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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-10-01 · Heft 40 (1.10.1861) · p. Seite 578

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 40 (1.10.1861)
Date
1861-10-01
Page
Seite 578 (sequence 8)
Language
German
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L78 den immer und immer noch das lange Lamez wie. ö (und nicht wie ä), das Oliolem wie au (und nicht wie S), und. höchstens das 2ere da und dort wie e (anstatt wie ei) aussprechen hören. Warum also in das Schulbuch, resp. in die. Schule gewaltsam Etwas hineintragen*), was das Kind im Leben, d. i. in Haus und Tempel, doch nicht wiederfindet? warum das Kind vorsätzlich verwirren? warum es vorsätzlich auf-Widersprüche stoßen lassen?— Wir finden dies vom pädagogischen. Standpunkte aus durchaus nicht gerechtfertigt. — Was wir aber an dem Verfasser ganz ernstlich rügen müssen, ist: die Terminologie bei ihm dermaßen angehäuft und aufgethürmt zu sehen, daß sie lästig, ja fast unerträglich : wird, — indem Herr M. Z. sich nicht damit begnügt, für alle die üblichen deutschen und lateinischen Kunstausdrücke ihnen mehr oder minder entsprechende hebräische zu liefern, sondern auch noch eine Menge ganz neue erfindet, — so daß man sich wirklich des Ausrufs nicht erwehren kann: ‘tPüäfcra «k trs’ntsa-iii bs> tpöirtb ata JinKr**) --Und womit wir uns endlich am allerwenigsten befreunden können, ist (wir finden es bei M. Z. nicht minder als bei sehr vielen Andern) die Aufstellung einer Declination für die hebr. Substantiv«. Kann es in der That etwas Abgeschmackteres geben? Wenn man schon in der franz. Sprache — die doch wenigstens ihre (der Abänderung fähigen) artiel68 hat — bei den subslantifs m die Annahme einer Declination nicht mehr gern zuläßt, um wie viel weniger dürfte dieselbe im Hebräischen zu rechtfertigen sein?. Kann man hier wirklich den Unterschied zwischen dem 8tat. absol. und dem stst. eonatr., das ist. zwischen Yisi und dadurch bezeichnen, daß man Erstem „Nominativ" und Letztem „Genitiv" nennt? Und läßt es sich wirklich mit Consequenz durchführen, daß die Partikel. rirr vor dem Dia den Accusativ — resst, das Object im Satze — andeute? — Nimm die Bibel zur Hand, lieber Leser, und schlage sie auf, wo es auch sei; überall,, däucht uns, wirst Du Belege genug finden, die. Dich zur Verneinung obiger Fragen bestimmen müßten.— Und wie aus r>« den Accusativ, so hat man — mit eben so geringem Rechte — aus dem b den Dativ und aus dem 72 den Ablativ geschaffen. — Unser *) Und dabei nicht einmal consequent zu Werke Zusehen, da man z. B. hinsichtlich der Buchstaben n-ö-a-a, wenn sie sind, wiederum nichtp 0 rtugi e - ffisch verfährt u. dgl. m. **) Raschi zu Erod. 4, 27. " HerrM. Z. hat sich aber mit diesem Allem nicht begnügt, sondern er hat vielmehr geglaubt, die sämmtlichen vier Buchstaben v^b-a-a als verschiedene Casus-Repräsentanten auftreten lassen zu müssen, und so sind bei ihm sieben sogenannte Biegungsfälle entstanden, die von ihm folgendermaßen benannt, resp. erklärt werden: 1) Nominativ dn^ auf die Frage „Wer?" oder „Was?" — durch den oder n^iaa ausgcdrückt; 2) Genitiv vn^ auf die Frage „Wessen?" — durch das riia^av ausgedrückt; 3) Dativ drw auf die Frage „Wem?" oder „Wohin?" — durch b bezeichnet; 4) Accusativ bw>an orn auf die Frage „Wen?" oder „Was?" — bezeichnet durch n»; , 5) Ablativ mwöw vn^ auf die Frage „Von wem?" — bezeichnet durch 73; 6) 'iaw orii auf die Frage „Wo?" oder „Mit wem?" — bezeichnet durch a, und endlich 7) rniüwii vn^ auf die Frage „Gleich wem?" — bezeichnet durch 2.*) Wäre es aber nicht viel einfacher und.richtiger, dem Schüler zu sagen, daß es im Hebräischen gar keine Declination gebe, und ihm dafür lieber den Unterschied zwischen 1^,22 und ^5302 auf die natürliche Weise auseinanderzusetzen, dem nrr die ihm gebührende Stelle unter den Partikeln anzuweisen, und endlich die vier Buchstaben ü'b-a-a als Das, was sie wirklich sind, — nämlich als Vertreter von Präpositionen rc. **) — zu erklären? — Aber, nein! Das Kind muß ja partout decliniren lernendes muß ja partout durch Regeln und Formen abgequält, sein Geist partout durch einen Schwall von rerminw technicis erdrückt werden. — Da habt Ihr die Pedanterie, da habt Ihr den „alten Zopf" — und Nichts weiter! — Sapienti sat. Louis Wehl, Lehrer. L e i p z ig, 15. September. Herrmann Sternberg: Versuch einer Geschichte der Juden in Polen. Erster Theil. Wien 1860. Je vielseitiger und mannigfaltiger die Literatur der jüdischen Wissenschaft sich *) Was ist dies , anders als das (an seinem Platze zu erklärende) •pWM 'a? **) So das » für )n, das b für by u. s. w.

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