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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-09-10 · Heft 37 (10.9.1861) · p. Seite 531

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 37 (10.9.1861)
Date
1861-09-10
Page
Seite 531 (sequence 5)
Language
German
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Mark (10,000 Thaler).; Die Gesammt-Einnah me der Stiftungen., Kr -verschiedene; .fromme (meist wohlthatige und zum kleinen _ Theil auch cultuelle) Zwecke beträgt ungefähr 50,0l>0 Mark (20/000 Thaler). Die Schulen unterrichten,700 Knaben und Mädchen ganz frei — auch mit Beihülfe zur Bekleidung — und etwa 100 gegen ein mäßiges Schulgeld. Außer diesen öffentlichen Mitteln und Wegen giebt es etwa 30 jüdische Vereine.theils zur Unterstützung, theils zu gegenseitiger Hülfe, wozu noch eine ziemliche Anzahlsolcher allgemeinen Anstalten und Vereine kommen, die auch, den Juden zugänglich sind. Unsere jüdische Vorschuß-Anstalt hat 1860 Ln 830 Portionen 105,000 Mark 142,000 Thaler) ausgeliehen, bei denen das ungewöhnlich hohe Verhältniß von 22/s Procent von den Bürgen eingezogen werden mußte. Es wurden durch 3 Schächter koscher geschlachtet 2108 Ochsen, und 5267 Kälber (letztere meist für christliche Schlächtermeister) und versteuert 609,000 Pfund Öchsenfleisch mit .*/, Thaler für 100 Pfd. Außerdem. wurden von den Schächtern trefa gemacht 656 Ochsen und 358 Kälber.. , In politischer Beziehung und in Hinsicht auf die innere Organisation der Gemeinde hat das Jahr nichts Neues geliefert, auch nicht im Cultus-Departement. Die Beschneidung wird von der ganzen Classe, die überhauptdie Ceremonien nicht beobachtet, immer mehr unterlassen, und wenn bie, Prediger gerufen werden, um in den Privathäusern statt dessen ein Gebet zu verrichten, so dürfen sie es schon wegen koneh razüz lo jischbör k. nicht immer verweigern. Daß sich hieraus auch noch ein nach geäffter Ritus — von denen wir leider schon viel zu viele haben — entwickeln möchte, ist indessen hiesigen Orts, für jetzt nicht zu befürchten. Während dieses Sommers starben hochbetagt der als ebräischer Schriftsteller und Dichter bekannte Moses Mendelson, dann der emeritirte Tempel-Chäsan, David Meldoln, und neulich ein Oelmäkler, Namens David Abraham Cahen, Vater des Carmelitermönchs, berühmten Organisten und französischen Predigers, Pater Hermann in Paris, dem, oder vielmehr dessen Kloster nunmehr ein namhafter Theil dieses namhaften Juden-Nachlaffes (non sovvet!) zufällt., Der Verstorbene hat unsere Anstalten mit einigem Tausend Thalern bedacht, und die Erecutoren haben es sich gegönnt,,, die am Grabe und« im Tempel gehaltenen Reden und Nachruft gedruckt jenem Mönche einzusenden.' . Man ist hier keineswegs durch das neuerliche Benehmen der Magyaren gegen die Juden überrascht, da es die natürliche Folge des Racenfanatismus ist. Allen Respect vor der Bildung der ungarischen Nation, die ja groß genug sein muß, da sie es wagen-darf, durch scharfe Hervorhebung ihres der civilisirten Welt unbekannten Idioms fast alle Verbindungswege mit dieser abzubrechen; — allein sie wird doch wohb.zugeben, daß vorläufig noch die norddeutschen aufgeklärten protestantischen Holsteiner wenigstens eben so gebildet sind — und wie behandeln die ihre jüdischen Mitbürger in politischer und socialer Beziehung, von Mecklenburg, der Heimath Kuno Hahns, gar nicht zu reden! Gleiche Ursachen, gleiche Wirkungen. Wenn ThoaS aufhören soll, die Fremden zu schlachten, so müssen immer erst eine Jphigenia, ein Orest und alle Furien dazwischen gekommen, .und die alten Götzenbilder fortgeschafft sein. Zwei bedeutende Werke: Riehls deutsche Arbeit und Buckles Geschichte der Civilisation ln England, zeigen wieder einmal, wie sehr der allgemeinen Literatur in unserer Zeit der alttestamentarische Gesichtspunkt abhanden gekommen ist. Es ist hier kein Platz, dies nachzuweisen; angeführt sei blos, daß Riehl die Idee, daß die Arbeit etwas Hohes und Edles sei, dem entwickelten Christenthum — das sich ja gar nicht darum bekümmert— zuschreibt und ganz vergißt,^ daß cs wohl keine schönere Apotheose der Arbeit-geben kann, als den einfachen Bericht, die Gottheit habe den Menschen in ihrem Bilde erschaffen und ihn dann gleich in einen Garten gesetzt, um diesen zu bearbeiten und zu erhalten. Sollte an dieser Erscheinung (des Abhandenkommens) nicht der Umstand schuld sein, daß die Entwickelung der jüdischen Ideen jetzt einen ganz abgesonderten, von der übrigen Welt wenig beachteten Privat- Canal bilden? Preußen. Aus dem Posenschen, 20, August. (Privatmitth.) Die R e a l f ch u l e zu Po sen ist von 153 jüdischen Schülern (circa '/» der Gesammtschülerzahl) frequentirt, Den Religionsunterrich t genießen dieselben. alle von dem Herrn Rector Moritz Rosenstock,,welcher — nach Abhaltung eines vollständigen Probejahres — seit dem 4. April o. an der Anstalt als Religionslehrer definitiv angestellt.Außer ihm hat aber noch ein anderer Israelit , eine feste Anstellung. bei

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