Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 32 (6.8.1861)
- Date
- 1861-08-06
- Page
- Seite 459 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3226256-3226289--19639-3248666- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
sie nicht verurtheilt worden. Sie waren daher Der eigentliche lebendige Protest gegen diese ganze Tendenz des Mittelalters, und mit dem Augenblicke, wo in der Menschheit das Bewußtsein des unveräußerlichen Menschenrechtes, der persönlichen Freiheit in bürgerlicher, industrieller, socialer und intellektueller Beziehung erwachte, waren die Juden die besonderen Träger und Prüfsteine des Kampfes,- der sich hieraus entspann. Die Glaubens-und Gewissensfreiheit ist nur ein Moment; es handelte sich vielmehr um die ganze persönliche Freiheit, die nach allen Seiten beengt und beschnitten : war. Man bilde sich auch nicht ein, daß mit der staatsgesetzlichen Lösung dieser Fragen ihre wirkliche Erledigung erfolgt sei. Hier ist es, wo das allgemeine sociale Leben der eigentliche Endpunkt ist. So lange noch Vorurtheil und Antipathie vor jedem Juden einhergeht und ihm Schritt für Schritt nachfolgt, so lange noch nicht der Mensch, sondern immer noch der Jude an ihm von Jedem, dem er begegnet, herausgefühlt und mehr oder weniger betont wird, kann das Ziel noch, nicht als erreicht angesehen werden. Bekanntlich bedarf aber eine jede Tugend der Prüfung, bevor sie als solche constatirt ist. Der Jude hat nun von der Weltgeschichte die Rolle überkommen, überall das Mittel der Prüfung für die wirkliche Existenz der persönlichen Freiheit, des Menschenrechts und der Menschenwürde zu sein. Dies ist die zweite sociale Mission der Juden und giebt dem Emancipationskampfe, unter dem wir aber nicht blos den legislatorischen verstehen, eine weltgeschichtliche Bedeutung. Die israelitische Dibei-Anstalt. Spenden zur Herstellung und Verbreitung wohlfeiler hebräischer und hebräisch - deutscher Bibeln: von Lehrer A. Hilberth in Niederstetten fernere Sendung von Josef Reis l Fl. 48 Kr., Julius Reis l Fl. 42 Kr., zsm. 3 Fl. 30 Kr.-- 2 Thlr.; Wolf Fränkel in Od essa 2 Thlr.; Lehrer Strauß in Grünstadt ges. von vr. Maas 2 Fl., Goldstücker, Graveur, 24Kr., Strauß, ist. d. Lehrer, 48 Kr., Js. Fränkel, Vorsänger, 12 Kr., Durlacher, Agent, 3-0 Kr., M. Geul, Omnibusführer, 24 Kr., Abr. Jakobi von Kindenheim 18 Kr., Ad. Hartmann, Kaufmann, 30 Kr., zsm. 4 Fl. 36Kr. (ab Porto 9Kr.) 2 Thlr. 16 Ngr. 3 Pf. —- Gesammtsumme: 5808 Thlr. 27 Ngr. In diesem Augenblicke sind bereits in der Stereotypie des hebräischen Tertes auch die Bücher Josua und Richter fertig, und die Bücher Samuel begonnen. Mcrarischer Wochenbericht. Magdeburg, 22. Juli. Durch Subvention des Instituts zur Förderung der israelitischen Literatur erscheint jetzt der dritte und letzte Theil des jüdisch-theologischen Werkes von vr. Steinheim, dessen erster Theil unter dem Titel „Das Schiboleih der Synagoge", der zweite unter dem Titel „Die Glaubenslehre der Synagoge" bekannt ist. — Der rühmlich bekannte Religionslehrer vr. M. Mielziner in Kopenhagen hat einen Luach auf 5622 zum ersten Mal in dänischer Sprache herausgegeben. Derselbe ist sehr zweckmäßig geordnet, wie z. B. bei jedem Sabbath die Sidra uyd Haftorah nach Capiteln und Versen angegeben sind; auch halb er eine populäre Darstellung der jüdischen Zeitrechnung vorangestellt, und ein Verzeichniß aller Beamten der dortigen Gemeinde, wie auch aller in derselben bestehenden Schulen, Gesellschaften und Vereine. Es ist dies um so rühmlicher, als bei der Geringzähligkeit der Juden in Dänemark an einen materiellen Gewinn, noch dazu bei der ausgezeichneten Ausstattung, nicht zu denken ist, sondern nur einem vorliegenden Bedürfniß abgeholfen werden soll. Magdeburg, 26. Juli. Wie uns mitgetheilt wird, sind dem Herrn vr. Kayserling in Berlin für sein, durch das Institut in diesem Jahre herauszugebendes Werk über „Mendelssohns Leben und Wirken" sehr viele ungedruckte Briefe und Documente zu Gebote gestellt werden; unter Anderm eine sehr interessante Correspondenz zwischen Mendelssohn und dem dänischen Staatsrath von Hennings. Man wird sich sehr verwundern, wie der sonst so ruhige, geduldige Mendelssohn sich in dem Bibelkampfe benommen hat. — In dem >,Augsb. Anzeigeblatt" No. 118 u. 119 finden wir eine vortreffliche Abfertigung der berüchtigten Broschüre: „Die Juden und der deutsche Staat"; vor dem Ankauf der letzteren warnen wir noch einmal. — Parabole, legende e pensieri raccolti dai libri talmudici dei primi cinque segoli -delT e. V et Iradolli dol prof. Guiseppe Levi di Vercelli. Firenze 1861. Vor Kurzem sprachen wir uns im „Jüdischen Volksblatt" darüber aus, daß es Zeit sei, daß die aus Talmud und Midrasch jetzt so vielfach herausgehobenen und aufgehäuften Schätze, insonders in ethischer Beziehung nunmehr auch systematisch