Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 26 (25.6.1861)
- Date
- 1861-06-25
- Page
- Seite 368 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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genügenden Grund finden konnte", auf Willfahrung der s, Z. Ln diesen Blättern, in extenso, rnitgetheilten Gießener Petition, vom 29, Mai-v. I. einzugehen. „Die Gemeinden sollen ihre,Lehrer besser salariren", ist der gute Rath des genannten Ministeriums. Das heißt den Galgen, woran die Religionslehrer hängen, golden machen. Daß dieses die Lehrer nicht wollen, die Gemeinden Nicht können/ versteht sich von selbst. Daß dieser Rath ein. werthloser ist, der weder die Gemeinden noch die, Lehrer von der Last des Sisyphussteines befreit, sollte gedachtes Ministerium aus den Deduktionen der vorgelegenen Petition eben sowohl von selbst wissen. Oder sollte man es geeigneten Orts wohl wissen, aber nicht helfen wollen? das ist eine andere Frage, welche die Interessenten sich gewiß aufs Zutreffendste schon längst beantwortet Haben. — Doch', genug der Willfährigkeit, daß wenigstens darauf eine Antwort erfolgte, während die zwei vorausgegangenen Petitionen von Lehrern d. d. August 1857 und Juli 1859 gar keine Resolution erfuhren. Daß unter solchen Umständen im Großherzogthum Hessen, wo die Willkür den Cultus und die Religionsschule mit Staatsprivilegium beherrscht, noch israelitische Religionslehrer existiren, dürfte zu den sieben Weltwundern als das achte zählen. Das ägyptische nuvnrw.nyy scheint in hohem Greifen zur Erschütterung und Lockerung der jüdisch-religiösen Verhältnisse maßgebend zu sein,, der Art, daß man diese in einen chaotischen Zustand bannt,., die Pulsader des Judenthums, den Religionsunterricht, mit dem rochen Faden der Willkür unterbindet, wodurch dessen gewiss es Siechthum unausbleiblich gefolgert, -dem Proselytenthum indi.rect in die Hand gearbeitet wird. Man sieht mit Wohlgefallen, wenn sich das israelitische Religionsschulwesen, der Hauptpfeiler des Judenthums von Esra an, welcher solches durch alle Stürme der Zeit glücklich getragen uyd vor Einsturz'gerettet hat, ein kümmerliches Dasein ^fristet. Durch das laisser, faire der Gemeinden ist das, sichet wirkende. Gift .des religio schon längst staatsmännisch. bewährt gefunden worden. Ohne aber specielle Anwendung von vorstehenden Deduktionen auf eine oder die andere deutsche Regierung machen zu wollen, sei hier bemerktdaß so lange noch das knechtische. Dingen und Fortschickem von.Religipnslehrern in manchen Staaten: besteht, r auch die Zaht. der israelitischen, Religionslehrex sich lichtet, die Wligiosisschulen nach und?Mch Mmaism, ..h'rermft der Garten,, ipqrin Pflänzlinge, für ^das. Judenthum erzogen weMn sollen, verwüstet wird, und.: wir sind dann auf dem Punkte,.angekommen, den unser Feind-, das Proselytenthum.sn sehnlichst herbeiwünscht, , r / .Diesem gefährlichen Spiele, zu begegnen, hat in seiner warmen Liebe und Treue zum Judenthume der Vorstands - Dirigent,. HerrH. Lismayn dahier, unter der thätigsten Beihülfe seines, dem besonnensten Fortschritte huldigenden Sohnes, Herrn Benjamin Lismann *), auf obenbemerkten Abweis höchster Staatsbehörde den Recurs an die Landstände des Großherzogthums ergriffen. Diese mit vielem Fleiße und großer Umsicht und Sachkenntniß ausgearbeitete Recursschrift. ist vor einigen Wochen an ihren Bestimmungsort: abgegangen. Ein solches, wackeres Vorgehen möge manchem Vorstande mancher Großstadt zum beschämenden und zum belehrenden Muster dienen, wie ein israelitischer Vorstand ppnsflp Mpnosp,. zu handeln hat. Wenn Männer, wie das Haus Lismann, dessen Firma schon in socialer Beziehung einen weitausgedehnten, achtunggebietenden Ruf genießt, unbeirrt um Lob oder Tadel zu ernten, sich allein auf den Kampfplatz gegen das stetige Regnen der Staatsregierung in Erfüllung der gerechten und unerläßlichen Wünsche unserer Schule und unseres Cultus stellen, so ist es , nur die heilige Sache des Judenthums, derethalben sie ihre Stimme erheben aus Glaubensinnigkeit und wohlverstandenem Interesse unserer Religion., Rur der pure, Jndifferentismus und eine verknöcherte Lethargie. mögen gleichgültig, sich darüber hinwegsetzen; wer aber Liebe zu seiner jüdischen Religion hat, und die Pflichten eines.Vorsteheramtes wahrhaft empfindet, wird sich gern diesen Männern anschließen und ihren Recurs durch nachträgliche Genehm migung. desselben unterschriftlich bei unfern Landständen unterstützen; ist doch die Zerfahrenheit.,in unfernäußern religiösen Verhältnissen schon daraus ersichtlich. Während der großherzogliche Provinzialrabbiner Herr Dr. Levi in Gießen seine israelitischen Vorstände der Provinz Oberheffen im April v. I. in fraglicher Angelegenheit um sich versammelte, saßen die übrigen Rabb inen,-«Mmentlich in - den Hauptstädten der übri- *) Derselbe, welcher sich für Ihr Bibelinstitut voriges Jahr so sehr bemühte, später aber in seinem Fortwirken durch die ausgestreuten' gegnerischen Pamphlete daran gehindert wurde. Nicht, daß man nach Jenseits die Gaben fließen ließ, sondern man zog es.vor-: .gar Nichts zu gebem : ‘ , , Anui, d, Corresp. ,,