Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 42 (15.10.1861)
- Date
- 1861-10-15
- Page
- Seite 608 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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war, so sollten ihm seine historischen Studien bald in weitern Kreisen eine wohlverdiente Berühmtheit bringen. Den Beginn seiner literarischen-Laufbahn bezeichnet eine sehr genaue Uebersetzung der umsangreiHen „Geschichte des osmanischen Reiches" von Hammers der bald darauf eine Uebersetzung der „Geschichte der Assassinen" von demselben Verfasser nachfolgte. Einige Jahre spater machte seine „Storia dei popoli europei della decadenza delT impero romano“ verdientes Aufsehen; seinen eigentlichen literarischen Ruhm verdankt er jedoch der „Storia documentata di Venezia“, die zwar noch nicht gänzlich im Drucke erschienen, aber glücklicher Weise im Manuscripte erschienen ist. „Das erstgenannte Werk, die „Storia dei popoli europei etc.“, umfaßt eine große Uebergangsepoche zwischen einer dem Ruin verfallenen und einer neuen, aus den Ruinen hervorgehenden Welt, mit der Größe des Themas und der Tüchtigkeit, mit der der Verfassen,xs zu bewältigen wußte,, steht seine Bescheidenheit jnMönem Einklang. Romanin hatte die umfangreiche ÄMit den Frauen Italiens gewidmet und' ihnen zugerustn „Nicht den Gelehrten, sondern Euch weihe ich dieses Werk, und es wird mein Stolz und mein Lohn sein, wenn Ihr Euch den ernsten und doch nicht unliebenswürdigen historischen Studien zuwendet." „Eine Aufgabe höherer Art hatte sich Nomanin mit der „Storia documentata“ gestellt. Er wollte alle irrigen Auffassungen und alle nicht streng historisch wahren Blätter der venetianischen Geschichte berichtigen,. Zu diesem Behufe durchforschte er mit bewunderungswerther Unermüdlichkeit Archive und namentlich die Sammlungen diplomatischer Correspondenzen der ehemaligen venetianischen Republik. Sein Patriotismus sprach sich nicht in nichtigen Deelamationen, nicht in wüthenden Ausfällen gegen die Feinde seines Vaterlandes, nicht in überspannten Lobeserhebungen aus; er gab sich vielmehr in dem ausdauerndsten Bestreben kund, die Geschichte der Venetianer auf der solidesten Basis auszubauen und alles mystische Dunkel mittelst kritischer Sichtung und gewissenhaften Aufnehmens und Ausscheidens aus derselben zu bannen. ' „Der Erfolg, den das schöne Werk erzielte, brachte den Verfasser in Berührung mit den hervorragendsten Geschichtsforschern unserer Zeit, so wie mit Notabilitäten aller gebildeten Nationen, und nicht nur in Italien, sondern auch in den verschiedenen von ihm bereisten Ländern wurde der venetianische Historiker mit der auszeichnendsten Anerkennung behandelt. „Romanin hinterläßt eine trauernde Wittwe; mit Kindern war seine sonst sehr glückliche Ehe nicht gesegnet; von seinen Geschwistern lebt nur noch eine Schwester; zwei Brüder, deren einem er bereits eine glänzende Laufbahn erschlossen hatte, sind ihm im Tode vorangegangen. Friede seiner Asche!" Warasdin, 25. September. lPrivatmitth.) Die letzten Wochen waren für unsere Gemeinde besonders denkwürdig. Das seit zwei Jahren im Bau begriffene Gotteshaus stand vollendet da, und wurde am 16ten vorigen Monats unter den üblichen Feierlichkeiten, als Umzug, Ansprache, Festpredigt, eröffnet und eingeweiht. Es ist dies die erste monumentale Synagoge in Kroatien, ausgezeichnet durch einfachen, und doch sehr gefälligen Styl, und besonders durch die geschmackvolle innere Ausstattung, wovon die mit prachtvollen Säulen umgebene heilige Lade und die volle Ansicht der großen, zierlichen Orgel das Auge besonders fesseln. Dem Ganzen angemessen ist die herrschende Ordnung, die würdevolle Andacht, gehoben durch begeisternde Predigt und wohlgeleiteten, ergreifenden Choralgesang. Einigkeit, Opferwilligkeit und freudiges Zusammenwirken haben da ein Werk geschaffen, welches wieder glänzend zeigt, daß das Panier des angestammten Glaubens noch immer freudig und hoch getragen wird. M. Frankreich. Paris, 26. September. Die heutige Ver. isr. berichtet: „Im Krankenhause zu Lariboissiere hat sich eine jener Ausschreitungen des Proselytismus zugetragen, denen unsere kranken Glaubensgenossen leider in den katholischen Krankenhäusern unterworfen sind. Ein junges Mädchen, das in diesem Hospital zugelaffen war, wurde in ihren letzten Augenblicken durch eine barmherzige Schwester getauft, natürlich nach allen den Plagen, welche die Bekehrer die Sterbenden anderer Culte erdulden lassen, Und die die letzten Augenblicke dieser Unglücklichen beunruhigen. Die Neubekehrte ist gestorben; aber die Familie, unterstützt durch die israelitische religiöse Behörde, hat den Leichnam herausgefordert, und, indem sie erklärte, daß sie jette auf die Stirn ihres sterbenden Kindes gesprengten Waffertropfen für nichtig, für Heuchelei-ansähe, hat sie ihn auf