Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 40 (1.10.1861)
- Date
- 1861-10-01
- Page
- Seite 581 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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nm her Bestätigung verscheid und lasse Ihnen chierbei ein Eremplar dieser Urkunde wieder > zugehen/ '/wobei. Ich nur dem Drange Meines Herzens folge, wenn Ich Ihnen: für den -durch Gründung dieser Stiftung bethätigten neuen Beweis liebevoller, aufopfernder Theilnahme und treuer Anhänglichkeit Meinen innigen Dank mit. dem Wunsche hierdurch ausspreche, daß Ihre neue Stiftung zu allen Zeiten eine Quelle des reichsten Segens für. hie alten, hülfsbedürftigen Krieger sein möge. Potsdam,.. 1. September 1861. , Gez. Friedrich Wilhelm, Kronprinz." An den Königlichen Geheimen Commerzienrath und Banquier Herrn Abraham Oppenheim in Köln, z. Z., in Ostende. O e st e r r e i ch i sch e r K a i se t ft a a t. Wien, 21. September. Die „K. Z." läßt sich in Bezug auf das von uns Ln No. 38 mitgetheilte Elaborat über ein österreichisches Religions-Edict folgendermaßen aus: „In den ultramontanen Kreisen herrscht eine große Bestürzung über die Beschlüsse des vom Abgeordnetenhause des Reichsrathes delegirten confessionellen Ausschusses, und man setzt Alles in Bewegung, um zu rettenwas noch zu retten ist. Eine erzbischöfliche Currende an die gesammte Geistlichkeit macht es dieser zur Pflicht, von der Kanzel gegen diese Beschlüsse zu agitiren; außerdem hat der Cardinal Rauscher einen Bericht nach Rom gesandt, in welchem Se. Heiligkeit ängefleht wird, direct bei Sr. Majestät dem Kaiser zu Gunsten des arg bedrohten Concordats zu interveniren. Im Publikum werden übrigens diese Bemühungen unserer Ultramontanen keineswegs gefürchtet. Man hält sich einmal für überzeugt, daß auch in diesem Falle die „zwingende Macht der Verhältnisse" sich bewähren wirw - Ms Mahren, im August. (Privatmitth.) Herr Rabbiner Oppenheim hat in No. 26 dieser Zeitung wieder einmal das Wort in Sachen der jüd. Volksschule erhoben. Schreiber Dieses kann Herrn Oppenheim versichern, daß er und noch so viele andere Lehrer noch immer die Ueberzeugung festhalten, daß der Bestand unserer Schulen in Mähren und Böhmen viel dem Umstande zü danken hat, daß dieselben, so wie die katholischen Schulen der Schuldistrictsbehörde unterstehen. Daß aber der Ehre unserer Religion dadurch kein! Eintrag-geschieht, muß Herr Oppenheim, der doch selbst ■ in Mähren lebte, wissen. Es dürste ihm noch in Er-! innerung ftin, wie unftre Districts-Schulanfseher unsere Schulen niemals in der Eigenschaft als katholische! Priester, sondern immer als kaiserliche Prüfungscommis- - säre visitiren. Darum wird die Prüfung an. christlichen i Schulen immer der Kirchenvisitation angeschlossen, wo- : bei der. Geistliche im Ornate erscheint, und die Hellen J Kirchenglocken laden zu des Festes Glanz. Anders bei der Prüfung an jüdischen Schulen. Da erscheint, der Geistliche niemals als solcher im Ornate, sondern immer in seiner Civilkleidung, und sieht nur darauf, daß in der jüdischen Schule aus den vorgeschriebenen Büchern dieselben Gegenstände, Wie in alten andern Schulen, unterrichtet werden. Wenn aber der katholische Klerus Ungarns Skrupel hatte, jüdische Schälen zu überwachen, so ist dieses nicht die einzige Anomalie,' woran das Ungarland kränkelt, und ist eine Begriffsverwirrung in diesem an Verwirrungen so reichen Lande für uns gerade nicht überraschend. Dieses in Mähren und Böhmen bestehende System hat für den jüdischen Lehrer den doppelten Nutzen. Einmal ist er dadurch vor gewissen Gelüsten behütet. So lange der Religionsunterricht nicht nach gewissen vorgeschriebenen Normen geregelt ist, wäre es für die Schule kein Glück, wenn dieser nach dem jeweiligen Willen gewisser Hiecarchen ertheilt werden müßte. Scheuen sich ja dieselben nicht, das Anathema gegen einander zu schleudern und die größten Koryphäen mit den säubern Epitheta Min und Epikoras zu tractirenz wie würde dies erst gegen die Lehrer geschehen? Ein unschuldiges Barhauptgehen würde hier und da nicht einen Federkrieg allein , sondern gewiß auch ein Zerwürfniß zwischen Lehrer undi Rabbiner und Vieser und der Gemeindemitglieder herbeiführen. Anders bis jetzt in Mähren und'Böhmen der christliche Priester in seiner Eigenschaft als kaiserlicher Schuldistricts - Aufseher den Lehrer fmmer in Schutz genommen,: so daß das mächtige Brauftn gewisser Gemeinde-Olichargen an ihm spurlos vorüberging. Darum Habens bis heute die. Schulen Mährens und Böhmens trotz der Sturmjahre 1848 und 49 wacker ausgehaltem während die ungarischen Schulen, von den Gemeinden/abhängig, wie die Pilze überNacht aufgeschossen, und eben so spurlos in der andern Nacht wdggefegt worden sind. Schreiber Dieses ist jedenfalls für Autonomie in Gemeinde- und ReligLonsangelegenheLten, lebt aber der festen Ueberzeugung,, daß gerade im 40**