Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 38 (17.9.1861)
- Date
- 1861-09-17
- Page
- Seite 551 (sequence 11)
- Language
- German
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551 was gestrichen werden sollte. Ich selbst habe nicht ein einziges Lesebuch adaptirt. Meine Mitwirkung an der ungarischen Fibel und an dem ungarischen Sprach- und Lesebuch hat sich darauf beschränkt, daß ich die jüdisch-religiösen Lehrstücke revidirteund verbesserte. Herr O. hätte sich also den blinden Lärm eben so ersparen können, wie die Denunciation." So weit der erste Anlauf des Herrn Lö.wll Mit Verachtung weisen wir den Vorwurf der Denunciation zurück, den uns Herr Löw mit Gewalt aufbürden will, und wir verweisen nur auf. den uns vorliegenden I sten Jahrgang des Len Chänanja, wo Herr Löw eine besondere Rubrik: „Sorgfalt der k. k. Regierung für die Verbesserung der Volksschullesebücher" für sich reservirte und treulich all die an ihn gerichteten Belobungen für die dem israelitischen Schulwesen durch die Bearbeitung der genannten ungarischen Schulbücher geleisteten Dienste von Herrn Auguß abdruckte. Das Ute Heft S. 481 aber straft Herrn Löw vollständig Lügen! Freilich wird Herr Löw sagen: wir denuttciren, weil wir dessen Worte: „Ich selbst habe nicht einziges Lesebuch adaptirt", als eine dreiste Lüge bezeichnen! Aber der Statthalterei-Erlaß, Ofen, 17. März 1856, Z. 6863, sagt ausdrücklich: „Im Aufträge des hohen k. k. Unterrichtsministeriums vom 21sten l. I., Z. 15,391, werden Herr Oberrabbiner Löw hiermit ersucht, das in der Anlage mitfolgende Lesebuch für israelitische Schulen in religiöser, sachlicher und sprachlicher Beziehung e i ner g ena uen Prü fun g unterziehen - zu wollen, und das Ergebniß derselben u. s. w. anher gelangen zu lassen." Herrn Löw wurde, ibid 48t ff*, von der Statthalterei für die mit vielem Fleiß und lobenswürdigster Umsicht gemachten Bemerkungen rc. rc. ein Dank votirt — und Angesichts aller dieser veröffentlichten Documente will es Herr Löw läugnen, daß ihm die ungarischen Schulbücher nicht zur Prüfung in religiöser', sprachlicher und sachlicher Beziehung Vorgelegen sind?! Wir haben ein Pröbchen dieser Revision gegeben, und wir wollen darin noch fortfahren, um die Leser zu, überzeugen, daß wir keinen blinden Lärm gemacht haben. - Wohl ist aus Unachtsamkeit mancher Passus auch in den deutschen Lesebüchern stehen geblieben, der in einem israelitischen Schulbuche am Unrechten Orte ist, aber es sind diese Stellen an sich unbedeutend und sehr wenige, während in der Fibel des Herrn Löw derselben Legion sind. So heißt es in.der.ungarischen-Fibel für israelitische Volksschulen, Wien 1859, S.^ 55: , A fin pedig garasait es a mit kenyerebölies szalonäyäböl szajätöl elhuzott, minden sz o m b a t:o n hiven eloitte atyänäk; d. h. „der Sohn aber trug jeden Sabbath seine Groschen und was er sich sonst noch an Brot und S p eck sei n e m M unde abgespart hatrx, fleißig seinem Vater nach Hause."*) Rührt diese Stelle nicht von Ihnen, Hen Löw, her, da es in der katholischen Fibel heißt: jeden Sonntag — und doch lassen Sie der israelitischen Jugend alle Sabbathe den Speck sich vom Munde absparen?! So haben Sie reyidirtund verbessert die Lesebücher für die israelitische Jugend?-? Dafür ließen Sie sich von den k. k. Statthaltereiräthen Haas und Auguß rc. Dank und Anerkennung zollen? Wir sehen davon ab, daß S. 30 über 50 christliche-Namen stehen und nicht ein jüdischer; auch das wollen wir unerwähnt lassen, daß Sie S. 65 der israelitischen Jugend vortischen: wie ein Kind fromm wird? Ezeii ferßn szälezi szenl Ferencz voll, das ward der heilige Franz! Aber wahrhaft possirlich uund lächerlich ist Ihre Anmerkung: „Die Fibel betreffend, - verdient erwähnt zu werden, daß in der mir zur Re v ist o n vorgelegten Handschrift die Unsterblichkeit nicht ausgenommen war, wie denn auch in der deutschen Fibel für israelitische Schulen die Unsterblichkeit fehlt. Der ungarifchen israelirischen Jugend habe ich die Unsterblichkeit gerettet^!! Israeliten Ungarns! merket es wohl: Herr Löw hat Eurer Jugend die Unsterblichkeit, das heilige Abendmahl, die gemästeten Schweine und den Speck am Sabbath gerettet! Wahrlich! Herr Oberrabbiner Löw hat Ursache, stolz zu sein! Glückliches Szegedin, in dessen Mauern der große Heilige lebt!! Herr Löw richtet nun seine gemeine Polemik gegen den Redacteur dieser Zeitg. und fährt fort : „Die Emancipationsfrage in Ungarn versteht weder Herr O., noch Herr vr. Philippfon, der sich zuweilen als Rathgeber der ungarischen Juden gerirt rc. rc." Allein daß Herr Löw die Frage falsch aufgefaßt, zeigt eben der in der letzten Sitzung des Pesther Repräsentantenhauses gefaßte Beschluß Hinsichts der Religionsfreiheit und Emancipation. Herr Löw wollte für die Juden in Ungarn etwas *) Eben so S*. 85 beim Tischgebet der Schluß, daß wir zum heiligen Abendmahlszent vatsorän, zugelaffen werden sollen. 38**