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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-07-09 · Heft 28 (9.7.1861) · p. Seite 398

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 28 (9.7.1861)
Date
1861-07-09
Page
Seite 398 (sequence 6)
Language
German
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weisen und hielt an seinem Grabe eine ergreifende Rede im Beisein ■ mehrerer Gelehrten und aller Derer, die dem Dahingefchiedenen das letzte Geleit gegeben Habens Friede seiner Asches - Fürth, im Juni. Das im Verlage von B. S. Gusdorfer dahier erschienene „Elementarbuch der hebr. Sprache von dem Lehrer an der hies. israelit. Religionsschule, Herrn L. Einstein", ist sehr empfehlenswerth. Das Ganze ist nach einem reiflich' durchdachten Systeme bearbeitet und die in prägnanter Weise grammatikalisch-methodisch durchgeführte Bewältigung des Stoffes mit treffend erläuternden Erempeln äla Ahn kennzeichnet Herrn Einstein als gewandten Pädagogen, der sein theoretisches Wissen auch praktisch zur Anwendung zu bringen versteht. Können wir dem schätzbaren Herrn Verfasser unsere Anerkennung nicht versagen, wird er uns auch folgende Ausstellungen nicht verübelnd Es ist unseres Erachtens sehr gefehlt, daß die eigentliche, als „Erläuterungen" gegebene Sprachlehre von den Uebungsaufgaben so sehr verschieden ist, daß man bei der ersten Durchsicht zwei von einander unabhängige Objecte zu betrachten berechtigt ist. Dies ist aber von zwiefachem Nachtheil: 1) Wer das Büchlein rechts aufschlägt, wähnt, eine gewöhnliche hebräische Fibel mit langer, sich breit machender Vorrede zu erblicken, ohne zu ahnen, daß jede Seite, ja jede Abtheilung in wohlbegründetem Zusammenhänge mit der links beginnenden eigentlichen schulgerecht bearbeiteten Grammatik steht; 2) wäre es doch wahrlich weit bequemer für den Lernenden, unmittelbar nach der angegebenen Regel die, die Erläuterung bezweckenden Beispiele vor sich zu haben, als sich durch „ad“, „ad“ zum Nachschlagen und zu Wendungen veranlaßt zU sehen. — Die Seite 7, 2. ausgestellte Regel: Unächte Vocalzeichen, scheint uns neu und nicht plausibel. Warum von der bisher gegoltenen Annahme abweichen, daß der Hebräer zum Grundworte immer drei Consonanten mit zwei Vocalzeichen gebrauche?' Das zur Vermeidung der ohne'Pause auszusprechenden drei Selbstlaute dienende Metheg spricht deutlich für die usuelle Annahme. — S. 6.; Die Meinung ist falsch, daß das Patach furtivum wie na ausgesprochen werde; es wird vielmehr dem vorangehenden, sichtbaren oder hinzugedachten -inDi Tis angefügt, also rns wie np, ttpi wie rwn. — S. 10. Wird die Radir NIL mit befehligen übersetzt, so ist das darauffolgende, ’ die passive Form bezeichnende na sprach - und sinnrichtig. Dasselbe ist der Fallmit mpf, denke an mich. mw, ich freue mich auf dein Wort. Jede Sprache hat' eben ihre Eigenthümlichkeit- -woran der Uebersetzer sich freilich nicht stricte halteü kann; aber aus dieser Eigenthümlichkeit eine vollgültige Regel bilden zu wollenwäre doch gewagt.- Si 12. loNÄ ist -Mit „wachsen" zu übersetzen: 13. Das Verbum „richten" wird mit qM, aber nicht mit pi gegeben. Der-Götterspruch heißtnicht aber N2N. /S. 18. u. 19. Der Begriff „kochen" findet sich unseres Wissens nicht in dem Kali, sondern stets Hit der Piel- und Pual -Form, und nur in der Stelle btöirtE bw2'ist der Infinitiv in Verbindung mit dem Participium passivum zur Verstärkung nach üblicher Weise gebraucht. dw2 heißt „reifen", im Piel und Pual hingegen /reif Mächen", „zur Reife gebracht werden". — HNLiN-'qns'iN st. ^.2-^2. Diese kleinen Ausstellungen, welche bei' einer zu wünschenden baldigen zweiten Auflage Berücksichtigung finden wollen, eignen sich indeß nicht, den Werth des Buches zu schmälern, vielmehr wünschen wir ihm eine rasche Verbreitung, und mag sich der Herr Verfasser hierdurch aufgemuntert fühlen, den versprochenen zweiten Th eil um so mehr bald folgen zu lassen, als von dem sonst so productiven Fürth bis jetzt auf dem Gefilde der Literatur keine Blume hervorzusprießen pflegt. 8ch. Magdeburg, 1. Juli. Die Sucht, jüdische Journale zu gründen, läßt solche jetzt wie Pilze aus der Erde wachsen. Geschieht ^dies in Ländern, wo bis jetzt keine eristirten, und wo es gilt/ auf die Volksmassc bildend einzüwirken, so können wir allen derartigen Unternehmungen unter dem Vorbehalt, daß sie unter den rechten Händen hervorgehen, nur Glück wünschen, und die „Allgem. Ztg. d. Judenth:" wird immer mit Befriedigung auf die zahlreichen Sprossen sehen, die aus ihrem Stamme H'ervorgegangen. Kaum hatten wir das Erscheinen eines halb hebräischen, halb deutschen Journals in Lemberg unter dem Titel: „-uürm" anzuzeigen, dessen erste beiden, gut redigirten Nummern uns auch bereits zugekommen sind, als uns schon wieder die Ankündigung einer nur deutschen, aber in hebräischen Lettern gedruckten Zeitschrift vorliegt: „Der Galizische Bote". Beide Zeitschriften wollen das allgemein Politische Mit dem speciell Jüdischen verbinden, und enden mit einem Cöursbericht und den Preisen des Productenmarktes. — Prof. A. Fran ck in Paris hat so eben ein Werk: „Ltucles^ orientales" Heraüsgegeben. — Die Vür. isr. schreibt: Herr Vr. Claparüde hat so eben ein merkwürdiges Schriftchen über die außerordentliche Wichtigkeit der Beschneidung vom Gesichtspunkt der allgemeinen und privaten Gesundheitslehre veröffentlicht.' Dieses Werkchen

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