Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 26 (25.6.1861)
- Date
- 1861-06-25
- Page
- Seite 369 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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gm 'Provinze^/-ruhigzuseh eW der Dinge/ die j>äfrw mm mögen/da. - Geiviß, wenn, wie die jüdische Bevölkerung der Provinz Oberheffen, auch die der andern zwei ^Prövinzen" zu gleicher Zeit gehandelt hätten, unser-' Ministerium'wäre möralisch genöthigt gewesen, die verlangteü Zugeständnisse zu machen.' ' 'In p r i m ä r er Linie, das -wird wohl' kein Vernünftiger'bestreiten, steht die' Religionsschule; sie ist - und wirkt in jeder Gemeinde, fie erzieht die Jugendfie ist die Pfl änzstätte d er Rel.i g i on. An ihr liegt es, das -Jude n th u m a uf recht zu erhalten, mit ihr steht'oder fällt dasselbe. Daß also Schulzwang unumgänglich nothw endig ist, wird anerkannt werden müssendaß' aber' die "bisherige Willkür ein Streich gegen das Judenthum ist, mag Vorstehendes zur Genüge erläutert; haben; darum ist die Gießener Petition und bleibt sie maßgebend für sämmtliche jüdische Vorstände des Größherzögthums, darum ist : der Recurs des hiesigen israelitischen Vorstandes ebenfalls maßgebend für sämmliche israelitische Vorstände-unseres Landes im Anschluß an denselben, darum ist es an den großherzogl. Rabbmen des Landes, frei von Selbstfücht, bei ihren Gemeinden der Reli gionsschule k r ästig st und nicht nebenbei das Wort zu reden, durch Aneignung der Gießener Petition, resp. der ihrethalben eingelegten Berufung.' - Das Resultat muß ein günstiges für Schule und Gemeinde, für Rabbiner' und Lehrer,-fa für das gekränkte Judenthum sein. - Eine > öffentliche Bekanntmachung von' Kaufleuten in D., worunter mehrere Judenwelcheam Sabbäth ihr Geschäft -offen halteneröffneten voriges Jahr ihren Kunden, daß sie sich am Sönntag jedes Ein- und Verkaufs enthalten würden. Die Renitenz der Andern aber zwäng -auch diese wieder zur besonnenen Rüflkehr.' Nachtrag zu -,Bünsen's Zeichen der Zeit." Bei der Einweihung des Landkrankenhauses zu D. wurde auch der Rabbinerzum Weiheäcte geladen, die anwesende christliche Geistlichkeit aber versagte den Dienst, so lange der- Rabbiner anwesend bleibe. -■ Der Bescheidene giebt nach, und so entfernte sich Letzterer. Anno 1200 schon dägewesen.! - ' Ottensoser, Lehrer. Äuö dem Kurfürstenthum Hessen, im Mar? (Privatmitth.') Die 'Jstäeliten unseres Landes mögen sich keine Illusionen^ machen, daß sie unter dem gegenwärtigen Element auch nur zu der geringsten -Stäätsstelle zügelassen werden würden. - Die Abneigung gegen die Juden reicht noch weiter hinauf, als bis zum Ministerium. Wir haben hier junge Männer Unseres Glaubens, die nicht allein ihre Staatsprüfungen und sogar den Vorbereitungsdienst durchgemacht haben und weder zu einer Advocatur, noch zu einer Actuarsgehülfenstelle, selbst nur mit 200 Thalern Gehalt gelangen können. Zur Advocatur vom Justizminister selbst präsentirt, hat ihnen der Kurfürst die : Genehmigung verweigert. Preußen. Magdeburg, l3. Juni. (Privatmitth.) Wir erhielten in diesen Tagen aus dem Kriegsministerium folgende Zuschrift: ' 1 Nachdem, wie Ihnen aus den öffentlichen Blättern bekannt sein wird, der von der Königlichen Staats^ Regierung dem Landtage der Monarchie' vorgelegt gewesene Gesetzentwurf, betreffend die Eide der Juden, die Zustimmung des Landtags' nicht erhalten hat, kann sich auch das 'Kriegsministeriüm nicht '• bewögen finden/ Sr: Majestät dem Könige einseitig Vorschläge wegen Abänderung des Fahneneides der RecrüM mosaischen Glaubens zu unterbreiten. Es muß Naher bis 'auf Weiteres bei der bisher gültigen EidesforMl sein Bewenden behalten. Im Verfolg seines vorläufigen Bescheides vom 10. April e.'auf Ihre Jmmediat-Vorstellung vom 22^ Februar er. macht das Unterzeichnete Departement Ihnen hiervon Mitthtzilung. « " - Berlin, den 8. Juni 1861. KriegsmiNlsterium, Allgemeines Kriegs-Departement. ' I. V. v. AlvettSleben. An den Rabbiner f 1: Herrn Dr. Philippson zu Magdeburg: (Seht einfach, und sehr constitutionell — nur daß um einer'Handvoll Herren und ihres Judenhasses rotte len die jüdischen Jünglinge noch ferner' vor Gott beschwören müssen, „ keine hinterlistigen Gedänken. als Soldaten und bei der Eidesleistung haben zü wollen!! ") Die Schweiz. . ' Berlin, 14. Juni. Die hiesige „Bank- und Handelsztg." berichtet: Wie wns vdn einer mit dem Gänge derneuesten handelspolitischen Verhandlungen Frank-