Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 35 (27.8.1861)
- Date
- 1861-08-27
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
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der Tora für halachisch eruirten und feststellten, habe dieselbe Autorität, wie eine biblische Anordnung, oder wie ein Gesetz, das sie vermittelst der sinaitischen Midoth oder vermittelst ununterbrochener, nie vergessen gewesener Tradition statuirten. Ich wiederhole es, Herr Frankel hat mit der ganz unverfänglichen Phrase n bn ttftna 1'^ nicht sagen wollen, daß es keine vom Sinai sich fortgepflanzte Halacha gebe; gesetzt aber, was aber durchaus nicht wahr, er wäre der Meinung, die li'bn seien vergessen worden, und die Männer der g. V. hätten sie vn^wn eruirt, so wäre er darum kein Apikores, weil in praktischer Beziehung keine Differenz erwächst. Daß Herr Rapoport mich zu den neuen Rabbinen zählt, diesen Vorwurf kann ich eher ertragen, als den, ein alt-neuer oder al-Tnaier Rabbiner zu sein. Ich bin ein neuer Rabbiner, d. h. ich habe die Lehren, die ich aus dem Munde eines Moses Sofer vernommen, tief in die Tafeln meines Herzens eingegraben, habe es aber darum nie verschmäht, an der Quelle der Wissenschaft meine Seele zu laben. Daß sich Herr Rapoport mit Ostentation zu den Alten zählt, lassen wir gelten; unterlassen aber auch nicht, anzuerkennen, daß er dieser Frankelschen, von der deutschen Romantik angefochtenen Richtung die Bahn gebrochen. Schade, daß Herr Rapoport seine Kritik zuweilen zu minutiös handhabt, und die Verfasser vor den Richterstuhl seiner Kritik, ladet, obgleich nur Drucker und Setzer die Verantwortung tragen. So z. B. sagt Herr Rapoport in dieser mit der Friedensdevise geschmückten Broschüre S. 31: Dieser Rabbiner schreibt S. 239: Die Rabbinen hielten in der amoräischen, besonders periodischen (?) Periode streng auf diese »bn, er weiß ohne. Zweifel, was wir Alten (!) nicht wissen, was das nämlich heiße „periodische Periode." Nun, um Ihr. kritisches Gewissen zu beruhigen, so mögen Sie wissen, und der Herr Redacteur wolle die Güte haben, meine Versicherung zu bestätigen*), daß dies „persische Periode" in Redactiorn meinem Manuskripte hieß, und daß mich Abschreiber, oder Drucker oder Setzer in die unangenehme Lage brachten, von Ihnen, Herr Oberrabbiner in Prag, verhöhnt zu werden/ Wollen Sie gütigst ein tteo sein und Blätter des Friedens nicht durch Beleidigung, Blätter der Wahrheit nicht durch Entstellung und Insinuation— entstellen. Sie haben in diesem Schriftchen Mer y-"n O^inn nn, über cpb ü-irrn bs na *jn -nin niv'r reflectirt. Wohlan! bewahrheiten Sie, was Sie predigen. Dr. M. Duschak. Ich habe in der Z. d. I. No. 17 meine Ansicht mitzutheilen mir erlaubt, wer die Männer der g. V. waren. Ich meinte, es waren dies die Präsidenten der Mischmroth. Da es Priester, Israeliten und 3 Claffen Leviten zu je 24 Mischmroth gab, so haben wir 5 X 24 — 120, welche Zahl ausdrücklich in Megila 17, 2. angegeben ward. Von den M. d. g. V. pflanzte sich durch den Mund Simons II. der Wahlspruch fort: Auf 3 Dingen'besteht die (jüdische) Welt: Auf Tora, Aboda und Gemilus Chaffadim. Da die meisten Institutionen, welche uns der Talmud von den M. d. g. V. aufbewahrt, die. Liturgie betreffen, so glaubten wir, die M. d. g. V. hätten die Aboda vorzüglich in ihre Amtswirksamkeit gezogen.' Tora und Gemilus Chaffadim überließen sie anderen Autoritäten, sie sollten die Blüthe des religiösen und socialen Lebens hegen und pflegen, fördern und zur Reife bringen. Diese Autoritäten waren nach unserer Ansicht die Sugot, die Paare waren es, denen von den Männern d. g. V. der Beruf anvertraut ward, Tora und Gemilus Chaffadim zur immer großem Geltung und Entfaltung zu bringen. Daß die Paare schon in so alter Zeit lebten, blühten und wirkten, steht außer allem Zweifel, wie aus Sota Jerusch. 9, .10. Moed K. 26,1. erhellt, daher sie auch in Peah 2, 6. in successiver Verbindung mit den Propheten stehen. Mit den Männern der g. S. *) Geschieht hiermit.