Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 45 (5.11.1861)
- Date
- 1861-11-05
- Page
- Seite 648 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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«48 Meine Frau, mit der ich davon gesprochen hatte, saß neben mir und fragte: nun, du List wohl noch aufgebracht, weil die Juden bei der Krönung nicht repräsentirt sind? Nein, wahrlich, nicht mehr, sprach ich lachend. Du Haft ja auch nicht bedacht, daß Herr Meyerbeer den Krönungsmarsch componirt hat, erwiderte sie. Und ich erzählte ihr meinen Traum. Ruppertshofen lNassau), im October. (Privatmitth.) Am 30. August wurde hier eine neue Synagoge durch Herrn Rabbiner Hochftätter gus ^Ems auf die würdigste Weise geweiht. Das ganze Dorf bethätigte die regste Theilnahme, indem an diesem Tage alle Geschäfte ruhten, die Straßen festlich und viele Häuser mit Fahnen geschmückt waren. Preußen. Berlin, 15. October. (Berichtigung.) Die jüngst in diesen Blättern aus der Boss. Ztg. entlehnte Nachricht, daß von dem Vorstande der hiesigen jüdischen Gemeinde die Aufstellung einer Orgel in der neuen Synagoge einstimmig beschlossen worden, kann aus zuverlässiger Quelle bestätigt werden. Dagegen beruht die Mittheilung,'.daß Hr. Rabbinals-Affessor Dr. Sachs sich gutachtlich gegen dieses Vorhaben geäußert habe, auf einem Jrrthume. Bis jetzt wenigstens ist Herr Dr. S. um ein Gutachten noch nicht angegangen, ein solches folglich von ihm auch nicht abgegeben worden. Königsberg, 20. October. Die K. Z." berichtet: „In der Synagoge der Stadt fand gestern ein Dankgottesdienst Statt, bei welchem der Prof. D. Saalschütz eine Rede hielt. Derselbe sprach über den biblischen Sinn der Attribute des Herrschers, der Thron sei das Sinnbild der Ruhe des Herrschers, das Sceprer der Gerechtigkeit, das Schwert des Muthes und die Krone der Treue. Diesem Bilde entspreche der König, auf dessen Haupt und Haus der Segen des Himmels herabgefleht-wird. Die Liturgie hielt der Cantor Weintraub mit einem großen, recht tüchtigen Sängerchor unter Instrumental-Begleitung."' (Selbstverständlich fanden in allen Synagogen der Monarchie am Krönungstage selbst Festgottesdienste statt. Es ist daher nicht möglich, Berichte aus einzelnen Ortschaften zu geben. Aus Birnbaum wird /uns gemeldet, daß in der Predigt Herr Levy zu Beitragen für die Flotte aufforderte, die denn auch nach dem Gottesdienste reichlich flössen.) Frankfurt a. d. Oder, 15. October. (Privatmitth.) Der zweite Punkt des Wahlprogramms der soge- .nannten Conservativen läuft— bei seiner ganzen Phraseologie — darauf hinaus, daß Preußen wieder in in die Zustände des „germanisch-christlichen Staats" zurückversetzt würde. Ja, in den hiesigen' conservativen Wahlversammlungen macht man sogar keinen Hehl daraus, daß man auch consequenter Weise diejenigen Artikel unserer Verfassung, welche den Genuß der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte von dem Glaubensbekenntnisse unabhängig machen, resp. die Gleichstellung aller Confessionen garantiren, nicht bestehen lassen könnte, oder sie wenigstens einer gründlichen Modification unterwerfen müßte. Der geehrte Redacteur dieser Zeitung hat also vollkommen Recht, wenn er uns in seinen jüngsten Leitartikeln so ernstlich mahnt, daß wir hinsichtlich der bevorstehenden Wahlen ganz besonders auf der Hut sein sollten. — Ein jerusalemitischer Abgesandter, — welcher — auf der Rückreise nach dem heiligen Lande begriffen — dieser Tage unsere Stadt passirte, zeigte eine genaue Abbildung der zu Jerusalem neu erbauten Synagoge der Peruschim, deren Herstellung nach seiner Aussage über 25,600 Thaler gekostet haben soll. Zweck seiner Mission war unter Anderm auch die Hebung eines Legats von 1500 Thlrn. in Gollontsch im Großherzogthum Posen. — Der hiesige Colonisationsverein für Palästina, im vorigen Jahre durch Herrn Dr. Lorje dahier ins Leben gerufen, gewinnt immer mehr an auswärtiger Betheiligung. — In No. 41 dieser Ztg. befindet sich ein mit „Rabbiner C. G. Blücher" Unterzeichneter Artikel, welcher von hier aus datirt ist. Um etwaiger irrtümlicher Annahme vorzubeugen, sei bemerkt, daß Herr Prof. Dr. Blücher zwar Rabbiner, jedoch nicht als solcher in hiesiger Gemeinde fungirt, deren Seelsorgeramt vielmehr (von Neujahr a. f. ab) Herrn Rabbiner Dr.- Loewenmeyer in Graudenz anvertraut ist. Breslau, 15. Octobm -(Privatmitth.) Ich glaube nur eine Pflicht der Gerechtigkeit zu üben, wenn ich Ihren dem vielverzweigten Interesse des Judenthums