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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-09-24 · Heft 39 (24.9.1861) · p. Seite 562

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 39 (24.9.1861)
Date
1861-09-24
Page
Seite 562 (sequence 6)
Language
German
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gey Griechen erkannt haben. -Der Imam der Moschee dieses Viertels versicherte beHftinem Kopfes daß er zur namlichen Stunde, als -er bei-diesem Hausevorheiging:, um zum.Gebete von den Minarets. zu .rufen, dasselbe Geschrei gehört. Man verhaftete sogleich die ganze-jüdische Familie nebst .noch acht vornehmen Israeliten, man warf dieselben in einen .Kerker und die Untersuchung im Processe führte zu. -neuen Entdeckungen^ Einige Tage nachher verhaftete die Polizei einen Albanesen, Gartendiener im Palais der Sultanin Esma, der mittelst einer-Leiter, während^ der Nacht; in ein Haus gestiegen. - Man stellte Haussuchung bei demselben, an und fand unter Anderm auch einen griechischen. Anzug, -den - er in dem Winkel eines Stalles/ wo er einen Pferdediebstahl verüben wollte, gesunden habe. Der Stall war aber im Hause des Israeliten, welchen man eingezogen, die Kleider waren mehr oder weniger mit Blut befleckt,, und als man dieselben den Eltern des Michalsky zeigte, erkannten sie selbige als diejenigen, welche der Verschwundene zuletzt getragen. Darauf wurden die sanmttlichen eingezogenen Juden der Folter übergeben. Ihre Antwortenwaren natürlich ^ausweichend und verworren/ und :nun Mrs kein Zweifel mehr über die Todesart des Michalsky...- Nun suchte; manden Leichnam und;ein jüdischer- Diener gestand in Folge fürchterlicher Stockprügel, unter, welchen er sein Leben aushauchte, daß er gesehen/ wie; man Abends ein großes Paquet ins Meer geworfen, worin der Leichnam des jungen Griechen sich befunden. Man -verurtheilte 6 zum Galgen, und 14 zu einer starken Bastonnade. Da aber nach türkischen Gesetzen ein Mörder; mitden -Anverwandten des - Getödteten unterhandeln kann,; -um sich der r Strafe jit entziehen, und die Eltern des Michalsky sich dazu bereit fanden, so ward in weniger als .14 Tagen von den Behörden das UebereinkommeNj getroffen, daß die jüdische Gemeinde 200,000 Fcs. zahlte, welche man unter sich theilte. Zwei. Monate nachher. ereignete sich aber in hemsebbenViertel-folgende Begebenheit. Ganz zur Seite von Arnaout Kioi liegt: an den Ufern des Bosporus das-Palais der Sultanin Esma, berühmt. durch den-Einstuß, welchen^ sie auf ihren Bruder, den Sultan Mahomed IN ausübte, und durch ihre ausgearteten. Sitten. Sie war zur Zeit in innigem Verhältnisse mit Herrn Frordik, Legationsrath der; russischen Gesandtschaft in Konstäntin.opel, und ühergehe ich hierbei Stellen über Haremsverhaltnisse, die nicht in Ihr Blatt passen. > An einem schönen Sommermorgen spazierte Herr- Frordik im. Innern des Gartens des Harems, der der Sulta- \ nin gehörte , und wo . sonst kein Mann,, ohne sein Leben, zu wagen,: eintreteu darf, als plötzlich eine Melonenschale szu. Füßen-des christlichen .Adonis niederfiel. Herr Fror-? dik, bekannt mit den Geheimnissen, solcher Plätze, war sicher, daß Etwas dahinter .stäke., Er legte die Stücke zu- - sammen, und sah darauf in griechischer Sprache eingravirt: „Ich, Michalsky, befinde mich hier!" Herr Frordik erhebt den Kopf sucht mit den Augen! das Fenster zu errathen, woher die Schale gefallen, und sieht ein , großes Stück derselben Schale mittelst eines Fadens an einem Fenster aufgehängt, welches hinter dem Zimmer der Sultan in gelegen war. Er macht Zeichen mit der Hand, daß man sich zeige; Michalsky erscheint sogleich und bittet durch bittende Gesten, daß man ihn vom Tode befteie. Herr Frordik, der, wie alle noblen Abenteurer, eine Strickleiter bei sich hatte, warf dieselbe an dieses Fenster, machte dem jungen Griechen Zeichen, hinabzusteigen, und dieser befand sich nach zwei Minuten .zur Seite seines großmüthigen Befreiers. Er erzählte, daß er Monate lang Brot nach dem. Palaste getragen - und dann: eines Tages durch.-einen Verschnittenen in das Innere der Gemächer geführt worden, um, wie man ihm : sagte/ bezahlt zu werden., Man beraubte ihn seiner Kleider, man führte ihn ins Bad, und nachdem er herrlich gekleidet worden, führte man ihn zur Sultanin Esma, die ihn seit dieser Zeit eingeschlossen hielt. Frordik beruhigte den Michalsky, führte, ihn zu seinen Eltern heim, und der auf d i ese Weife erdrosselte Bäckerjunge mußte noch an demselben Abend mit seinen Eltern Hab und Gut verlassen, um ein Asyl in Rußland zu finden. Die Pforte wandte sich auf diplomatischem Wege an die russische Gesandtschaft, es kam bis zum Kaiser Alexander, und dieser Skandal, aufgedeckt durch eine großmüthige That, kostete dem Urheber den schönen Posten, welchen er einnahm, und zu welchem er erst 1829 zurückkehrte.. ...... , , (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. München, 29. August. (Privatmitth.) Herr Albert von Hirsch,, der Sohn des Herrn Joel von Hirsch in Würzburg, hat, als Anerkennung für die dem bayerischen National-Museum gemachten werthvollen Geschenke den Michaels-Orden erster Classe erhalten.

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