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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-09-17 · Heft 38 (17.9.1861) · p. Seite 542

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 38 (17.9.1861)
Date
1861-09-17
Page
Seite 542 (sequence 2)
Language
German
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542 größten Triumphe in den letzten Jahrzehenden errungen, und ist eö dahin gekommen, daß die Stellung des kleinen Häufleins Jeschuruns in allen Erdtheilen eine hochwichtiges von den Staatsmännern, wie von der Mkbliciftik überall gewürdigte Angelegenheit geworden. Dies ist es, was wir in diesem Augenblicke unsren Lesern als einen Festgruß aus einer höheren Region des menschlichen Lebens ins Bewußtsein rufen wollten. *' Wir wissen sehr wohl,Daß es eine innere Erweckung der individuellen Menschenseele giebt, die für diese als Individuum und für das Heil derselben eine höhere Bedeutung als alle politischen und socialen Fragen hat, und daß durch diese jene Erweckung des persönlichen Menschengeistes in sofern benachtheiligt wird, als sie von ihnen verdrängt oder doch abgeschwächt wird, Allein der Mensch ist eben nicht blos Individuum, sondern gehört dem Menschengeschlechte an, und steht auf dem Standpunkte, den dieses zur Zeit einnimmt. Und je mehr die großen menschengeschlechtlichen Streitfragen gelöst, je mehr die menschliche Gesellschaft eine sittliche wird, wo Gewalt und Druck vor der unwiderstehlichen Geltung des Rechts, alle grausamen Vorurtheile vor der Machte des Menschenthums schwinden: desto höher steht auch das Individuum, desto reinerer Gottesodem durchweht auch den persönlichen Geist) das innere Seelenleben verliert an Sentimentalität, aber wird kerniger, gediegener und harmonischer. Vom Standpunkte des Judenthums ist dies gewiß das Richtige- und die Religion Moscheh's begann vorzugsweise damit, im Gesetze die Grundlage einer wahrhaft rechtlichen Gesellschaft zu werfen. Beleben wir daher diesen Geist uns immer mehr, und es wird, bald auch der inneren Erweckung wieder neuer Raum gegeben sein. Literarischer Wochenbericht. M agd eb urg, . 9. September. Wir haben heute das Vergnügen, der wissenschaftlichen Welt die Vollendung des zweiten Theils der Ausgabe und Bearbeitung des „Führers der Irrenden" (More Nefauchim) vonMaimonides durch S. Munk in Paris. anzuzeigen. Bekanntlich erschien der erste Theil 1856, und enthielt außer einer Vorrede den arabischen Originaltext des ersten Theils des More, die französische Uebersetzung und erläuternde und kritische Anmerkungen in derselben Sprache. Dieser zweite Band enthält ganz dasselbe bezüglich des zweiten Theils des More. Aufgehalten ward das Erscheinen dieses, zweiten Bandes theils durch Umstände, die vom Willen des Autors nicht 'abhingen, theils? durch die Herausgabe der 1859 erschienenen „Melanges tle Philosophie juive et arabe.“ Bekanntlich hat, um die Verbreitung dieses überaus wichtigen Werkes zu erleichtern, das Institut zur Förderung der Israelitischen Literatur eine Anzahl Eremplare vom Verfasser erworben und den Abonnenten des Instituts, aber nur diesen — dies hat sich der Verfasser ebenso Vorbehalten, wie cs auch in der Natur des genannten Instituts liegt — zu einem ermäßigten Preise zu Gebote gestellt. Der erste Theil, der im Ladenpreise 25 Fr., d. i. 6 Thlr. 20 Ngr. kostet, verkaufte das Institut für 472 Thaler. Der nunmehr erschienene zweite Band kostet im Ladenpreise 20 Fr., d. i. 57$ Thlr. und das Justitut giebt ihn seinen Abonnenten für den Preis von 372 Thaler. Gegen Francoeinsendung dieses Betrages kann jeder Abonnent Ercmplare von dem Commissionär des Instituts, Buchhändler Oscar Leiner in Leipzig erhalten... Das Erscheinen des dritten Bandes, dem dann noch?ioIegomena folgen werden, setzt der Verf. in nahe Aussicht und wir wünschen die Verwirklichung vom Herzen. — Bekanntlich ist der zweite Theil des More sowohl in der Uebersetzung Fürstenthals ausgefallen, von der nur der erste Theil, als auch in der von Scheper, von der nur der dritte Theil erschien. Wir können also die Vollendung dieses zweiten Bandes auch von dieser Seite her um so freudiger begrüßen. Ueber den Inhalt spricht sich Herr Munk in der Vorrede also aus: „Der Band, den ich heute veröffentliche, schließt den zweiten Theil des „Führers" in sich und zwar den, der die wenigste Aktualität hat und dessen trockene Scholastik dem Uebersetzer und Commentator die meiste Schwierigkeit und dem Leser den geringsten Reiz darbietet. Er hat die höchsten Fragen der Theologie und Philosophie zum Gegenstand) und wenn die vorgelegten Lösungen den Theologen und Philosophen unserer Tage wenig befriedigen, so bieten sie wenigstens ein mächtiges historisches Interesse, indem sie uns gestatten, mit einem Blicke die Probleme, die während mehrerer Jahrhunderte die erhabensten Geister der drei Glaubensgenossenschaften beschäftigten, und die Anstrengungen, die gemacht worden, um zwei anscheinend, feindliche Autoritäten, die Bücher der h. Schrift und die Werke Aristoteles, zu vereinbaren, zu umfassen. Man mußte von der einen oder anderen Seite gewisse Vorurtheile opfern und sich der Ketten,

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