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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-09-17 · Heft 38 (17.9.1861) · p. Seite 552

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 38 (17.9.1861)
Date
1861-09-17
Page
Seite 552 (sequence 12)
Language
German
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Apartes haben r einen Culturvcrein, eine, religiöse Organisation, . und dann erst die Emancipation! Für eine, confessionelle Gleichberechtigung. ohne Clausel hat derselbe keinen Sinn!: ■ Wir. lassen dies aber auf sich beruhen, weil Herr Löw von den Thatsachen widerlegt wurde. - Endlich kommt^ Herr Löw zu seinen Lieblingsideen, zu den Culturvereinen und religiösen Organisationen, -und er sagt! hierüber 7 „Culturbestrebungen sind unter e den ungarischen Juden vorhanden, und deren Verdienstlichkeit wird von allen Einsichtigen anerkannt. Der unberufene Schreier O. wird ohne Zweifel auch über den. Handwerkerverein den Stab brechen, da unter den Christen kein ähnlicher Verein. vorhanden ist, und die Juden durch. die Gründung desselben das Zugeständniß: ihrer Anreise ablegen rc.! Bei der fortschreitenden Bildung der. ungarischen Juden ist auch die Gründung/eines allgemeinen Culturvereins zu erwarten rc. rc.^ —! Der Schluß ist des Ganzen würdig! Wir haben Herrn Löw vorgeworfen, daß er in der Conferenz beim .Grafen Karolyi die Emancipation an die vorhergegangene: Gründung eines Culturvereins und in skinem spätem Artikel über den Commissionsantrag an die religiöse Organisation knüpfte — und was antwortete derselbe auf solche wichtige Anklagen, die durch Thatsachen erhärtet wurden? nichts als leere Ausflüchte! Herr Löw vermengt seinen Culturverein mit dem Handwerkerverein, als: dessen Begründer er sich angieb't; aber wo war in den frühem Artikeln und bei der erwähnten Conferenz von einem Handwerkerverein die Rede? Und war es etwa Zeit, beim Grafen Karolyi nach solchen Propositionen von einem Handwerkerverein und dergleichen zu sprechen?. Wir scheiden von Herrn Löw wir werden ihm nie mehr in diesem Punkte repliciren — und verzeihen ihm alle uns beigelegten Epitheta. Die Juden in Ungarn wissen, wer der Schreier und Zänker ist.' Die Gemeinden zu Papa, Stuhlweißenburg, Groß-Wardein rc. wissen davon zu erzählen, wer daselbst das Feuer der Zwietracht angesacht und geschürt hat. Man hat es in Papa noch nicht vergessen, daß 1847 durch Löw's Veranlassung sehr Viele von dessen Gegnem auf Befehl des Stuhlrichters mit Stockschlägen regalirt und nach altmagyarischer Weise geprügelt wurden! Das ist die Friedensliebe des Oberrabbiners von Szegedin, der sich vielleicht wiederum für dm Magyarismuö begeisterte, weil er die Einführung der Prügelstrafe aus reinen Culturrückstchten in naher Aussicht glaubte. Zur Beruhigung und zum Glück der Szegediner Gemeinde hat sich Herr Löw auch hierin verrechnet! Die Culturbestrebungen der ungarischen Juden werden sich ohne Stockprügel Bahn brechen, und die traurige': Mission des Len, Chananja, in allen Gemeinden Zank und Hader zu säen„-wird bald ihr Ende erreichen. Herr Löw. muß es also^sÄbst zugeben, daß auf ihn mit vollem Recht der Spruch des Talmuds angewendet werden kann: Wer unrechtmäßig tadelt, ist tadelhaft, und tadelt gewöhnlich feine eigenen Fehler! D. Oppenheim. .. B emer k un g d er R ed a cti o nü Niemandem kann eine derartige Polemik unangenehmer sein, als uns. Allein können: w ir sie vermeiden? Still zu schweigen bei den ärgsten Fehlgriffen und Irrungen, die dann deren Urheber noch mit den maßlosesten Angriffen vereinigt, ist auch dem Geduldigsten, unmöglich. Doch wir.lassen uns in keinen Zank — Weiteres vermag Herr Löw niemals zu führen — mit diesem Manne ein. Nur eine Bemerkung. Wir hatten Hrn. Löw, der sich bei den einigen hundert Abonnenten seines Blattes als Märtyrer hinstellen will,.und darum immer schreit: wir verführen feindselig gegen sein Blatt, aufgefordert, die Stellen zu zeigen, wo wir ein Wort gegen dasselbe geschrieben — was antwortet er statt dieser Nachmessung? — Nichts, als: die ungarischen Israeliten verlören über unfern Haß gegen sein Blatt alle Achtung vor uns! .So ungefähr. Wenn Herr Löw meint, das sei eine feine Taktik, so irrte er sich: gar sehr.: Jeder sieht die Falschheit derselben ein. Doch genug mit solchen Lappalien, in die Einen alle Augenblicke, diejenigen Männer hineinzerren, welche sich — für Führer der jüdischen Masse, Vertreter der jüdischen Wissenschaft (!!) ausgeben, und vor denen man einen wahrhaften Ekel bekömmt, da man sie.- alles Geistes und. aller hohem Idee baar, aber der Anmaßung bis zum Platzen voll sieht. Im Uebrigen nöthigt uns das Gebahren solcher Herren, nächstens in einem Leitartikelwie wir es schon vor Jahren einmal gethan, vorzuführcn, was eigentlich Wissenschaft sei, und daß diese weder in einer Reihe Büchertitel, noch in einer Zusammenstoppelung. historischer Notizen zu einem geistlosen Aufsatz besteht. : Es wird denselben einleuchtend gemacht werden, daß in einem Leitartikel dieses Blattes bisweilen mehr wahre Wissenschaft enthalten ist, als in zwanzig ihrer sogenannten wissenschaftlichen Abhandlungen. Das Wort Wissenschaft wird aber jetzt gerade unter uns Juden so gemißbraucht, daß es uns nicht , wundern darf, wenn man außerhalb der jüdischen

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