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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-08-20 · Heft 34 (20.8.1861) · p. Seite 488

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 34 (20.8.1861)
Date
1861-08-20
Page
Seite 488 (sequence 6)
Language
German
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'488 Kurgästen Hep-Hep-Ständchen mit obligater Begleitung .von Juden-Polka zur Tröstung für das ihnen von den Vätern des Landes zugefugte Unrecht. Die hoffnungsvolle adelige Jugend gönnte diese Ehre nicht der Zigcunerbande allein, sondern stimmte in die Refrains der „Kein Svoves mehr" rc. unisono ein. — Bemerken Sie noch, daß an dem Ständchen-Bringen sich auch Comitats-Beamte und Stuhlrichter betheiligten, und unter den jüdischen Kurgästen sich auch der greise, kranke Rabbiner befand, wie auch, daß diese hocharistokratischen Belustigungen sich seit mehreren Wochen täglich wiederholen, und Sie haben die vollständige Skizzirung dieses Tableaus. — Aehnliche Scenen wiederholen sich an den verschiedensten Orten; doch gelangen sie nur in den seltensten Fällen zur öffentlichen Kenntniß. Schweigen und Vertuschen aus übel angebrachter falscher Scham ist jedoch hier nicht am Orte, und sagt auch ein ungarisches Sprnchwort: „Die Mutter des Stummen weiß nicht, was ihm fehlt." — Unserer einzigen angeerbten Waffe: „NO2 «brr na *ps" sollen wir uns stets bedienen. — Ich wiederhole daher die Schlußworte meines Berichtes in No. 15 d. Bl.: „Der Gott der Geschichte wird dafür sorgen, daß die Nachkommen Abrahams nicht einst über die Enkel Arpads zu Gerichte sitzen, und über dieselben den Stab brechen müssen." Simon Bacher. Patriotische Kundgebungen. Die öffentlichen Blätter theilen aus Lyck vom Isten August e. mit: „Der hier in hebräischer Sprache erscheinende „Hamagid" enthält einen Aufruf an die jüdischen Glaubensgenossen in Preußen, zur Erinnerung an die glückliche Errettung Sr. Majestät „des ersten Königs von Preußen, der die Gleichberechtigung aller Staatsbürger nicht nur ausgesprochen, sondern auch verwirklicht hat", einen'Fonds für die Erbauung eines preußischen Kanonenbootes zu gründen." Zu unserm Bedauern haben wir, vom Hause fern, die betreffende Nummer des „Hamaggid" noch nicht gelesen; aber die obige Mittheilung veranlaßt uns doch zu folgenden Bemerkungen. So sehr wir den trefflichen Geist würdigen, von welchem der obige Vorschlag dictirt worden, so können wir ihn dennoch nicht billigen, und würden anstehen, ihn zu dem unsrigen zu machen. Wir Judm müssen, und zwar in Ländern, in-welchen wir die Gleichberechtigung erhalten haben, am meisten jede politische Kundgebung als ein Sonderkörper vermeiden. Betheiligen wir uns aufs kräftigste an allen Demonstrationen und Schöpfungen des gefammten Volkes, oder einer großen Fraktion, je nachdem unsere Gesinnungen und Gefühle dabei als Glieder des gefammten Volkes betheiligt sind; aber suchen wir nicht immer wieder eine Sonderstellung auf politischem Gebiete, drängen wir uns nicht, immer wieder als eine aparte Körperschaft bei politischen Fragen in den Vordergrund. Will das preußische Volk Kanonenböte bauen, so öffnet Eure Seckel und bauet nach Kräften mit; will das preußische Volk solche zum Andenken der glücklichen Rettung des Königs bauen, oder irgend eine dessallsige Stiftung gründen, so betheiligt Euch nachdrücklich daran — aber daß die Juden allein und für sich ein Kanonenboot bauen sollen, und zwar wegen eines glücklichen Ereignisses, welches das ganze preußische Volk betraf, scheint uns verfehlt. Wo wir Juden noch als eine getrennte Masse austreten, da muß der religiöse Zweck — wohin wir natürlich auch Wohlthätigkeits - und Schuld anstalten zu rechnen haben — sofort in die Augen springen; in jedem andern Falle gehören wir uns nicht mehr als Sonderheit an. Wir haben diese wohlgemeinte Warnung bereits mehrere Male ausgesprochen und wünschen sie in der Thal endlich einmal beherzigt zu sehen. Dergleichen Aufforderungen haben noch einen besonderen Nachtheil: sie setzen gleichsam den Juden die patriotische Pistole auf die Brust, und wenn nun die Juden aus bestinotivirten Gründen solchen Ausrufen nicht Folge leisten, so gicbt dies unseren Gegnern eine gute Gelegenheit, uns für schlechte Patrioten auszugeben; freilich mit dem geheimen Vorbehalte, im , Falle die Juden dergleichen wirklich erecutiren, sie für prahlerisch, zudringlich und immer nach aparter Stellung haschend zu erklären. Bukarest, 7. August. Ausschließung der Juden vom platten Lunde. Vor Kurzem hat der hiesige Minister des Innern alle Welt mit folgender Verordnung überrascht: Verordnung vom Minister des Innern an alle Bezirks - Prüfe et en der wallachischen Provinzen. Bukarest, 17./29. Juni 1861, No. 4839. Es wurde mir mitgetheilt, daß in einigen Communen ans dem platten Lande sowohl einheimische als fremde

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