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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-09-17 · Heft 38 (17.9.1861) · p. Seite 543

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 38 (17.9.1861)
Date
1861-09-17
Page
Seite 543 (sequence 3)
Language
German
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543 sei es der schlecht verstandenen Dogmen, oder der schlecht begründeten philosophischen Theorie, zu entledigen. Maimonides, -als rationeller. Theologe zeigt für seine Zeit eine erstaunenswerthe Dreistigkeit als Ereget und eine nicht minder zu bewundernde Unabhängigkeit-als peripatetischer Philosoph. Wenn er öfter die biblischen Texte den Forderungen der Philosophie der damaligen Zeit anschmiegt, fürchtet er nicht das Joch dieser letzteren da zu erschüttern, wo die Einigung ihm unmöglich scheint. AVer begnügen wir uns hier mit einer Ueb erficht dieses zweiten Theites, indem wir die vollständige Würdigung von Maimonides Stellung und die systematische Darlegung seiner Doctrinen für die krolegomenL aufbewahren." Herr Munk geht nun zu einer weiteren Auseinandersetzung der in diesem zweiten Theile aufgestellten und beantworteten Fragen über, und fügt dann einige Bemerkungen über die Manuskripte, aus und nach denen der Text gegeben worden, sowie über seine Übersetzung und Noten hinzu,-in denen er diesmal noch ausführlicher in die Varianten und typographischen Fehler der Uebersetzung des Ibn-Tibbon eingeht. Das Werk ruft dauernd die Bewunderung, nicht blos der Gelehrsamkeit und des Scharfstnns, sondern auch der unerschütterlichen Ausdauer seines Verfassers hervor. Aus Galizien, Mitte August. Wir erlauben uns in Gegenwärtigem die Aufmerksamkeit der Freunde und Pfleger des Hebräischen aus zwei Werke zu lenken, die zwar in stiller Bescheidenheit der. Oeffentlichkeit übergeben wurden, nichts desto weniger aber, vielleicht gerade deswegen in weitern Kreisen bekannt zu werden verdienen dürften. . Das Eine dieser Werke äbn^tt nmp -isv ist eine kurze Weltgeschichte in drei Büchern, die zusammen zwei Theile (Bände)' ausmachen, von welchem der erste (vom Beginne der. Geschichte bis zum, Ausbruch der französischen Revolution) bereits 1858 in Wien und der zweite (von da ab bis 1852) in Lemberg 1860 erschienen ist.— Da es nicht unsere Absicht ist,, hier eine eingehende Kritik zu schreiben, so möge blos die Versicherung genügen, daß diese „Weltgeschichte"*) in fließendem, correctem Hebräisch geschrieben, sachgemäß gefaßt und gleichmäßig aus- *) Jnr neuen „Jahrbuch, für Israeliten 5622 von Werthetmer und Kompert in Wien" S. '144 — 45 geschieht blos des" 2ten Theiles Erwähnung, daher die irrt hümliche Angabe des Titels' „Hebräische 'Geschichte Frankreichs von 1789-7-1852". :;; geführt, uns—da sie überdies in reiner Quadratschrist gedruckt und nicht ungefällig ausgestattet iss — sehr geeignet scheint, vorgerückten Schülern dieser Sprache zur Uebung und fernern Vervollkommnung als Lesebuch in die Hand gegeben zu werden. Wir können dieses Werk daher mit gutem Gewissen Lehrern des hebräischen Sprachfaches und Freunden derartiger Lectüre empfehlen. Die Brauchbarkeit dieses Buches macht uns übrigens die Erwähnung der in jeder BeziehungMißlichen Lage des Verfassers — was an und für sich schon hinreichen würde/ wohlhabenden Eltern die Anschaffung dieses Geschichtswerkes als eine Handlung wahrhafter Mildthätigkeit erscheinen zu lassen — entbehrlich.— Dieses Büch kann direct vom Verfasser und Eigenthümer*), Hrn. Feiwel Goldstoffin Krakau bezogen werden. Nicht minder empfehlenswerth scheint uns ein anderes, -n»!n von »b (die Endbuchstaben von Naftali Mendl Schorr, älterem Bruder des bekannten Herausgebers des ^i8nn) betiteltes hebräisches Werk belletristischer Natur. Der Verfasser' will, wie er sich im Vorworte ausspricht, einen Versuch machen, seine Stamm- und Sprachgenossen mit einem ihnen bisher noch unbekannten Literaturzweig, der Novelle, bekannt zu machen. Er habe zwar in seiner Jugend ein Buch „ -na bi» ttTabtö" gelesen, welches sieben Erzählungen enthielt- -'die aber sämmtlich dürr, ohne moralischen Inhalt und literarisch werthlös waren. — Der Schauplatz der Handlung, die diese Novelle entwickelt, ist in einer großen Stadt in Spanien. Ein angesehener Jude daselbst wird von dem Jnquisitionstribunal in den Kerker geworfen; in dem Momentewo er nebst vielen Andern bei einem Auto-da-Fä den Feuertod erleiden soll, tritt durch die unerwartete Dazwischenkunft eines mitverurtheilten Zigeuners **) eine mömentane Suspension der Hinrichtung dieser Personen ein. Aus den Aussagen des Zigeuners in einem geheimen-Verhör stellt sich heraus, daß der Inquisitor das einst verschwun- **) Er gab es auf eigene Kosten heraus, und. wäre glücklich, sähe er die gehabten Auslagen wieder in seine leeren Taschen zurückfließen. Daß NbV bnb ö^asrib drb hüi D^iaib, ist leider eine nur zu sehr bekannte Wahrheit; dieser gute Mann kann > aber unmöglich ein so großer ^221 V2N sein, wie es ihm an vnb und nw-i fehlt! -; :?*). Bei dieser, Gelegenheit theilt uns der >Werft eine neue Ansicht , über die Etymologie des noch immer dunkeln Wortes „Zigeuner" mit. Nach ihm wäre dieses Wort voü'M (in Aegypten) abzuleiten, da die Sefarbini bekanntlich^ das ywie! 22! aussprechen; so; bedeutete ,-Zigani>--- Zingani" so - viel wie- -== 38*

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