Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 29 (16.7.1861)
- Date
- 1861-07-16
- Page
- Seite 418 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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418 katholischen Kirche den in Kairo weilenden Italienern zur Feier des Nationalfestes am 2. Juni die Kirche verweigerte. Da luden die Israeliten die Italiener in ihre Synagoge ein, um in derselben das Fest zu begehen, Am genannten . Tage ward die Synagoge festlich beleuchtet und mit dreifarbigen Fahnen geschmückt, und nachdem ein Herr Cesare Lunel eine der Feier angemessene Rede gehalten, ward von Jsraeliten-Knaben das Te Deum hebräisch gesungen. Dem Feste wohnten besonders viele Griechen bei." Türkei. Konstantinopel, im Juli. Der Tod des Sultans Abdul-Meschid hat seinen Bruder Abdul-Azig auf den Thron gebracht. In seiner Proclamation verheißt der neue Sultan, alle seine Unterthanen ohne Unterschied des Glaubens in gleicher Weise zu behandeln. Man rühmt diesem Fürsten Charakterstärke nach; und so möge es ihm vergönnt sein, den Hattischeris von Gülhane seines/Vaters, und den Hat-Humayun seines Bruders zur vollen Wahrheit zu machen. Korfu. Korfu, im Juni. Unsere Leser erinnern sich des vor Kurzem in d. Bl. berichteten empörenden Skandals, der auf Korfu von dem griechischen Pöbel gegen den Friedhof und die Leichen der Israeliten ausgeübt worden. In Folge dessen hat der griechische Erzbischof Politi unter dem 13. Mai 1861 einen Hirtenbrief an seinen Sprengel erlassen^ welchen die „Arch. isr.“ mittheilen, und aus dem wir folgende Stellen hervorheben: „Mit tiefem Schmerze haben wir vernommen, daß einige junge Unsinnige, durch Unwissenheit irre geleitet, die Israeliten fortwährend belästigen, mit Worten und Thäten verhöhnen, ihre Leichenbegängnisse stören, ihren Friedhof entweihen u. s. w.z die Israeliten, welche seit Jahrhunderten in Korfu ansässig sind, und unter uns leben und verkehren, sind gute Korfuer Griechen, und nichts desto weniger sind sie der Rechte beraubt, deren ihre Glaubensgenossen im freien und orthodoxen Griechenland genießen. Jedermann weiß, mit welcher Großmuth sich die Israeliten dieses Landes bei Gelegenheit der Unterstützung für die syrischen Christen benommen haben. Weshalb denn so viel Haß und Abneigung gegen sie? darum etwa, daß sie nicht glauben wie wir? Aber wer setzt uns zu Gewissensrichtern De? rer ein, die nicht glauben wie wir? Das kommt nur Gott zu, welcher die Herzen prüft, und Jedermann ist nur Gott allein für seinen Glauben verantwortlich. — Dieses Schreiben hat demnach zum Zweck, Euch zu verhindern, durch-einige verirrte Männer verführt, Euch zu Mitschuldigen an abscheulichen Handlungen zu machen, die sich nicht wiederholen dürfen. Im Namen des heiligen Geistes verbieten wir diesen Unglücklichen, sich irgend eine Handlung der Schmähung gegen die Israeliten oder andere Dissidenten zu erlauben, unter Androhung, den strengsten Kirchenstrafen unterworfen zu werden, als Verletzer der ersten der göttlichen Vorschriften: seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst. Wir beschwören aufs Wärmste die ehrenwerthen Priester und geistlichen Väter, wie auch die Eltern und Lehrer, all ihren Einfluß aufzubieten, um der Wiederkehr ähnlicher Hand-. lungen zuvorzukommen, welche zu den größten Sünden zu zählen sind." A n z e i g eit. Die Stelle eines geprüften Lehrers, der im Hebräischen, in der Religion und in den Elementarwissenschaften Unterricht ertheilen kann, ist vom 1. Juli er. ab vacant. Reflectanten belieben ihre Offerten unter Einreichung ihrer Zeugnisse dein Unterzeichneten einzusenden. Bärwalde in Pommern, den 24. Juni 1861. D. Halle. ei der hiesigen Synagogen- Gemeinde ist die Stelle eines Cantors, Schächters und Vorlesers der Thora vacant, welche schon am 1. September e. besetzt werden kann. ' In ersterer Beziehung wird verlangt, daß der Bewerber so viel musikalische Kenntnisse besitze, um einen feierlichen Gottesdienst mit Chorgesang-Begleitung einführen und in der Elementarschule im Gesänge mit Erfolg Unterricht ertheilen zu können: Ferner wird verlangt, daß der Bewerber eine, kräftige und doch angenehme Stimme habe; eben so, daß derselbe ein guter ijl, um namentlich an den {tb ns aiw in polnisch moderner Weise so vorzubeten, daß die Zuhörer andächtig und erhebend gestimmt werden. Als Schächter wird eine gewisse Fertigkeit und Gewandtheit bedingt, indem die hiesige ziemlich bedeutend ist. Für ein jährliches Einkommen von wenigstens 600