Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 35 (27.8.1861)
- Date
- 1861-08-27
- Page
- Seite 502 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Mag, wobei er jedoch allerdings auf ein Gebiet Übertritt, für welches der „hochgestellte Geistliche" als solcher nicht mehr verantwortlich sein, vielmehr das Seinige redlich gethan haben kann. (Schluß folgt.) Bukarest, 3. August. SchuLangcLegenh eiten. Wir haben in voriger Nummer ein Ministen aldecret für die Wallach ei mitgetheilt, das von den traurigsten Wirkungen sein wird^ Wie? wendet sich nun die Energie der hiesigen Israeliten gegen dieses inhumane Rescript, um es wo möglich wieder zur Beseitigung zu bringen? Nein, man läßt die Dinge ruhig über sich ergehen, da sie ja den Nachbarn, nicht die eigene Person betreffend Desto mehr Eifer wendet man nach innen zur Zerstörung der Institute an, welche bereits eine segensreiche Wirksamkeit für sich haben. Der Kampf zwischen Fortschritt und Rückschritt ist jetzt' sowohl auf dem politischen als aus dem religiösen und socialen Gebiete an der Tagesordnung. Auch in unserer Cultusgemeinde ward dieser Kampf in dem letzten Decennium hartnäckig geführt, von welchem Manches den Lesern dieser Blätter bekannt sein wird. Daß aber ehrgeizige und persönliche Tendenzen unter dem Deckmantel genannter Principien erzielt werden sollten, beweist das-Resultat dieses Kampfes. Als im Jahre 1851 die hiesige israelitische Schule durch das energische Wirken einer einzigen Person (I. L. Weinberg) ins Leben gerufen wurde, bildete sich sogleich eine Opposition gegen dieselbe, und diese dauert noch immer fort. Damals, weil man das Bedürsniß und den Nutzen einer modernen jüdischen Schule noch nicht einzusehen - vermochte; jetzt aber einzig und allein, weil diese Anstalt das Werk jenes Mannes und nicht das eigene ist. Daher mußte bei der jedesmaligen Vorsteherwahl, welche alle zwMJahre durch Lullrgge-Universelle zu Stande gebracht wird, und gewöhnlich nicht die Intelligenten, deren spottwenig sind, sondern die Begünstigten gewählt werden, um das Sein und Nichtsein dieser Schule ein neuer Kampf vorgenommen werden. Da aber die Lehrer dieser Anstalt (und besonders der Religionslehrer Herr N. K. Popper, der Hauptkänrpfer gegen die reaktionären Machinationen der jedesmaligen Machthaber), um ihren Brüdern nützlich sein zu können,, mit Opfer und Entbehrung zur Erhaltung derselben sehr viel beigetragen habeü, wurden diese das Ziel der Opposition. Um alle Mittel der Verfolgung, deren man sich gegen diese Märtyrer bedient hatte, aufzuzählen, müßte man ein sehr trauriges Bild aufstellen. Es wird aber genügen, zu erwähnen, daß man die Schulsteuer vierzehn Monate lang an die Ephorie (Schulbehörde) unter allerlei Vorwänden nicht verabfolgte, damit die Lehrer ihre Posten verlassen sollten, um die Eristenz ihrer Familien zu erhalten. Da dieses Alles fruchtlos blieb, bestrebt sich die Majorität Cjs) der jetzigen Gemeinderepräsentanten, die Lehrer auf indirekte Weise zu attaquiren, indem man vorgiebt, die alte Schule neu organifiren zu wollen. Darunter verstehen die Mehrsten nicht etwa die Lehrkräfte nach Verhältniß zu der immer wachsenden Schülerzahl zu vermehren, und vielleicht den alten Lehrern ihr spärliches Honorar zu verbessern, oder gar einen tüchtigen, wissenschaftlich gebildeten Rabbiner, der das Schulwesen und die Jugendbildung überhaupt heben sollte, zu erlangen, sondern lediglich die schon seit zehn Jahren angestellten Lehrer, die sich bereits einiges Zutrauen erworben haben, und die diese Posten, als ihre einzige Lebens eristenz, mit mehr Localkenntniß zu vertreten und zu vertheidigen wissen, zu beseitigen und dieselben durch neue Individuen, welche man vom Auslande holen würde, zu ersetzen, um diese als Fremde dann leichter aus dem Sattel bringen zu können*). Denn sonst kann der gesunde Menschenverstand diese kindische Tauschluft — öder das wilde Wechselspiel kaum begreifen, daß, um eine Schule zu verbessern, Lehrer, deren Kenntnisse und Fähigkeit bon Keinem bezweifelt werden, deren Thätigkeit und Wirksamkeit sich durch einen Zeitraum von zehn Jahren bewährt hat, und die dazu einst vom Auslande herkamen, nun mit Neulingen vertauscht werden sollen! Es ist besonders zu bemerken, daß der größte Th eil der gegenwärtigen Gemeinderepräsentanten aus solchen Personen besteht, die sich schämen würden, öffentlich zu erklären, daß eine systematische Schule nicht ihr Wunsch sei; es aber dennoch nicht verschmerzen können, daß die gegenwärtig bestehende Anstalt nicht ihr Werk sei, so aber, durch den Personenwechsel, besonders durch den äls Rivalen gegen den Religionslehrer aufzustellenden ausländischen Direktor: auch ihrerseits etwas aufzuweisen *) Wie man bereits gegen Pick uyd Dr Lovositz verfahren ist! Die mißliche Lage des Erster« durch die.plötzliche Entlassung von seinem Posten veranlaßte dessen Religionswechsel. ‘ Correfp.;