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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-11-19 · Heft 47 (19.11.1861) · p. Seite 674

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 47 (19.11.1861)
Date
1861-11-19
Page
Seite 674 (sequence 6)
Language
German
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674 Übersetzung und einen Commentar der Psalmen; einen allgemeinen Bericht über den Psalter in 9 Capiteln; Capitel 10 die Stellung der Psalmen in der Heilsgeschichte; Cap. 11 die ältesten Uebersetzungen des Psalters; Cap. 12 die Geschichte der Psalmauslegung; masoretische Ucbersichten von S. Baer; die liturgische Eintheilung des Psalters bei den Syrern; das Acccntuations-System der Psalmen rc. Schon diese unvollständige, kurze Inhaltsangabe zeigt die Reichhaltigkeit des Werks, das,- wie noch kein -anderes von einem christlichen Verfasser, so tief auf die jüdischen Ausleger eingegangen ist. Wir möchten Herr» Delitzsch den christlichen Rabbi nennen, der bei seinem entschieden christlichen Standpunkte der jüdischen Wissenschaft und dem Judenthume Gerechtigkeit widerfahren läßt. Jüdische Bibelforscher werden das Werk gewiß mit Nutzen gebrauchen. Bei H a l l b e rg er in Stuttgart sind von Ludwig Sterns „Deutsches Lesebuch für israelitische Schulen" 4 Hefte erschienen, das 5te, jüdische Geschichte in Lebensbildern, ist unter der Presse, und mit demselben ist. das^ Werk abgeschlossen. So weit das fertig Vorliegende ein Urtheil erlaubt, so ist die Schrift für israelitische Schulen sehr empfehlenswcrth. Sie ist durchgängig mit pädagogischem Takte und methodischer Einsicht geschrieben und für gehobene Bürgerschulen eine Fundgrube des Wissens, in welcher Lehrer und Schüler sich leicht zurecht finden. Die Theilung in 5 Hefte ist sehr zweckmäßig für den methodischen Stufengang der verschiedenen Altersclassen, und die Ausstattung bei sehr billigem Preise von der Verlagshandlung schön getroffen. Bei Einführung in Schulen erleichtert der Verleleger durch Freiexemplare die Anschaffung. Die Schrift ist jüdischen Schulen sehr zu empfehlen. Der fleißige vr. Emanuel Hecht hat wieder ein Erzeugniß auf den Büchermarkt gebracht: NNN2N cns, Der Trostbecher zum Gebrauche im Kranken - und Trauerhause und auf dem Friedhofe. Berlin, Gcrschel. Ein kurzes Schriftchen, aber praktisch abgcfaßt. .Die Gebete, hebräisch und deutsch und ein Anhang mit trm Ritualgesetzen bei Sterbe- und Trauerfällen. Die 46 Seiten starke Broschüre ersetzt jetzt cpti dem Trauernden, und ist auch für Lehrer ein brauchbares Büchlein. .. Alexander Elsäßer. Zeitungsnachrichten. J Deutschland. Aus Südbaden, im October. (Privatmitth.) Ein Erlaß des Ministeriums des Innern, in welchem bei allen maßgebenden Stellen Gutachten darüber eingeholt werden, ob und wie die Armenunterstützung der Israeliten mit jener der Christen vereinigt werden könne, beweist, daß es unserm erlauchten Ministerium mit unserer völligen Gleichstellung vollkommen Ernst ist und wird wohl das betreffende Geseß der demnächst einzuberufenden Kammer vorgelcgt werden. Als grellen Gegensatz liefere ich Ihnen eine Probe, was von unserer erttemen, Gottlob nur kleinen Partei angeftrebt wird. Beiliegendes Machwerk wurde von Herrn vr. Plato, einem von fraglicher, an sonstigen Fähigkeiten baaren Partei vorgeschobenen, kürzlich erst ins Land gezogenen Polen, dem Ministerium des Innern als Organisations-Entwurf unterbreitet; es gehört wahrlich eine eiserne Stirn ldie zwar Leuten dieses Schlages immer eigen ist) dazu, sich als Fremdling zum Sprecher der badischen Judenheit aufwerfen zu wollen , und hält die Frechheit, einem Ministerium Lamey solches zu bieten, mit der Bornirtheit, einen Erfolg zu hoffen, gleichen Schritt. Des Pudels Kern in diesem Entwurf ist, ein Schisma unter die badischen Israeliten zu bringen, das geistliche Mitglied des O b e r r a t h s soll jedoch über Alle als G r o ß i n q u isit o r aufgestellt werden. Großmüthig wird ad 1. den in der Minorität Bleibenden das Recht eingeräumt, einen eigenen Gottesdienst einzuführen; daß in diesem Passus die Spitze lediglich gegen hie Carlsruher Gemeinde gekehrt ist, muß Jedem einleuchten. Wie der Gottesdienst dortselbst bisher geübt wurde, konnte er keinen gebildeten Juden ansprechen, weshalb auch von dem intellegentern Theil der : Gemeinde ein zeitgemäßer Gottesdienst angestrcbt wird;, freilich genirt selbst das geistliche Mitglied des Oberraths dieser Mißstand in der Carlsruher Synagoge wenig, da ihm dieselbe bis jetzt eine terra incognita geblieben ist und er getreu den Motiven des Entwurfs ad i. sein religiöses Bedürfniß im Besuch eines Minjans befriedigt.fühlte. Uns über diesen Entwurf und seine Motive weiter zu verbreiten/ halten wir nicht der Mühe werth, es bleibt uns nur die Frage übrig,

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