Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 27 (2.7.1861)
- Date
- 1861-07-02
- Page
- Seite 379 (sequence 3)
- Language
- German
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m auSwachsen können/ so coneentrirt "sich doch auch:in-ihneB das Gedränge in gewissen Stadttheilen, sie Laut' nicht minder »hoch, und zwar statt der alten Burgen Casernen, und der MietWns ist unerschwinglich groß. So vermag'unsere Zeit -die 'Folgen; des Mittelalters nur in sehr mäßiger Weise zu mildern, und ein großer Theil der Menschen muß sich entschließen, fort und fort leiblich-Lei schlechtestem Lichte und in verdorbenster Luft zu leben, und geistig jener Genüsse und kräftigenden Wirkung'zü entbehren, welche der Umgang mit der Natur uns bereites — Aber sind es denn allein auf dem angedeuteten Gebiete die Folgen des - Mittelalters, welche noch auf uns lasten? Sehen wir uns auf dem gesellschaftlichen Boden um, wo wir wollen, und das Unkraut, das »jene schreckliche Zeit wachsen ließ, drängt sich immer noch durch jede gesunde Saat, überwuchert und erstickt sie noch gar zu oft. Es war der Inhalt des Mittelalters, die Menschen wie seine Wohnplätze in große, kleinere und immer kleinere Körperschaften zu trennen, und in diesen wieder zusammenzudrängen , mit Mauern und Wällen von Privilegien und Vorrechten zu umschließen und zu gegenseitigem Kampfe, zu bewaffnen So die Hierarchie des feudalen Adels, die Hierarchie der Priester, die Hierarchie der Stände- - die Hierarchieder Zünfte und Gewerbe, die Verbarrikadirung nicht blos der Staaten gegen einandersondern der Provinzen , der Kreise, der- Städte, ja der Stadtviertel in einem und demselben Staate hegen einander. Wie lang und wie furchtbar ist der Kampf bereits gegen alle diese Fesseln und Schranken? »Und immer noch Halten sie: Stand, und immer noch drücken sie in Großem und Kleinem auf uns. Hier erlauben die feudalen Junker nicht, daß die Juden sie schmähender Eidesnormen ledig werden; dort gestatten die feudalen Priester nicht, daß die Ttzroler Berge bonfleißigen-Protestanten bewohnt werden; ich »befinde»mich hierin einem preußischen Städtchen, eine Viertelstunde davon liegt ein anhaltisches, aber der preußische Bürger darf nicht nach dem anhaltischen Städtchen ziehen, weil dort noch geschloffene Zunft besteht, und aus Gegenseitigkeit darf der anhaltische nicht nach dem preußischen Flecken sich verpflanzen. Wenn die moderne Zeit -eine' andere Aristokratie geschaffen, wenn sie dem noch immer »bestehenden Geburtsadel den Geldadel an die Seite gestellt hat,- von wem hat sie es gelernt? wessen Anschauungen Und Einrichtungen spielen noch immer in unsere Zeit hinein und regenerirew sich nur in anderer Gestalt? — Und blicken wir nun erst auf die Religion >- welch anderes Bild Mls was der-vom» Faustrechtbewassnetenmit? Mauern y Wällew und GräbenUmgebenenStädte stellt sich 'uns ' da dar?: Die Religion^würde ist eint großes SchlachtgebietrwerwanVelt/- wo^j'edeEiekenntniß) We Kirche, l jede -Secte'einbefestigtes Heerlätzer-bdch» eine W-L ßrre oder kleinereBurg bildete undmit allen übrigen in. offener Fehde begriffen wareiner-Fehde/-dieftierltch^füt eine »ewige erklärt' wardohne FriedensMüß, whne Waffenstillstand, nur mit dem Untergänge der GegÜer endeM Christenthum und Islam'waren aus wem Zudentchume entstanden, nahmen dieses:als ihr Fundament en Anspruchzogen einen großen-Theil ihres Inhalts aus ihm uüv welche Feindseligkeit entwickelten sie sofort gegen einander und gegen das Judenthum. Noch in ihrem Knabenälter ergriffen sie das Schwert, um es, im Grunde grnommenniemäls wieder »In die Scheide zu stecken. Sie zögen eich neu weiten, tiefenMraben der Intoleranz t - Berdammung jedes Andersgläubigen, wes Haffes' um sich her- »sis warfen die Wälle forülulirter Glaubenssätze' auf,-.errichteten die Mauerstvielfältiger: Ceremonien, -stellten eine Mit Bann und Fluch ibewaffnete Besatzung von Priestern: hei^ um sobald in blutigen: Ausfällen und ^Angriffen - " bald in 'erbitterter Vertheidigüng den »Kampf durchudie'Zahrtaufcnde zu führen: war auch baS Jüdenthum durch sie gezwungen , sich' immer weiter und," weiter Mrüötzchiehen, sich immer »fester zü verschanzen, jeden -Zugangjedß Oeffnung zu. vermauern, und von der ganzenWelt abg'e-i schlossen , ein enges :-Kttckerlkben^urführrw^EM. welchrmi allein» der Blick nach »oben in den» unendlichen: Himmel offen stand.. . . ,:.ri 5r Das war das Mittelalter und wer bemerkt^ stink Folgen nicht noch heute?... " - ' 'J "»' -J ' < . t u,.?l . ' Gr. BecSkerek, itn Juni/- 'hK '-Ä Die Differenz der ungarischen Or-inar.iate.mijE dem Unterrichtsministerium,- wegen., torates der ifraejitifchen Schulen püfl -KejZfN. i . . •' ii vsbtBi §Ueia$.? ' ''' SSori!; _; ",(SchM/ ' 'yy', ' Was nun von»dor< katholischest.Volksschule gilt-- daS kann mit: Recht mütäM mütqnäis per AnglipZie Mlfwie israelitische auch angewendet warhen, auWrvchWDtydeA 27*