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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-09-10 · Heft 37 (10.9.1861) · p. Seite 534

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 37 (10.9.1861)
Date
1861-09-10
Page
Seite 534 (sequence 8)
Language
German
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war. Der heiligen Lade' gegenüber/ nach der Mitte der Synagoge Hin, steM eine vierseitige Estrade (dir Almemar, Betstuhl),, deren Brustlehnen, eben so wie die Kanzel, in reichster Schnitzarbeit von Bildhauer Stephan in Köln ausgeführt wurden/ Diese Estrade, zum Vorlesen der: Thoras dienend, ist: an den: Ecken mit vier: prächtigen Candelabern mit je sieben Flammen versehen. Die Beleuchtung der Synagoge überhaupt erfolgt durch Gas und jes^nd/ auch die hierzu dienenden Leitungen und Leuchterarme reich und zierlich gestaltet.:-7- Im Souterrain^ des Gebäudes befinden sich die Frauenbäder, deren Wände mit Porzellan bekleidet und deren: Wannen aus carrarischem Marmor angefertigt, sind. Wir haben schließlich noch der Vorhalle der Synagoge zu gedenken. Dieselbe zerfällt in fünf Räume, wovon zwei zu den. Zugängen der Frauenlogen, .der mittlere als HaupteingaNg für die Männer und die beiden übrigen zur Wohnung des.Castellans bestimmt 'sind. Die Vorderwand der Vorhalle ist mit Zinnen gekrönt und mit' sechs Minarets geziert. - „Also gestaltet, macht der neue Tempel .im Ganzen wie im Besonderen überall den Eindruck der Pracht und7beb höchster Mannigfaltigkeit der Formen und,Farben den Eindruck, ungestörter Harmonie. Diesen Eigenschaften entspricht auch, die Ausstattung desselben mit Gerüchen und Utensilien. „Ueber den Hergang, der gestrigen Einweihungsfeier ist Nachstehendes zu berichten.; , „Nachdem der Vorstand, die Repräsentanten und die Mitglieder der Gemeinde sich um 3'/r. Uhr Nachmittags nach der bisherigen Synagoge begeben hatten, um daselbst Gebete zu verrichten und die geschmückten Thorarollen auszuheben, welche'durch den Rabbiner an die Aeltesten der Gemeinde übergeben wurden, erfolgte um 4 Uhr die Qeffnung der neuen Synagoge für die eingeladenen Ehrengäste, als welche sich die Spitzen der königlichen und städtischen Behörden und zahlreiche Personen des Honoratiorenstandes von Köln eingefunden hatten. Gleichzeitig setzte sich der Festzug der Gemeinde, von der seitherigen Synagoge ausgehend, von der St. Alpernstraße durch die Breitstraße, Columbastraße und Glockengüsse nach der neuen Synagoge in Bewegung. Der Zug^ sehr schön ausgestattet mit Fahnen und Musik, erreichte sein Ziel in musterhafter Ordnung und machte auf die Tausende von Zuschauern, welche alle vorgenannten Straßen füllten, den würdigsten Eindruck. In die Synagoge eingetreten, wo sich außer den Ehrengästen auch die - 'weiblichen Angehörigen der .Gemeinde! schon vorher/versammelt, und in:. ihreLogen: begeben .haitenerfolgte zuerst mit: wenigen: herzlichen Worten die' Uebergäbe der Schlüsseln 1 an den Gemeindevörstand /durch den Herrn Eommercienrath Simon Oppenheim, den Bruder des Geschenkgebers, im Namen, und im Auftrag dieses Letzteren. : ’ .; i; / /r/; .„Nachdem die Entgegennahme, der Schlüssel/stattgesunden, nahm ein Mitglied des Vorstandes, Herr de Jonge, im Namen des/Letzteren das: Wort, zunächst zur Begrüßung. der Ehrengäste, deren zahlreiches Erscheinen dankbar anerkannt und als ein erfreulicher Beweis der Anerkennung, welche der großmüthigen Schenkung des Herrn Abraham Oppenheim gebühre, betrach^ tet wurde. Der Redner gab dann einige. geschichtliche Erläuterungen und rühmte die hochherzigen Gesinnungen des Geschenkgebers, der sich den immerwährenden Dank der Gemeinde erworben und gesichert, habe und der zum größten Bedauern, aber aus sehr.nahe liegenden Gründen, bei-der heutigen Feier nicht zugegen sei. Nachdem hierauf die vom 15. August d. I/ datirte Schenkungs-Urkunde verlesen worden, zollte der Redner auch warmen Dank dem Geh. Regierungs- und Baurath Zwirner, der durch seine Erkrankunglebenfalls, zum Leidwesen, der ganzen Gemeinde, abgehalten sei, der Feier beizuwohnen, sodann auch dem Architekten Meder für dessen thätige und höchst sorgfältige Leitung des Baues. Auch den bei demselben thätig gewesenen Bauarbeitern ward. Dank gesagt. . „Hierauf nahm der gottesdienstliche Theit der Einweihung seinen. Anfang. Der heilige Dienst, so wie die Festpredigt wurde von dem Rabbiner der.Gemeinde, Herrn Div Schwarz, abgehalten „und zwar in. der würdigsten Weise. Die Gebete und Gesänge, letztere ausgeführt von einem gemischten Chor mit/Orchesterbegleitung, trugen in jeder Beziehung das Gepräge einer ernsten, zur Andacht stimmenden Feierlichkeit, zumal in den Momenten, als der Rabbiner die heilige Lade öffnete und dann/ nachdem die sieben Umzüge der Träger der Thoras um den.Almemar und das Weihegebet geschehen waren, die Thoras in die Bundeslade gebracht wurden. Die fromme Feier schloß um 8 Uhr Abends mit Absingung/des 150ften Psalms.. Sie,wird, in den Jahrbüchern der hiesigen israelitischen Gemeinde eine glänzende Stelle einnehmen und deren .dankbares Gedenken an den edlen Gefchenkgeber auf späte Geschlechter/bringen." /

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