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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-10-22 · Heft 43 (22.10.1861) · p. Seite 614

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 43 (22.10.1861)
Date
1861-10-22
Page
Seite 614 (sequence 2)
Language
German
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n 3 5 i1l4i st! I R Dies ist nur zu bald geschehen. Die Reaction hat in ein. Paar Jahren vollständig ihre Jmh^dnz erwieseD^ und Jedermann weiß jetztschon, chH es! mit^ ihrDoruher" ist. Sie demaskirte sich zu hchneD Wahrhaftig^ R'Hgion wollte sie sein, und ihren Lippen entströmten nur Flüche und Verwünschungen; ihr Herz machte sich nur in Bann und Verketzerung Lust, ihre Hände warfen nur den Koch der Schmähungden Schmutz perMrtleumdüng um sich. Wo sie schritt, waren verfallene Gotteshäuser, in Schlendrian versunkener Gottesdienst, -Fried- Höfe ohne Mauern, verkehrter,zllnterricht u.: ^§ Ausnahme einiger wenigen Plätze, wo sie sich in Putz und Staat zeigen wollte — ihre Spuren. Nichts vermochte sie hervorzubringen. Könnt Ihr ein e'Schrift' nur aufweisen, welche dem Volke ins Herz drang, und sein religiöses Blut erfrischte? Könnt Ihr ein Institut aufweisen, das wirklich wirksam ist und eine segensreiche. Zukunft anbahnt und verheißt? Nein, die Reaction im Judenthume hat sich noch fauler, kraftloser, geistloser und thatloser erwiesen, als ihre Schwestern in Kirche und Staat — sie hat sich unwiderruflich ihr Urtheil gesprochen. Mit der größten Mühe vermögen ihre Freunde nichts für sie vorzubringen, ihre Anhänger nicht für sie zu plaidiren. Die Geschichte hat von ihr nichts aufzuzeichnen, als ihr rohes, gemeines Benehmen, als ihre Bannflüche, die ungehört verhallten, als ihre Schmähungen und Verleumdungen, auf die Niemand achtete. Wir Juden sind ein leicht erregbares Völkchens aber wir lassen-uns nicht lange täuschen, und werden-vom leeren Schein nicht lange gefangen. Hätte die Reaction Etwas hervorzubringen vermocht, so würde sie in der Thai von einem großen Theile der Juden in Schütz genommen worden sein, und wäre es nur aus der nie erlöschenden Anhänglichkeit am Alten. So aber machte sie sich überall unangenehm, man lacht sie aus, und geht an ihr vorüber. Sie hat sich schnell überlebt und verläuft sich im Sande/ - i,!:'; ' rin ihre Gewalt zu bekommen; nirgends ist der Gang des langsamen, ^mähligen, aber sichern Fortschrittes/äufgehalt^^^EHr veräD^rtMord'en? WewAc^HuWedenstellend^i^dre Art und Weise, wie sich der RÄciionMegenüber die Rabbiner, Schriftsteller oder Wortführer überhaupt geberdcten. Von den Männern, welche früher, in den Vierziger Jahren, namentlich auf den Rabbiner-VersammlungendasWortführten^ — wir ^wollen hier keine Namen nennen — nahm kein Einziger den Kampf mit der Neu-Orthodorie auf, sie überließen es dem Nedacteur;/dieses-Hlfl^tes..Mein,, die.Kahne des geklärten und cultivirten Judenthums voranzutragen und zu vertheidigen; sie duckten sich vor dem Sturme, der über die Häupter dahinrauschte; sic haben sich dabei wenig um das Judenthum und die Judenheit verdient gemacht und sielen daher fast der Vergessenheit anheim. Diejenigen aber, welche stets die Mitte halten, die Wissenschaft nach ihrem Sinne treibenaber zugleich mit der Neu-Orthodorie liebäugeln wollten, machten sich natürlich erst auf, als sie von dieser selbst angegriffen wurden, dä die Neu-Orthodorie nur entschiedene Jünger haben wollte. Der große Haufe her Rabbinen aber wartete stillschweigend, bis der Sieg sich entschieden haben werde, um dann dem Ueberlcbenden zuzusallen. Nun, in solchen größeren Vorkommnissen und Processen entscheiden niemals die sogenannten Führer, sondern die Massen selbst; nicht das Wortgefecht entscheidet, sondern der Geist, die große Richtung desselben, wie er die Massen ergriffen und vorwärts führt. Dieser Geist, den wir in Israel immer als ein unmittelbares Wirken der Gottheit verehren, hat entschieden und scheucht die Reaction in die Schalten ihrer Dunkelheit zurück. Einige zerstreute Bemerkungen. Fortschritt des 1 9ten Jahrhunderts vor' dem ' israelitischen Alterthum! Fragen wir nun noch, wie sich unsere Glaubensgenossen während dieser'kurzen Zeit, wo die 'Reaction durch freches Schreien und übermüchigcs Gebühren sich' eine Scheinherrschaft angeeignet, eigentlich benommen? Was die Gemeinden betrifft, so 'können 'wir nur sehr befriedigt sein. Mit''Ausnahme''-einiger"Reinen, Landgemeinden, die nach' Westen und1 Osten ' zu'-weit' vorgerückt sind, ist es der jüdischen Reaction nicht gelungen, auch nur einen namhaften Platz zu gewinnen, und, wonach doch ihr Hauptgelüste ging, die Rabbinate und Lehrämter 'Die Schrift erzählt uns : „Und die Königin von Scheba'hörte den Ruf Schelomohs Mit dem Namen des Ewigen und kam, ihn zu prüfen mit Räthftlfragen-. So kam sie nach Jeruschalajim mit sehr großem Gefolge; Kämeele trugen Gewürze und Gold, sehr viel, und Edelgesteiü. Und sie kam zu Schelomoh und redete zu ihm Alles, was sie auf'ihrem Herzen hatte. And Schelomoh beantwortete alle ihre Fragens nichts blieb ' verborgen vor dem Könige, was' er' ihr nicht sagte." — Als" jüügst'die Monarchen der beiden' civilisirtesten Völker der Erde zu-

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