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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-10-15 · Heft 42 (15.10.1861) · p. Seite 604

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 42 (15.10.1861)
Date
1861-10-15
Page
Seite 604 (sequence 6)
Language
German
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von Kant bis auf unsere Zeit geerntet hat,: erzählen. In! Deutschland, hat man den Dichter dem Juden, und hier hat man den Juden dem. Dichter geopfert. Nuw ifcin ich:• zufrieden, doch einige Phrasen zusammengebracht zu haben.. Wenn die Zeit mir nicht bald , etwas auftischt für einend andern jüdischen Brief, so muß ich nolens volens zu den literarisch-jüdischen Erscheinungen) als der Guide des Egares von Munk, den Psalmen von Jepeth, dem Karaiten von Abbs Barges und . dem hebräisch-französischen Wörterbuch von Trenel und Sander meine Zuflucht nehmen, wobei ich natürlich um Nachsicht bitten muß, da ich hier meinen Leisten verlasse. Ktrrarischrr Wochenbericht. Frankfurt an der Oder, im September. rp*»; oder „Die Heils quelle." — Der immer fleißige und nimmer ermüdende Emanuel Hecht hat unsere so ausgebreitete liturgische Literatur wiederum, mit einem neuen Amvachs vermehrt, indem er unter obigem Titel einen „Siddur mit deutscher Übersetzung" - herausgegeben, dem hinten noch eine Reihe deutscher Gebete (für Israels Töchter) als „Anhang" bcigefügt ist. — Neues, wirklich Neues hat Herr Hecht diesmal nicht geschaffen, — weder in der Einrichtung, noch in der Uebersetzung, noch in dem Anhang.*) Was speciell die Uebersetzung anlangt, so finden wir diese nicht blos nicht besser, sondern an vielen Orten sogar noch weit uncorrecter und m ä n g e l h a ft e r, als in den bereits vorhandenen verdeutschten Siddurim. In dem Bestreben, „wörtlich zu übersetzen", ist Herr H. nicht consequent, und wo er sich bemüht, poetische Stücke in poetisch gehaltener Uebersetzung wiederzugeben, da fehlt es ihm an jedem poetischen Schwung, und er wird hart über die Maßen. Beweise hierfür liefern namentlich die Nebertragungen von Jigdal, A’don olam, L’cho dodi, auch von Ben Gabirol's Morgenlied, von der Chanukkah-Hhmne u. s. w. u. s. w. — Auffallend curios ist der deutsche A'don olam ausgefallen, weil Herr H. sich darauf gesetzt hatte, die sämmtlichen 10 Verse durchgängig auf „and" oder „annt" (gewiß um den hebräischen Schlußsylben oder zu entsprechen) endigen zu lassen. So sind z. B. II. und III. wie folgt wiedergegeben : *) Siddurim mit angehängten „deutschen Gebeten" (für's weibliche Geschlecht) haben wir wenigstens schon in verschiedenen Ausgaben gesehen. „Du sprachst, da stand das Weltall da, und König wardst Du da genannt, „Und herrschen wirst Du einst allein, wenn einst das All in Nichts verschwand." Und nun . gar erst IX. und X.: „Jrn Schlafen und im Wachen geb' ich meinen Geist in Deine Hand „Und MMMMb.. Ich frFMtzjyichts; Gott ist mit mir, die "tzmilrüßBurchdverschwand."*) Als PrpDUD.t l i ch WNeßtzrsetzung sei auch eine Stelle ' aus L’cho .,$($ angMhxA..Hier ist nämlich der 2te Theil der 4 tenStropheif^,wiedergegeben: „Durch die Hand Sohn Jsai's aus Beth LeMm ist nahe zu meiner Person die Erlösung." —- Von Sprachfehlern ist die Uebersetzung auch nicht frei. So ist z. B. S. 13 das rzt nns^j mit „die Du in mir gelegt" wiedergegeben; S. 145 : “ja mit „durch die Hand jenes Mannes, ein Abkömmling Perez"; S. 162 1N1722 mit „ohne Gleichend"; S. 176 mit „da strahl's Licht"; S. 280 mit „wer Dich flucht, sei geflucht re. rc.**)—-Wenn S.-144 nn« durch „Beobachten und Gedenken, im Ausspruch verneint" wiedergegeben ist, so wollen wir dies für einen „Druckfehler" halten, können es aber dem Herrn Herausgeber doch nicht verzeihen, ein Buch in die Welt zu schicken, das solcher Druckfehler eine große Menge aufzuweisen hat — und noch dazu einen Siddur, der doch in Jedermanns Hände kommen soll. Herr H. scheint überhaupt diesem neuen Kinde seiner Muße wenig oder gar keine väterliche Sorgfalt gewidmet zu haben, — und wir bedauern dies um so mehr, als man nun den Bibelvers, welchem er seines Buches Titel entlehnte, — nämlich das jesaitische i-rsnizrn 'wun piütoa anntfutt ***) auf das Buch selbst nicht wird anwenden können, -f) L. Weyl. *) Warum ist das ntn nVj hier z w eiMal übersetzt? — Alle andern Fragen und Bemerkungen wollen wir unterdrücken. **) Diese und mindestens noch drei Mal so viel Fehler haben wir gefunden — nicht indem wir das Buck- Seite für Seite und Stück für Stück durchgingen, sondern indem wir es (noch unaufgeschnitten) nur da und dort aufgeschlagen, resp. darin geblättert haben. ***) Jes. 12, .3. f) Das Buch zeichnet sich übrigens durch seine Vollständigkeit aus, — aber nur was den Tert betrifft,' da in der Uebertragung so manches Stück ganz ausge-

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