Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 43 (22.10.1861)
- Date
- 1861-10-22
- Page
- Seite 619 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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starb am 17. v. M. in seinem 88. Lebensjahre Herr Joseph M. Oettinger, ein Mann, eben sowohl' durch ungeheuchelte Frömmigkeit und schönes 'Wissen, als auch durch Wohlthätigkeit und ächten Gemeinsinn ausgezeichnet. Nicht blos in seiner Gemeinde, welche in ihm ihr ältestes Mitglied verlor, sondern auch weit über diese hinaus stand er in hoher Achtung, die ihm besonders bei seiner vor etwa 7 Jahren gefeierten Jubel hochz ei t deutlich kundgegeben wurde. Bei all den trefflichen Eigenschaftendie dieser Mann in sich vereinigte, waren Leutseligkeit und Bescheidenheit seines Charakters schönste Zierden. Sein Dahinscheiden hat in seinem Orte, wie überall, wo er gekannt war, die größte Theilnahme erregt. Er starb den Tod der Ftommen. Sein Andenken bleibe gesegnet!— In Ostrowo, Jarocin und Gnesen sollen zeitgemäß gebildete Rabbiner angestellt werden. ' ' Oesterreichischer Kaiserstaat. Krakau, im October. lPrivatmitth.) Wenn wir über die berüchtigte Crinolinen-Angelegenheit schwiegen , so gefchah es darum, weil wir uns der Hoffnung Hingaben, daß der Rabbiner den Mahnungen der Besftrgesinnten, sich nicht in die Hände des Chassidismus zu werfen, Gehör schenken und mit dem Wahlspruch tin-nan den begangenen Fehler gutmachen würde. ' Allein wir haben uns in unserer Hoffnung getäuscht. Der Rabbiner fahrt fort mit dem Chassidismuß zu kokettiren, besucht seine Betlocale, seine Rebbes, macht, wenn es noth rhut, u. s. w. Unsere Chasstdim sind ihm dafür nicht undankbar, indem sie ihm eine ungemein große Verehrung zollen. — Daß, unter solchen Umstanden eine große Reaction allhier eintritt, kann Niemanden wundern, und machen wir blös auf die Gefahr aufmerksam, welche entstehen kann, wenn dieser Mann mit der Dirertion des hier zu errichtenden Rabbiner-Seminars betraut wird. Die aus dieser Schule hecvorgehenden Zöglinge würden in diesem Falle weder-mit talmudischem, noch mit profanem Wissen ausgerüstet sein. Unserer unmaßgeblichen Mei^ nung nach wäre zu diesem Posten eher befähigt der allgemein beliebte bisherige Rabbinätsverweser' Abraham Jener/ der nebst einem umfassenden talmudischen Wissen^ "(in welcher Eigenschaft er als -in-ir-T ‘bi-ü zü betrachten ' ist)' auch einen toleranten - biedern Charakter besitzt: und dabei ungemein klug ist. — Die deutsche Gemeinde hat" bereits - die verflossenen Festtagein ihrem neu'erbauten, splendid ausgestatteten Tempel ihren Gottesdienst verrichtet. Die Einweihung .findet N22N statte Wien, October. lPrivatmitth.) Der neu gegründete Unterstützungs-Verein für israelitische Studirende, über den jüngst in diesen Blättern berichtet würde, erfreut sich bereits reicher Theilnahme von Seiten der hiesigen Gemeinde, und es steht somit zu erwarten/ daß das Institut bald zu den blühenden' zählen wird. Prag, im October. lPrivatmitth.) Bei' der hiesigen Cultusgemeinde-Repräsentanz stehen abermals Neuwahlen bevor. Der Statthalter hat nämlich den Eintritt der bei der letzten Wahl mit der nächstgrößten Stimmenzähl aus der Urne hervorgegangenen Herren vr. Moritz Raudnitz und Veit A. Osers in die Repräsentanz als ErsaP manner der Herren Salomon Jerusalem und Profest sor Dr. Wessely, welche resignirt hatten, nicht bestätigt und zur Einleitung einer Neuwahl aufgefordert. In der am 8. d. stattgefundenen außerordentlichen Sitzung der Repräsentanten hat sich die Majorität der anwesenden Mitglieder gegen die in Anregung gebrachte Einbringung einer Vorstellung in dieser Angelegenheit entschieden, und, um sich der Beschleunigung der höchst wünschenswerthen Ergänzung zu vergewissern, den Beschluß gefaßt, die Sitzungen einstweilen: zu sistiren und erst nach vollzogener Wahl wieder zu eröffnen. Frankreich. Paris, im September. Das israelitische Conststorium von Paris hat das Schweigen, in welches sich die israelitische Staatshierarchie in Frankreich gehüllt hat, gebrochen/ und einen Rechenschaftsbericht über die letzten-drei' Jahre veröffentlicht. Wir theilen über die Thatigkeit des Consistoriums nach den äred. isr. Folgendes' Mit. :r. Diese Thatigkeit hat sich nach dem vorliegenden Schriststü cke auf die; Krankenhäuser - und Gefängnisse, auf die'Liturgie und den synagogalen Gesang /' auf die Unzulänglichkeit der Tempel ^und-verschiedene äußere Ereignisse ausgedehnt;' sid nmfaßf außerdem eine gewisse Zahl von Einrichtungen öffentlicher Wohlthätigkeit. Einige WortelübeNjeden dieftr Punkte.