweiten Tempel gelegt ward, geschah dies mit Trompeten, Cymbeln und Chören (Esra 3, 10.). Wie aus diesen letzten Andeutungen schon hervorgeht, und bei solch entwickeltem Nationalzuge selbstverständlich ist, war die Musik bei unseren Vätern auch ein integrirender Theil des Gottesdienstes. Schon Moses ließ zwei silberne Trompeten anfertigen, auf denen bei den Opfern, an Festtagen und Neumonden von den Priestern geblasen werden sollte (4 Mos. 10, 10.). David und Salomo aber waren es, welche mit den Psalmen die Musik recht eigentlich in den Tempeldienst und zwar in ausgedehntem Maße einführten. David, nachdem er schon bei der Errichtung seines Stiftszeltes ein Levitenchor mit zahlreichen Instrumenten zum Gesang und Spiel während der Opferungen angestellt hatte, führte im spätern Alter eine genaue Ordnung ein, die Salomo sorgfältig festhielt, und die nach dem Baue des zweiten Tempels wiederhergestellt ward, indem er von den 38,000 Leviten 4000 zum Gesang und Spiel bestimmte, welche, in 24 Unterabtheilungen getrennt, mit Musikmeistern und Unterdirigenten versehen, abwechselnd den musikalischen Dienst, insonders am Sabbath und an den Festtagen versahen, so jedoch, daß zu außerordentlichen Veranlassungen sie sich sämmtlich vereinigten (1 Chron. 25.; 2 Chron. 8, 14. ff.; Esra Cap. 6.; 2 Chron. 5, 11. 12.). Merkwürdig ist eine Stelle im 20: Cap. des 2 Chron., nach welcher selbst an einem Fasttage die Levitenchöre sangen und spielten. So blieben diese Einrichtungen bis zum Untergang des zweiten Tempels, und wurden nach und nach die Psalmen genau bestimmt, die an jedem Wochentage und am. Sabbath von den Leviten gnit Instrumentalbegleitung-gesungen^ wurden (st Mischn^TH'amM-7/ 4.). WÜch eist- Reichthuns von JnstrunientalmuAk bAHTe^rpelgottesdienst stattfand,^känn man z. B. aus dem 15 Osten Psalm ersehen. Daß aber auch am Sabbath die Instrumentalbegleitung nicht fehlte, ersieht man aus dem Psalm, , der - eigens für den Sabbath bestimmt war, Pst 92, und der, wie Vers 4 verlangt, auf „der Zehnsaitigen, der Harfe, dem Higgajon und der Zither" begleitet werden, sollte. Es wurde., vielmehr die Instrumentalbegleitung als ein P fli ch t gebot für den Tempelgottesdienst betrachtet (st Mann. Hilch. Cle hamikd. Hl.). — Wenn demnach die Instrumentalmusik sowohl innerhalb als außerhalb des Tempels zu., gottesdienstlichen Zwecken in reichem Maße benutzt wurde, ja der^Tempelcultus ohne jene gar nicht zu denken ist, so fragt es sich , 2) ob ein Ritualgesetz dem Gebrauche der Instrumentalmusik in den Synagogen gegenüberstehtt , Ein strictes V erb o t derselben find et sich in der That nirgends. Allerdings ist es bis zur neuern Zeit Gebrauch gewesen, in den Synagogen Instrumentalmusik nicht in Anwendung zu bringen. Der ganze jüdische Gottesdienst ist musikalisch; Melodien und Recitativ wechseln ab, und selbst die Vorlesung aus der Thora geschieht cantilenenartig. Deklamatorischen Vortrag kannte die Synagoge durchaus nicht. Demungeachtet wurde der ganze Gottesdienst nur in Gesang ohne Instrumentalbegleitung vollzogen, wenn auch mehr oder weniger der Cantor von . einer Art von Chören unterstützt ward. Daß der Gemeinde dabei zuletzt nur die Rolle des ungeordneten und wirren Geschreies zufiel, lag in der Natur der Sache. Man hat dies nun aus dem Umstande erklären wollen,-daß mit der Zerstörung Jerusalems -die Instrumentalmusik als - Werkzeug freudiger Erhebung aus der Synagoge entfernt sein sollte. Allein Dem ist nicht so. Wenn die Ausbrüche der Freude durch Musik den Israeliten seit jener Zeit von rigorosen Rabbinen verboten worden, so hat dies nur auf weltliche Vergnügungen Bezug, nicht aber-/auf gottesdienstliche Handlungen^ ,to r.s pinu) t^bwia. triNb TiOtf trpaa -wwn hDüi r-jbüniött * dib srrtohi ■jbia rr-im »bia /t ■pcM: >'« ö-su ■, (rmntöTarr ^W->-'ü)?^vrrn Auch wurde dies niemals strengbeobachtet. Bei Hoch-