Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-09-03 · Heft 36 (3.9.1861) · p. Seite 520

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 36 (3.9.1861)
Date
1861-09-03
Page
Seite 520 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3226256-3226293--19714-3248745
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

52V dagegen nach der Zerstörung des Tempels über Halachoth, die den Tempelcultus beträfen, wohl Streit, resp. Zweifel obwalten könnte (wie über ü^i-r-sid^), von Maim. selbst in seiner Einleitung zu Seraim aufs Deutlichste widerlegt. Jedenfalls verräth die^ Broschüre eine gewandte Handhabung der hebräischen Sprache, so wie ein tieferes Eingehen in die halachische Literatur. Wir sind indeß der Ueberzeugung, daß der verehrte Herr Verf. der Hodegetik, der uns . bald mit deren zweitem Theile erfreuen möge, in demselben auch jeden Zweifel lösen und eine eingehende Würdigung seiner den Werth des Werkes erkennen lassen und über den unerquicklichen Streit den Stab brechen wird. vr. W. Landau. Zeitungsnachrichten. Preußen. Köln, 25. August. Am 29sten d. wird unsere, durch die Munistcenz des Geh. Commerzienrathes Abraham Oppenheim und nach dem Entwürfe des Dombaumeisters Zwirn er erbaute Synagoge feierlich eingeweiht. Die Einladungskarten sind von einersehr gelungenen, in buntem Farbendruck ausgeführten Ansicht der Synagoge in gr. 8. begleitet.*) Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, im August. Die„K.Z." schreibt: Die bekannte Mortara-Geschichte hat in ihrer Zeit nicht geringes Aufsehen erregt, und doch wie unbedeutend ist sie — sagt die MedicinischeWochenschrift — in ihren Consequenzen gegen jene zahlreichen ähnlichen Geschichten im wiener Gebär- und Findelhause. Das genannte Fachblatt will daher die Aufmerksamkeit der Behörde „auf einen Mißbrauch, ja, auf einen himmelschreienden Barbarismus , gegen welchen der Mortara-Fall nur eine Kleinigkeit ist, lenken," und eMhlt:,, Ins Gebärhaus kommen ledige Schwangere, welche hier unentgeltlich, weil zum Zwecke des Unterrichtes, entbunden werden. Die Neugeborenen Kinder werden, wenn die Mütter im Findelhause Ammendienste durch drei Monate verrichten, als Findlinge verpflegt, ohne daß jedoch den Müttern die Gelegenheit benommen würde,, ihre Kinder jederzeit zu sehen, bei sich zu behalten oder für deren Zukunft *) Auch dem Unterzeichneten ward die Ehre einer Einladung Seitens des Vorstandes, und bedauert er nur wegen der Kürze der Zeit v o r den h. Festtagen derselben nicht Nachkommen zu können. vr. L. PH. Sorge zu tragen. Dieser Wohlthat erfreuen sich jedoch nur katholische Mütter; denn wenn eine ledige Jüdin in derselben Art verunglückt, und das Recht des unentgeltlichen Gebrauchs der Gebäranstalt benutzen will, so kann sie sich nicht gleicher Begünstigungen wie die christliche Mutter erfreuen; vor allem wird ihr Kind ohne, ja gegen ihren Willen getauft, sodann der mütterlichen Obhut entzogen und ins Findelhaus gebracht; von diesem Momente an ist das Kind für die Mutier verloren; es wird der Jüdin keine sogenannte Findelhaus-Nummer gegeben, sie darf ihr Kind nimmer sehen, auf dessen Erziehung keinen Einfluß nehmen, ja, wenn sie auch nachforschen wollte, es sind ihr die Mittel hierfür genommen, denn es fehlen ihr hierzu alle Behelfe. Düs Kind ist als elternlos eingetragen, namenlos ausgenommen." (Wäre es nicht die Pflicht Mannheimers, Jellinek's u. A., diese Sache in die Hand zu nehmen und eifrigst zu verfolgen? Redact. d. A. Z. d. Jud.) Niederösterreich, 16. August. Die „Österreichische Zeitung", die bekanntlich der Concordatspartei gegenüber kein Blatt vor dem Munde hält, brachte neulich einen „Religiöse Hetzereien" überschriebenen Artikel, der in d. Bl. eine unverkürzte Aufnahme verdient, da es diesmal unsere Sache ist, die sie vertheidiget, und zwar gegen die maßlosen Angriffe des allein seligmachenden „Volksfreuud". „In Steiermark wurde jüngst," so lautet dieser Artikel, „ein Mädchen von 7 Jahren im Walde ermordet gesunden; kurze Zeit vorher wurde in Tyrol ein 8 jähriges Mädchen in gräßlicher Weise verstümmelt. Steiermark und Tyrol sind bekanntlich nicht von Juden bevölkert, dennoch soll man sich dort bei der Voruntersuchung zu dem Glauben (?) berechtigtst!) halten, ein Jude habe das Mädchen geschändet, geschunden und ermordet. Der „Oesterreichische Volksfreund," das Organ des Severinusvcreins, begnügt sich aber nicht mit dieser Denunciation, sondern fügt hinzu, „„daß, wenn die beiden. Gräueltaten wirklich von Juden verübt worden sind, die nie ganz widerlegte Volksmeinung neue Belege gewinnt, daß, wenn auch nicht unter den Culturjuden, in der That annochl?!) eine fanatische Judensecte eristire, die unnatürlich wild nach Christenblut dürste."" ■■ - ' „Das ist nicht mehr Bornirtheit eines verbrannten Gehirns, das ist wissentliche Niedertracht! Man las

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.