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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-06-25 · Heft 26 (25.6.1861) · p. Seite 367

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 26 (25.6.1861)
Date
1861-06-25
Page
Seite 367 (sequence 5)
Language
German
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demnach der Eüratklerüs in' Ungarn vom kirchlichen Standpunkte im vollen Rechte war, wenn er den Schülbezirks- Aüffehern eine Einflußnahme-auf die israelitischen Schulen nicht gestatten-wollte, weil die katholische Kirche eine Toleranz im religiösen Sinne nicht kenne und deren Ausübung nicht gestatte. Die Ordinariate wendeten sich im guten Glauben an die Kirchlichkeit des Cultusministeriums, an dessen Spitze der Mann stand, der im Reichsrathe erklärte, daß er auf das Concordat als auf seine glorreichste Schöpfung stets stolz sein werde, mit ihrer Einsprache — und sie erhielten als Replik eine kleine Vorlesung über das schwierige Capitel der Toleranz, das sie wirklich in Erstaunen setzen mußte. Herr Thun fühlte es wohl, daß er in Widerspruch gerathen sei mit seinem Systeme und der politischen Schulverfassung; aber er wollte, leider am Unrechten Orte, den Ideen der Zeit und Humanität, zu deren lautesten Forderungen Toleranz und Duldung gehören, doch auch Rechnung tragen, und darum sah er sich genöthigt, zu einer Dialektik und Sophistik seine Zuflucht zu nehmen, die folgerichtig durchgeführt, noch weit gefährlicher ist, als die ehrlich zugestandene religiöse Intoleranz der Kirche von Seite der Ordinariate, die es für gerathener hielten, in die israelitischen Schulen sich nicht einzumischen. — So ist es z. B. allbekannt, daß die katholische Volksschule eine durchaus konfessionelle und rein kirchliche Anstalt ist/ die von den Organen der Kirche einzig und allein geleitet'und überwacht werden darf und wobei den Gemeinden und weltlichen Behördendas Technische und Finanzielle abgerechnet, nicht die mindeste Einflußnahme gewährt wird. Der Schuloberaufseher ist nach Helfert §. 882 u. dgll der nächste Gehülfedes Diöcesan-Bischofs in der Verwaltung des- Diöcesan-Schulwesens ü. s. w. Der Schuloberaufseher bildet kein besonderes, neben dem Ordinariate stehendes Amt, sondern es ist das Ordinariat selbst, die eigentliche-Diöcesan-Schulbehörde u. s. w. - (Schluß folgt.) Die israelitische Dibcl-Anstatt. Spenden zur Herstellung und Verbreitung wohlfeiler hebräischer und hebräisch-deutscher Bibeln: von Frau Eduard Cohn in Alt-Strel i tz '20 Ngr. - D. H öniger in V i e l i tz ges. von S. 3. Halbersiamnr 5 Ft., Adolf Brüll 1 Fl., D. Höniger 1 Fl^ 40 Kr., Jacob -T u g e n d h a t 50 Kr., Sal. Tugendhat 50 Kr., M. Funk' 30 Kr., L. Chüies 50 Jfo, K. Fluß 367 50'M, A. Jäger 30 Kr., zsm. 10 Fl: ö. 6 Xhlr. 20 Ngr.; Lehrer Ehrlich in Friedrichstadt (Kurland) abermalige Sendung 3 Rubels-- 3 Thlr. G esammtsumme: 5802 Thlr. 10 Ngr. 9 $f.' ‘ r Literarischer Wochenbericht. Magdeburg, im Juni. Die Bibelstereotypirung geht jetzt rasch vorwärts, und wird in einigen Tagen der hebräische Tert der Thorah fertig werden. —: Das -/Institut zur Förderung der israelitischen Literatur" verheißt in diesem Jahre sehr interessante Werke zu liefern. Unter A n d.e r m wird es bringen.'Geschichte des Karäerthums von vr. Julius Fürst in Leipzig; Geschichte der jüdischen Münzen mit einer großen Anzahl Abbildungen von Dr. M. A. Levy in Breslau; Mos es M e n d e l s s oh n' s L e b eit, Werke und Wirken von vr. M. Kayserling (ausführlich und mit vielem bis jetzt Ungedruckten.) — ' -- " - Pefth, 14. Jrrni: Ein neues literarisch-jüdischungarisches Unternehmen tritt jetzt ins Leben. Herr Mezöst Manö (Grünfeld), dessen in neuerer Zeit in mehreren politischen Journalen erschienenen, die Emancipation der Juden betreffenden Artikeln, die sich sowohl durch Gediegenheit der Sprache als durch folgerichtigen Jdeengang auszeichneten, sowohl von Seiten der jüdischen als christlichen ungarischen Literaten die gebührende Anerkennung zu Theil ward, veröffentlicht jetzt ein Programm zu einem im Monat Juli unter seiner Redaction erscheinenden ungarischen Blatte unter dem Titel: „Zsidö—'»»msMv '-Közlöriy'*.':' Zeitungsnachrichten. Deutschland. ° Büdingen, Großh. Hessen, 22. Maü lPrlvatmitth.) Nach langem Schweigen erlaube ich mir wieder, aus dem südöstlichen Winkel unseres Größherzogthums an dieOeffentlichkeit zu tretenarm ihr' Gachlich inzwischen in petto gesammelt, ehrerbietigst mitzutheilen. -'ZMächst verweise ich auf.den in No. 39.' vi J^'in d^lBlenthaltenen Artikel ch d: Gießen, im September"^ welcher uns benachrichtig^ daß unser Ministerium V-Dalwiflk sich 'nichL-MriüüMt>saWi oder — wie dessen in Äsus gekommeüer MsdrM'cheißtr -- -- keinen

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