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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-10-22 · Heft 43 (22.10.1861) · p. Seite 620

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 43 (22.10.1861)
Date
1861-10-22
Page
Seite 620 (sequence 8)
Language
German
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620 i mitcvem! nothwendigsten, demin Marais.: wann wervt'-Die Bedrängnisse , ustd; harte- Behandlung^ denen die israelitischen Kranken in den'öffentlichen Hospitälern durch den; übertriebenen Eifer, der barmherzigen Schwestern oder! einiger Priester /ausgesetzt sein konnten, sind, Dank der aufgeklärten und gerechten 'Unterstützung der höheren Behörde, unterdrückt worden. Die Schöpfung des (Rothschild'schen) Krankenhauses-in der Picpusstraße.hat ihnen übrigens gänzlich, ein Ende gemacht;- denn. man rechnet wohl nicht mehr > als 12 bis 15; israelitische Kranke in den städtischen Anstalten.. : Aehnliche Uebelstände haben sich in den-Gefängnissen, besonders in Betreff der Kinder herausgestellt; man rechnet unter den jüdischen Gefangenen ungefähr 20 Kinder in ganz Frankreich, und 30 bis 35 Erwachsene in.den Strafanstalten von Paris. Der Gedanke, diesen Uebelständen eben . .so wie - bei. den Kranken abzuhelsen.,!hat?sich -von selbst dargeboten; man hat einen Planzu-einer israelitischen Strafcolonie gefaßt, dessen Ausführung. jetzt vorbereitet wird; fügen wir hinzu, daß. private Maßregeln diejenigen des Consistoriums theils beschleunigt, theils erleichtert haben. 7/; Was - die Schöpfung neuer. Tempel betrifft, so ist der gegebene Rechenschaftsbericht wenig ausführlich; er kündigt-die sehr günstige Stimmung der Stadt an; er erklärt die Nützlichkeit-zweier neuer Tempel: den einen in Marais für die minder wohlhabenden Stände, den andern im Viertel Montmartre für die die Geschäfts- Viertel bewohnenden Glaubensgenossen; aber er bestimmt weder die -gewählten Baustellen, noch die Zeit der Erbauung, noch die Abschätzung der Kosten, noch Wege und Mittel. Andere schwere Bedenken steigen übrigens an dieser Stelle auf. Es scheint, daß die zahlreichen und frommen -Stände zuerst eines ihren Wohnungen naheliegenden Tempels. bedürften, und gerade sie verurtheilt man immer, noch, lange Zeit hindurch eine halbe Meile gehen zu müssen, um zu dem Gotteshause zu gelangen. - i Die so. unanständigen, oft soungesunden Privatbetstätten.würden weniger als jemals unterdrückt werden, wenn eine Synagoge in den reichen Vierteln erbaut,würde, welche die zahlreichen Massen, die jene^Betstätten. erhalten y: nicht besuchenkönnten.; jj:Endlich sagbsmran. heute, daßdie Loyalität fehlt, daß die Baustelle ffchwer -zu finden ist, In Erwiderung - hierauf , führen, die- . Arch.; mehrere passende Localitäten aust — Mit! einem Wort, fahren sie . fort, baut man vre -Tempel zugleicher Zeit,' oder beginnt man den die. Finanzen des Consistoriums, wenn sie einmal zur Erbauung eines m onumentalen Tempels angegriffen sind, an den Tempel "für Vas Volk denken können? Wir können uns Hier nicht mit Dem beschäftigen, was in dem Rechenschaftsbericht des Wohlthätigkeits- Comite das Kranken- und Waisenhaus betrifft,-indem diese Anstalten specielle Berichte veröffentlichen, was wir bedauern; denn es wäre besser, wenn man dem Publikum alljährlich das Ensemble aller Dienstleistungen vorführte. Die Unterstützungs-Gesellschaft zur Niederlassung und in die Lehregeben junger Mädchen hat bereits 47 junge Mädchen ausgesteuert und 249 etwas lernen lassen. - Die Unterstützungs-Gesellschaft für israelitische.Lehrlinge und Arbeiter unterstützt gegenwärtig 52 Lehrlinge und läßt ihnen des Abends Unterricht geben. Das israelitische Seminar von Frankreich, das seit anderthalb Jahren unter der speciellen Aufsicht des. Pariser Consistoriums steht, verdankt seiner Übertragung nach Paris wichtige und zahlreiche Verbesserungen; da die Summe von 22,000. Francs, die ihm von Staatswegen ausgesetzt sind, um fast 8000 Francs geringer war, als die erforderlichen Ausgaben, so mußte die Großmut!) eines Privatmannes die Miethe des übrigens sehr unzulänglichen und nur provisorischen Locales übernehmen und außerdem ein bestimmter Antheil an der Wohlthätigkeits-Lotterie.ihr gewidmet werden. In einem Pariser Lyceum (Gymnasium) sind israelitische Rcligionsstunden eingerichtet worden, an denen ungefähr 40 Schüler theilnehmen; ebenso im Chaptal- Collegium, wo sie von 16 besucht werden, wie auch in der Taubstummen-Anstatt, wo sie 3, gegenwärtig aber nur 1 benutzen; sie würden noch heilsamere Wirkungen Hervorbringen, wenn diese nothwendige, durch die wohlwollende Hülfe des Staates begünstigte Schöpfung in den Familien einen allgemeinern Anklang fände. Die Wohlthätigkeits-Lotterie gicbt jährlich thatsächlich 35,000 Loose zu einem Franken aus, deren Einnahme gänzlich menschenfreundlichen Werken gewidmet werden kann, indem ihre Gewinne und Kosten durch die Großmuth des Publikums gedeckt werden: y . Das Budget des Consiftorial-Tempels. beläuft sich durchschnittlich auf 50,000 Francs das Jahr, die. durch die Versteigerung der Plätze, den Verkauf der Mitzwoth,

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