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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-07-30 · Heft 31 (30.7.1861) · p. Seite 446

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 31 (30.7.1861)
Date
1861-07-30
Page
Seite 446 (sequence 8)
Language
German
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446 yyd-d"' hat Herr E. nur folgende Worte: „Doch im Vertrauen auf Gottes Hülfe schritt ihnen Moses muthig mit dem Stabe vor und bahnte ihnen einen Weg mitten durch die Wellen des Meeres." — Abgemacht. In Sin — sagt Vers. — seien die Israeliten mit Wachteln und Manna gespeist worden, was so klingt, als wäre dies eben nur hier geschehen, während aber in der That zu Sin die „Speisung mit Manna" blos ihren Anfang genommen (2 M. 17.), von da ab aber (vgl. 2 M. 16, 35. und Josua 5, 12.) wahrend der ganzen 40jährigen Wanderung Israels durch die Wüste fortgedauert hat (§. 7). Das Eapitel von der Gesetzgebung (§. 8),—in welchem die wörtliche Anführung der wichtigen Bibelstelle 2 M. .19, 9. sehr stark vermißt wird — beschließt Herr E. mit folgenden Worten: „Aber, außer diesen 10 Hauptlehren der Gottes - und Sittenlehre, ertheilte Moses dem Volke, im Namen Gottes, noch, viele andere Gebote und Lehren, welche auf das religiöse, moralische und bürgerliche-Leben der Israeliten Bezug haben." -— Nicht wahr, lieber College in Israel, dieser einzige Satz schon genügte, Dir den Geist zu charakteristren, von welchem das ganze E.'sche Buch durchwehet ist? — Kennst Du einen Unterschied zwischen der Gottes- und der Sitten lehre? oder den zwischen religiösem und moralischem Leben der Israeliten? — Gewiß nicht! — Wohl aber wirst Du den Schalk kennen, der da steckt hinter den Worten: „Moses ertheilte dem Volke im Namen Gottes noch, viele andere Gebote u. f. w." — Und nun wird und kann es Dich auch gar nicht mehr befremden, in dem folgenden Capitel (§. 9)— und von da ab durch das ganze Buch — unsere heiligen, gottoffenbarten Gesetze nie anders, als mit dem Namen „mosaische Verfassung" bezeichnet und (in §. 10) das große, von Gott gebotene und. so ausführlich beschriebene Werk des StiftsHütte nb au es (pimart nsisbw) mit den Worten: „Auch ließ er (Moses) dem unsichtbaren Gotte zu Ehren die sogenannte Stiftshütte Herstellen" abgefertigt zu sehen. Von Sinai läßt Herr E. (§. 11) die K. I. „am 2Often des 2ten Monats nach ihrem Auszuge aus Aegypten" aufbrechen und vergißt,, daß sie (nach 2 M. 19, 1.) erst „im dritten Monate nach ihrem Auszuge aus Aegypten in der Wüste, Sinai angekommen" und daselbst fast ein ganzes Jahr geblieben waren/— „Mit der Bibel in der Hand", würde Herr Elkan Ahron nicht „am Berge Hör" sterben lassen, und von Bileam auch nicht.sagen: ,Da aber Gott dessen Fluch in Segen verwandelte". Von Ersterm ist (4 M. 20, 28.) ganz' ausdrücklich tjena S3-J3 zu lesen, und was Letzter» betrifft,, so hätte er zwar fluchen sollen,-hat aber nach dem einfachen Tertworte niemals.einen„Fluch" ausgesprochen. — Ohne irgend welche Rücksicht auf 4 M. 27, 18—21 und 5 M. 31. sagt Herr E. einfach : „Moses wählte den Josua zu seinem Nachfolger", und wenn er darauf fortfährt: „Dann bestieg er den Berg Nebo, übersah re. und starb", so hat er hier ebenfalls die Bibel- und namentlich das Gotteswort "in-bN iiby (5 M. 32, 42.) ganz unberücksichtigt gelassen. — Indessen, was gilt dem Rationalisten das Gotteswort? Auf dieses ist in dem ganzen Buche, obschon es ein Buch für Kinder sein soll, nirgends hingewiesen! — So ist es Samuel, welcher den Sohn Kisch's zum Könige erwählt (§.15), er, welcher Saul zum Vertilgungskriege wider Ainalek sendet; so ift's Nathan, der dem Könige David! den Bau eines Tempels widerräth (§. 16), und so ist's' endlich das Volk, welches nach Salomo's Tode die „Theilung des Reiches" herbeiführt, indem es (wie unser Buch naiv erzählt) durch Rehabeam gekränkt, von diesem abfällt und Jorobeam zum Könige wählt (§. 19). Die nun noch folgenden, in den Kreis unserer Besprechung hineingehörenden §§. 20 —33 liefern noch eine große Menge Beispiele derselben Art, wie die, welche-wir zur Charakteristik des Buches bis jetzt angeführt haben, und wir können daher unsererseits nur bei der Frage stehen bleiben: Aus welchem Grunde und mit welchem Rechte nennt Herr E. seinen Leitfaden „ein Buch für israelitische Schulen?" Louis Weyl, Lehrer. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Dresden, im Juli. (Privatmitth.) Die hiesigen zahlreichen Freunde und Verehrer des, vr. B. Beer können den Verlust, den sie fo plötzlich erlitten, nicht verschmerzen und sehen ihn - wahrhaft als einen unersetzlichen an. Der Verstorbene hat die hiesige Gemeinde mit einem Legat von 5000 Thalern bedacht. Seine Bibliothek .— bekanntlich eine der reichhaltigsten Privatbibliotheken — wird einem öffentlichen Institute zufallen, worüber seiner Zeit berichtet werden wird. Sämmtliche hiesige Journale widmen'dem-Verblichenen ehrenvolle Nachrufe und die Anerkennung

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