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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-09-17 · Heft 38 (17.9.1861) · p. Seite 547

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 38 (17.9.1861)
Date
1861-09-17
Page
Seite 547 (sequence 7)
Language
German
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547 besonders construirten OfenS auf 60 Grad gebracht werden kann, zur Reinigung von Kleidungsstücken, und das leicht in ein römisches oder türkisches Bad verwandelt werden könnte. Das Erdgeschoß enthält vier große Krankenzimmer und vier kleine, die letztem für Kranke, die allein sein und einen höhern Satz bezahlen wollen. (Ist es richtig, was uns bei der Gelegenheit mitgetheilt ward, daß in Bethanien nur zwei Betten erster Classe für Männer eristiren?) Die Mitte nimmt ein Operationszimmer ein. Zwischen je zwei großen Stuben liegt eine Theeküche und ein Wärterzimmer, von dem die anstoßenden Krankenräume durch Fenster zu übersehen sind. Alle diese Zimmer gehen nach Süden; in den nach Norden gelegenen Eckrisaliten ist neben den Treppen noch Raum für Waterclosets nach der englischen- Construction, die längst allgemeiner sein sollte, und für Badezimmer, namentlich für russische Bäder, gewonnen. An den Zimmern läuft ein Corridor hin, der durch Fenster an jedem Ende gelüftet werden kann. Das Geschoß ist 14 Fuß hoch, ebenso das erste Stock, das zweite, für Krätze, Syphilis und Varioliden, nur 9 Fuß. Es ist zu bedauern, daß man nicht in der Höhe des Gebäudes 6 bis 8 Fuß zugegeben und auf die einzelnen Etagen vertheilt hat. Der Grundriß des ersten und zweiten Stocks entspricht dem Erdgeschoß, nur daß der vordere Theil des Mittelrisalits, der im Erdgeschoß den Flur und die Aufnahmezimmer enthält, im ersten Stocke zu einem Betsaal eingerichtet ist. Die Erleuchtung geschieht überall durch Gas. So gediegen in Material und Arbeit wie der Rohbau ist auch das Tischlerwerk und die Ausstattung der Zimmer. Auch die Farben sind zweckmäßig und mit Geschmack gewählt. Im Nothfall kann das Haus mit 100 Kranken belegt werden. Ein ausführliche Beschreibung verdient die Ventilation. Ein aus der Küche aufsteigender eiserner Schornstein ist in einiger Entfernung von einem gemauerten Mantel umgeben. Der ringförmige Zwischenraum, in den kein Rauch treten kann und der immer.warm sein, in dem die Luft also immer die Neigung haben muß, aufzusteigen, dient als Ventilationsschaft für das ganze Gebäude. Diese Einrichtung läßt nichts zu wünschen übrig und beschämt eine Masse von Gebäuden, in denen ftäte Lufterneuerung ebenso nothwendig, aber entweder gar nicht oder durch ganz unzweckmäßige und unwissenschaftliche Einrichtungen versucht ist. In den Schaft führt aus jedem Zimmer ein Canal, dessen Durchmesser, wahrscheinlich nicht nach Berechnung, sondern nach Gutdünken, auf. 8 Zoll ins Geviert bestimmt ist. Wo der Canal in das Zimmer eintritt, ist er vermittelst einer complicirten, kostspieligen und unseres Erachtens überflüssigen Einrichtung verschlossen, einer blechernen Jalousie, die durch eine Feder fest verschlossen gehalten wird, so lange man sie nicht durch eine Schnur mehr oder weniger öffnet. Wir halten diese Vorrichtung nur deshalb für überflüssig, weil wir uns keinen Fall denken können, in dem ein Hospitalzimmer nicht der Entfernung verdorbener Lust dringend bedürfte, ja wir halten sie für schädlich, weil der Zustand der Ruhe der geschlossene ist, also wenn etwas in Unordnung ist, die Schnur reißt, oder von dem Nagel abgleitet, oder der Wärter nachlässig ist, die Kranken in eine schwarze Höhle eingesperrt werden. Man denke sich eins der 9 Fuß hohen Zimmer mit sieben Pockenkranken belegt und den Ventilator eine Nacht hindurch geschloffen. Wir haben ähnliche Einrichtungen allerdings in England gesehen, aber in den Fenstern, und dort dienen sie nicht selten zum Abführen, sondern wegen der zwiefachen Sttömung, die man in den Jalousieklappen beobachtet hat, zugleich zum Einlassen von Lust, müssen also allerdings wegen des Temperaturunterschiedes unter Controle gehalten werden. Hier hätte ein einfacher Schieber genügt, der im Zustande der Ruhe offen; wahrscheinlich aber, wie gesagt, wäre jeder Verschluß zu entbehren gewesen. Die Zuführung reiner Luft erfolgt hier durch Canäle, die nach außen offen, in dem Windelboden hinlaufen, durch den Ofen gehen und die erwärmte Luft in die Höhe von beinahe vier Fuß in das Zimmer ausströmen. Wir wissen nicht, weshalb man die Oeffnung nicht näher an den Fußboden verlegt hat. Wenn die Betten nicht so sehr hoch wären, so würde die frische Lust über die Nasen der Kranken hinweggehen. Es sei bei der Gelegenheit eines Trugsals erwähnt, dem man oft begegnet: daß der Windofen ein genügender, oder gar der beste Ventilator sei. In der That wirkt der Ofen nur, so lange das Feuer brennt, also eine kurze Zeit am Tage. Zweitens saugt er gerade die durch die Spalten oder bei der Oeffnung der Thür eindringende frische, kältere und darum schwerere, auf dem Fußboden lagernde Lust auf, während die wärmere, durch die Lunge verdorbene zunächst unberührt bleibt. In einer uns freundlich mitgetheilten Nummer der Zeitschrift für wissenschaftliche Therapie-(Band V.,

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