Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 43 (22.10.1861)
- Date
- 1861-10-22
- Page
- Seite 615 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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615 sarmmnkamen,, Aar das Erste, was der hohe: Wirth seinem erlauchten Gaste zeigte: wie einige Hundert -Hunde einen todten Hirsch aufeffen. — Fortschritt d e s : 19ten Iah rhun derts vor dem .. israelitischen Alterthuiu! Der Vorsitzende eines neuen Gerichtshofes erklärte neulich, daß ein Richter, der die Herausforderung zu einem Duell (die beide vom Gesetze verboten sind) nicht annähme, in seiner Achtung verlieren wurde. -— Das israelitische Alterthum hat Ein Gesetz für Alle: Du sollst nicht tödten. - Die' israelitische Dibcl-Anstatt. Sp en d e n zur Herstellung, und Verbreitung wohlfeiler hebräischer und hebräisch-deutscher Bibeln: Eine 2te Sammlung vom Religionslehrer L. K. Popper, in Bukarest 2- Dücaten^Samson Ballen berg er in D e.ufftetten als 'dritte Gabe 1 Fl.: 30'Kr. ---- 25 Ngr. B Hf, — Gefammtsumme: 5828 Thlr. 12 Ngr. 8 Pf. Zeitülrgsnachrichten. Deutschland. -. Vom Neckar, im Oetober. (Privatmitth.) Sie wünschen etwas Näheres über den Stand der Dinge in F r an k fu r t am M a in; zu erfahren. Sie sehen in dem dortigen Vorgänge mehr als das bloße Factum, Sie . sehen, darin einen Kampf um die Stellung der Nabbinen zu den Vorständen, um die geordnete Freiheit des geistlichen Amtes iw den Gemeinden. Ich refenreIhnen in unparteilicher.Weift. Stein hat: seine Neigung zum .friedlichen Ausgleich wiederholt bewiesen-; der Vorstand aber. lebt des' acht liberalen Grundsatzes, daß nur ein unbedingtes Nachgeben . seinerseits, zur Ausgleichung rfuhren könntenMieses^ ist aber -kein Vergleich, sondern - lediglich Unterwerfung; denn wet'sieht nicht:ein —^ und kein Jude sollte-;. -ohne. . Verrath an der - eigenen - Sache, dieseri Grundsatz der - Gerechtigkeit und Freiheit' antasten! — Der Mabbmer hat-Pflichten, -die er nicht in ihrem ganzen (Umfange - üben kann;' ohne die entsprechenden Re cht eder^ Vorstandaberwie alle Despoten, behauptet, ein. „ - - hat> nur Pflichten./ und keirleMechte.. —7 i Darum --hat man St.. Mt Coneefsion, bei Angelegenheiten „seiner" Synagoge. zugezvgen.: zu werden, - nur .persönlich - gewährt,:: als einen Act der Gnade, nicht des: Rechtes. - Wie könnte man sich also mit einem .Untergeordneten „vergleichen"? —; Dieses ist jetzt klar geworden , nachdem man seine billigen Vorschläge zurückgewiesen. — Da Stein auf die Gegenwart des - Rabbinen bei der „Beschlußfassung" besonderes i Gewicht legte, man dagegen aber vorbrachte, die Freiheit - des Vorstandes werde dadurch beeinträchtigt,, so-schlug St. vor, die Abstimmung möge geheim stattfinden; , auch könne (oder solle) der betreffende Gegenstand in einer Sitzung vom Vorstand allein in Abwesenheit des Rabbiners verhandelt werden. Der Präses (Herr Sam Ullmann), welchem er dieses Mittel zur Ausgleichung vorschlug, fand es seh-r annehmbar, versprach, es warm zu empfehlen, und so lebte man —. es war dieses Mitte Juli und-mehrere Herren. aus der Verwaltung nicht hiersechs Wochen in. der angenehmsten Hoffnung, Alles ginge gut — allein — Sie kennen ja die Anekdote vom Pfannenkuchen! —. Der-Arzt erlaubte dem .Kranken weiche Eier — frisch - gemolkene Milch .— ein Weißbrot mit Butter, — da ließ der-Lüsterne, sich aus diesen Ingredienzen einen Pfannenkuchen machen! — „Wehe", schrie der bestürzte Arzt, dem der Kranke nach dem Genuß seine mancherlei. Leiden klagte .. „jeder einzelne Bestandteil ist gut, aber — wenn sie zusammenkommen — taugen sie nichts.!". — Also wurde Steins Vorschlag verworfen. - — Gequält von l hiesigen Gemeindegenossen, nachzugeben,, ging .er dann von der „Beschlußfassung^ ab, jedoch unter der Gegenleistungdaß die. betreffende. Fassung (generalistrt (werde: -„Bei religiösen Angelegenheiten .wird. ,der Rabbiner - mit beratender Stimme zugezogen. Die Discussiom findet in seiner Gegenwart statt." — Herr vr. Weil übernahm es, diesen . Vorschlag zu vermitteln. Eine ComitS - Sitzung .'fand ' statt. Hierauf kam - aberdieser Vorschlag so verclausulirt zurück, daß wieder -nichts übrig blieb, als „feine" Synagoge ^, und als St. darauf hinwies ,; bekam er die eben-fo naive, -als. - tragikomische Antwort;, Der Fr i e d H of!Sie. vergessen den Einfluß auf den Friedhof!" — Also nun wissen wir's: Synagoge und Friedhof -sind- -die beiden Polederrabbinischen Wirksamkeit. Die Sache giebt viel zu denken — und- - in Ver> Thal! sie wäre sehr lächerlich, wenn'-sienicht noch - weit ernster wäre. Die 43*