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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-09-17 · Heft 38 (17.9.1861) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 38 (17.9.1861)
Date
1861-09-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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25, Jahrgang. U ll g C M eine ■ 1 ‘;' ‘ § -fl- - WV Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Vr. Ludwig Philippfon in Magdeburg. Leipzig, den 17. September 1861. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in l'/r bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 1b Ngr. Vierteljährig 22*/a Ngr. Inserate werden mit lVa Ngr. für die Petit-Zeile oder deren Raum, berechnet. Beilagegebühren. betragen für, 1 Bogen 4 Thlr., für '/r Vogen 3 Thlr., für l/* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptcxpedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt «ZeitungS-Bureau hier unterzogen.' Inhalt. Leitende Artikel: Ein kurzer Festgruß. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichtenr Preußen: Berlin. Oesterreichr- ■s scher Kaiserstaat: Wien. Wien, Teplitz, Gr. Becskerek. Die Schweiz: Zürich, Endingen, Aarau. Rußland: Warschau. Leitende Artikel. Magdeburg, 9. September. Ein kurzer Lestgruß. Mitten in den heiligen, hochernsten Tagen stehend, welche die Synagoge den innersten Fragen der menschlichen Existenz gewidmet hat, sehen unsre Leser es uns wohl einmal nach, wenn wir einen Augenblick die Artikel über sehr wichtige Gegenstände, welche wir in den letzten Nummern d. Z. begonnen haben, unterbrechen, und heute nur einen innigen und warmen Festgruß über die Ferne hin allen Denen zusenden, welche diese Blätter als willkommene Voten in ihren Wohnungen zu empfangen pflegen. - Es ist sicher eine große Zeit, in der wir leben, und welche in ein kurzes Leben nicht blos Ereignisse von der größten Wichtigkeit, sondern auch Entwicklungsphasen, die vor Iahrzehenden noch unverstanden waren, zusammendrängt^ Während im Osten von Europa z^eiundzwanzig Millionen Leibeigner ihre augenblickliche Freiheit und einen allmähligen Grundbesitz erlangen, ohne daß jenes kolossale Reich dadurch von wesentlichen Erschütterungen ergriffen ist, kämpft man jenseit des Oceans um das Dasein oder die Vernichtung des Sklaventhums, und wird durch den Gang der Ereignisse dazu gezwungen, hierum zu kämpfen, da man dies so gern vermieden hättet Neben diesen kolossalen Fragen des ganzen Menschengeschlechts setzt ein drittes staatliches Princip, die Nationalitätsfrage, Europa in Unruhe, und während es in Italien, wo es zugleich die Frage um weltliche Herrschaft des Papstthums oder deren Vernichtung in sich schließt, noch mit den Folgen der Unvollständigkeit seines bisherigen Sieges zu kämpfen hat, erscheint es an anderen Punkten zum Unterliegen bestimmt, wenigstens für jetzt, , und hat sich von Einseitigkeit und Ausschließlichkeit nicht' frei gehalten. Die Frage um eine konstitutionelle, und später um eine wahrhafte und wirkliche konstitutionelle Staatseinrichtung drängt überall zur Austragung und wenn sie auch auf dem Festlande noch lange nicht zur endgültigen Lösung gekommen, ja in dem einen Staate an Terrain wieder verlor, was sie in einem anderen ge- ' wöiinen, so zeigt sie doch, daß kein Bollwerk ihr zu widerstehen vermag und sie.nach und nach alle Grenz- Banlören überschreitet. Mit ihr aber und noch über sie 'MaüS reicht die Frage der bürgerlichen Gleichstellung Mr Confessionen, oder mit anderen Worten die Nichtberücksichttgung consesstoneller Unterschiede hinsichtlich der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten, also die Glaubens-und Gewissensfreiheit. Diese hat die

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